Mit ‘Museumspädagogik’ getaggte Artikel

Schülerinnen und Schüler bloggen aus der Jagdresidenz Hubertusburg in Wermsdorf

Dienstag, 06. August 2013

Nicht nur im Schloss – Die Jagd in Wermsdorf

Auch heute ist die Jagd ein sehr beliebter Sport. In Wermsdorf findet einmal im Jahr ein Hundetreiben statt, da werden allerdings keine Tiere mehr gejagt. Dabei folgen 100 Hunde einer Anisspur quer durch unser Dorf und das darum liegende Waldgebiet. Die Wermsdorfer Schleppjagd können Sie dieses Jahr am 31. August beobachten.

In der Zeit August III. gab es unterschiedliche Jagdformen wie die z. B. die Parforcejagd oder das “Deutsche / Eingestellte Jagen”. Vor der Parforcejagd war besonders das sogenannte “Deutsche Jagen” sehr beliebt. Hierfür wurde ein Waldgebiet von Lappen umhängt. Manchmal wurden von den Dienern extra noch Tiere in dieses Waldgebiet gebracht. Nachdem alle Tiere in eine Richtung gejagt worden waren, schossen die Jäger auf die Tiere. Es kam auch mal vor, dass Tiere entwischten – daher kommt das Sprichwort: “Durch die Lappen gehen”.

Im Gegensatz zum “Deutschen Jagen” wird bei der Parforcejagd nur ein Hirsch gejagt. Dieser wird kilometerweit durch Wälder, Flüsse und über Äcker gehetzt. August III. ließ hierfür viele gerade Wege in den Wermsdorfer Wald schlagen. Dies kann man auch heute noch sehen. Die Jagd war nicht nur ein Vergnügen für die Männer. Selbst die Tochter von August III. war eine begeisterte Jägerin. Sie ließ sich auch als Jagdgöttin Diana malen. Die Darstellung der Diana war ein beliebtes Motiv in der Ausstattung der Jagdschlösser.

Wandteppich mit der Darstellung von Diana auf der Jagd; Frankreich, Gobelinmanufaktur, 1. Hälfte 18. Jh.; Gobelinweberei in vielfarbiger Wolle; 300 x 273 cm; © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Elke Estel/ Hans-Peter Klut

Wandteppich mit der Darstellung von Diana auf der Jagd; Frankreich, Gobelinmanufaktur, 1. Hälfte 18. Jh., © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Elke Estel/ Hans-Peter Klut

Zuviel wollen wir hier aber nicht verraten. In der Ausstellung Die königliche Jagdresidenz Hubertusburg und der Frieden von 1763 können Sie mehr über die unterschiedlichen Jagdformen und ihren genauen Ablauf, vom “Deutschen Jagen” auf viele Tiere bis zur Parforcejagd auf nur einen einzelnen Hirsch, erfahren.  So sehen sie zum Beispiel die besonders prunkvoll gestalteten Hirschfänger oder Waidmesser.

Weidbesteck; Unbekannte deutsche Werkstatt, vor 1730; © Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Jürgen Karpinski

Weidbesteck; Unbekannte deutsche Werkstatt, vor 1730; © Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

 

Autorin:  Julianne Sch. / Klasse 9 / Mittelschule Wermsdorf

Schülerinnen und Schüler bloggen aus der Jagdresidenz Hubertusburg in Wermsdorf

Dienstag, 28. Mai 2013

Seit April 2013 lockt die Sonderausstellung Die königliche Jagdresidenz Hubertusburg und der Frieden von 1763 der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) nach Wermsdorf.
Zusammen mit der Museumspädagogik der SKD erarbeiten wir – die Klassen 9a und 9b der Mittelschule Wermsdorf – während der Laufzeit der Ausstellung Beiträge für den Blog der SKD. Im Zentrum werden hauptsächlich Texte über einzelne Ausstellungsstücke stehen, die wir mit der Methode des kreativen Schreibens vorstellen möchten. Zudem wollen wir von unseren Projekten, z. B. einer Geocachingtour für die Besucher des Schlossgeländes berichten.

Jagdresidenz Schloss Hubertusburg in Wermsdorf

Jagdresidenz Hubertusburg in Wermsdorf

Sie können sich die Sonderausstellung bis zum 5. Oktober 2013 in der Jagdresidenz Hubertusburg in Wermsdorf anschauen. Dafür wurden sechs Räume in der Beletage des Schlosses renoviert. Die Ausstellung zeigt die drei großen Themenbereiche: Jagd, Höfische Kunst und Musik aus der Zeit August III., sowie die Geschichte des Siebenjährigen Krieges und des Hubertusburger Friedensschlusses. Außerdem kann man sich im Schoss den Ovalsaal, die Königsloge und die Kapelle ansehen. Es gibt natürlich noch viel mehr im Schloss und auf den Gelände der Hubertusburg zu entdecken.

Die Museumspädagogik erwartet die verschiedenen Besuchergruppen mit einem umfangreichen inhaltlichen Programm. Besonders für Kindergruppen und Schulklassen wird in speziellen Veranstaltungsprogrammen Wissenswertes rund um die Themen Jagd, Alltag und Absolutismus angeboten und zur kreativen Gestaltung angeregt. Die museumspädagosische Arbeit zu diesem Projekt wird von der Sächsischen Sparkassenstiftung mit der Sparkasse Leipzig gefördert. So wird z. B. ein Zuschuss zum Bustransfer an die ersten 45 angemeldeten Gruppen bezahlt. Kinder und Jugendliche können so in unterschiedlichen Programmen und Veranstaltungsreihen z.B das Porzellanmalen ausprobieren, oder auch mit Wildschwein Willi auf die Jagd gehen.

Mit Wildschwein Willi auf Schloss Hubertusburg auf die Jagd gehen, Illustration: midori-design

Mit Wildschwein Willi auf Schloss Hubertusburg auf die Jagd gehen, Illustration: midori-design

Das vollständige Programm finden Sie hier. Ein Besuch lohnt sich. Kommen Sie also mit uns zurück in die Zeit von August III.

Autorinnen: Paula, Mary, Justine

Werk der Woche: Steffi Busch “Masse”

Dienstag, 28. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Stefanie Busch verfügt über ein umfangreiches Bildarchiv, das auf zahlreichen Reisen v.a. in Länder des ehemaligen Ostblocks entstanden ist. Dieses fotografische Skizzenbuch ist Quelle ihrer Arbeiten, auch für die Folienmontagen in Leuchtkästen, die eine wichtige Werkgruppe ihres Schaffens bilden. Dafür löst die Künstlerin formal spannende Fragmente aus den fotografischen Vorlagen, die zu neuen Arbeiten inszeniert werden.

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Die abstrakten Bruchstücke werden in transparent graue Folien geschnitten, auf einer Acrylglasscheibe collageartig angeordnet und in Schichten übereinander gelegt. Das eigentliche Bild wird dann erst im Lichtkasten im Moment der Hinterleuchtung sichtbar. In “Masse” verarbeitete Stefanie Busch Aufnahmen aus dem Fußballstadion in Kiew, wo sie sich 2005 aufhielt, um dort eine Arbeit in der Deutschen Botschaft umzusetzen. “Masse” kam 2007 als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in die Sammlung des Kunstfonds.

Unsere Veranstaltungstipps:

Am 30. Mai, um 16.30 Uhr findet ein Kunstgespräch mit Gwendolin Kremer, Galerie Neue Meister zum Thema “Absolventen der Dresdner Kunsthochschule (HfBK)” statt.
Und am 1. Juni, um 16 Uhr führt Annabell Rink aus der Museumspädagogik durch die Ausstellung.

Museumspädagogin Karina Peschel im Interview

Mittwoch, 01. August 2012
Für die Sonderausstellung „Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500“ hat die Museumspädagogik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Vermittlungskonzepte speziell für Schulklassen entwickelt. Welche Besonderheiten ergeben sich hier im Vergleich zu den täglich in der Ausstellung stattfindenden Führungen?

Diese neuen Vermittlungskonzepte sollen den Schülern einen ganzheitlichen Zugang zu den Bildinhalten ermöglichen, indem auch emotionale Seiten angesprochen werden. Wir stellen eine Verbindung zum eigenen Leben her, und wecken damit das Interesse der Schüler an Themen, mit denen die meisten von ihnen heute im Alltag kaum etwas zu tun haben.

Methodisch werden die Schüler durch spezielle Aufgabenstellungen sehr aktiv in den Erkenntnisprozess einbezogen. Speeddatings und kleine szenische Einlagen, in denen das soeben Gehörte mittels einiger Requisiten von den Schülern selbst umgesetzt wird, gestalten den Aneignungsprozess lebendig und nachhaltig.

Eine Sonderregelung der Öffnungszeiten ermöglicht kunstbegeisterten Schulklassen und ihren Lehrern die Ausstellung im Rahmen des Vermittlungsprogramms bereits ab 8:00 Uhr zu besuchen. Wie wurde dieses Angebot wahrgenommen?

Die Sonderöffnungszeit wurde sehr gut angenommen, allerdings größtenteils erst ab 9.00 Uhr. Die Ruhe und Ungestörtheit zu dieser Zeit ermöglichte erst den Einsatz unserer vielleicht nicht ganz konventionellen Methoden, mit deren Hilfe wir die Schüler auflockern und in Gesprächsbereitschaft versetzen wollten.

Wie schätzen Sie das Interesse der Schüler zur Sonderausstellung ein? Gab es besondere Highlights oder Anregungen? Welche Rückmeldung haben Sie von den Lehrern bekommen?

Das Interesse an der „Sixtina“ war erfreulich hoch. Erfahrungsgemäß hängt das auch davon ab, wie „griffig“  Ausstellungstitel und Schulklassenthemen sind. Mit dem Thema „Von der Madonna zum Model“ hatten wir sozusagen „ins Schwarze“ getroffen.

Die Resonanz von Lehrern und Schülern war überaus positiv und zugleich ermutigend diesen Weg der Vermittlung weiter zu verfolgen. Das deutete sich schon bei der Vorstellung der Konzepte in der Lehrerweiterbildung an, als die Lehrer gleich selbst ein Speddating zum Thema „Schönheit“ machen wollten.

Besonders gern wurden auch praktische Angebote, wie die Herstellung einer Collage „Madonna 2012“ genutzt.

Die Kunstvermittlung im Museum beinhaltet nicht nur das Betrachten und Interpretieren von Gemälden, sondern bietet als fächerübergreifendes Medium das Potential zur Verbindung mehrerer Lerninhalte. Welche Fächerkombinationen eignen sich besonders für die Sonderausstellung?

Kunsterziehung, Deutsch, Geschichte, Religion, Ethik

Durch die Zusammenarbeit von Museen und schulischen Einrichtungen erhalten Lernende die Möglichkeit, sich in einem anderen Lernumfeld auszutauschen und Fragestellungen weiterzuentwickeln. Wird es zukünftig weitere praxisorientierte Führungen, auch im Bereich Erwachsenen- oder Seniorenbildung geben?

Diese interaktiven Konzepte werden im Museum der Zukunft gewiss eine Rolle spielen. M.E. erfordern sie aber eine gewisse Vertrautheit der Teilnehmer untereinander. Unsere Senioren sind vielleicht so eine Gruppe, die sich seit Jahren kennt, uns kennt und sehr aufgeschlossen und experimentierfreudig ist. Hier wollen wir demnächst mit interaktiven Vermittlungskonzepten arbeiten. Bei Touristen, die an einem Rundgang teilnehmen, kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass sie besonders begeistert wären, mit einem Fragebogen auf Entdeckungstour durchs Museum geschickt zu werden.

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Museumspädagogin in zwei bis drei Sätzen!

Ganz allgemein: Museumspädagogen stehen zwischen dem Objekt und dem Besucher. Konkret erarbeiten wir Vermittlungskonzepte, museumspädagogische Angebote zu jeder Ausstellung und Führungsinhalte, schreiben Förderanträge, bilden uns weiter und machen natürlich Führungen.

Vielen Dank für das Interview!

Inklusion durch Kunst und Kultur

Mittwoch, 30. November 2011

Unter dem Titel “Inklusion durch Kunst und Kultur” veranstaltete die Museumspädagogik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vom 27. bis 28. Oktober 2011 einen Kongress zur Barrierefreiheit in Museen. Namhafte Referenten, wie beispielsweise Herr Dr. Patrick S. Föhl, Leiter der Forschungsgruppe Regional Governance im Kulturbereich von der Fachhochschule Potsdam, Herr Ramseyer, Leiter des Projektes museumssterne*** – museen basel offen für behinderte, Herr Stefan Göthling, Geschäftsführer von “Mensch zuerst”, Herr Dr. Thomas Kahlisch, Leiter der Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig oder Herr Dr. Bernhard Conrads, der Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe i. R., zeigten die vielseitigen Möglichkeiten, aber auch die Problematik einer Umsetzung eines barrierefreien Museums auf.

Mit Mitgliedern unterschiedlicher Behindertenverbände – beispielsweise dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. und dem Ortsverein Schwerhörige Dresden e.V.der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen der Stadt Dresden sowie mit Mitarbeitern und Kollegen aus dem Bereich Kunst und Kultur wurden die Bedürfnisse einer Inklusion von Menschen mit Behinderungen verschiedenster Besuchergruppen aufgeführt, diskutiert und erörtert.

Der Begriff Inklusion fordert die Gleichwertigkeit eines Menschen unter der Voraussetzung des Vorhandenseins von Unterschieden. Dies beinhaltet, dass es die Aufgabe der Gesellschaft ist, einen Menschen in seiner Individualität zu akzeptieren und Strukturen bzw. Möglichkeiten zu schaffen, soziale Teilhabe ohne besondere Erschwernis und in vollem Umfang zu ermöglichen. Uneingeschränkte und barrierefreie Zugänge zu schaffen, die es unabhängig von unterschiedlichen Behinderungen gestatten, diese in gewohnter Weise und möglichst ohne fremde Hilfe zu nutzen, ist nur ein Aspekt von vielen.

Begleitend zum Kongress fand eine Benefizveranstaltung „Kinder helfen Kindern“ im Tonnengewölbe des Residenzschlosses statt. Dort präsentierten Kinder der 16. Grundschule des Gymnasiums Bühlau, Kinder vom KunstRaum des Förderzentrums Sprache Dresden und Kinder vom AWO-Heim für körperbehinderte Kinder und Jugendliche Dresden ihre Kunstwerke. Mit dem Erlös der Versteigerung und dem Verkauf einer Kinderzeichnung wurde der Verein zur Förderung körperbehinderter und chronisch kranker Kinder und Jugendlicher e. V. und der Förderverein der Johann-Friedrich-Jencke Schule e. V. Dresden unterstützt. Mit beiden Vereinen sind 2012 tolle Projekte geplant!