Die Ankunft der Leihgaben

16. Mai 2012

Eine Ausstellung wird oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Museen konzipiert. Dabei werden verschiedene Leihgaben in die Ausstellung integriert. Zu den Kunstwerken, die dem ausstellenden Museum gehören, gesellen sich Werke aus aller Welt. So auch bei der Ausstellung Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500. Die Leihgaben kommen u.a. aus den Ländern Lettland, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und England. Außerdem werden auch viele Exponate aus Deutschland zu sehen sein.

Der Transport einer Leihgabe ist nicht einfach und kann nur unter höchsten Sicherungsbestimmungen vonstatten gehen. Ist die Leihgabe beispielsweise ein Gemälde, so wird es unter optimalen technisch-physikalischen Bedingungen in einer klimatisierten Kiste verpackt. Das Exponat wird von ausgebildeten Fachkräften in die Ausstellung transportiert. Im Museum angekommen, bleibt das Gemälde zunächst für 24 Stunden in der Kiste. Einen Tag später wird das Gemälde von den Ausstellungstechnikern aus der Kiste auf einen Tisch oder eine große Staffelei befördert. Um sicher zu gehen, dass die Leihgabe bei dem Transport keine Schäden erlitten hat, wird das Bild gründlich untersucht und mit der bereits bestehenden Dokumentation zur Leihgabe abgeglichen. Diese setzt sich aus fotografischen Aufzeichnungen und Notizen zu möglicherweise bereits vorhandenen Beschädigungen des Bildes zusammen. All das geschieht im Beisein des Kuriers, der das Bild während des Transportes, dem Entpacken und der Hängung begleitet.

Vortragsreihe im Haus der Kathedrale “500 Jahre Sixtinische Madonna”

15. Mai 2012

Im Haus der Kathedrale auf der Schloßstraße 24 in Dresden finden jeweils um 20:00 Uhr folgende Vorträge statt:

5. Juni | Die Sixtinische Madonna - Mythos und Geschichte | Prof. Dr. Hans Belting, Karlsruhe

12. Juni | Grenzgänger – Im Spannungsfeld von Kunst und Kirche | Prof. Dr. Friedhelm Mennekes SJ, Frankfurt am Main

19. Juni | Zwischenwelten – Über ästhetische und religiöse Erfahrung | Prof. Dr. Dr. Michael Eckert, Tübingen

26. Juni | Der göttliche Raffael – Das Romantisch-Magische der Sixtinischen Madonna | Dr. Dr. Betina Kaun, Dresden

Ringvorlesung “Platz für den großen Raffael!” an der TU Dresden

15. Mai 2012

Die Technische Universität Dresden bietet zu der Ausstellung Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500 eine Ringvorlesung an. Diese wird vom Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, in Kooperation mit dem Instituto Italiano di Cultura (Berlin), dem Italien-Zentrum der TU Dresden und der VHS Dresden veranstaltet.

Die Veranstaltung findet jeweils um 19:00 Uhr im Hörsaalzentrum HS 04 der TU Dresden statt.

03. Mai | Raffael als Inventor und das Raffaelbild der Jahrhundertwende | Dr. Andreas Henning, Prof. Dr. Jürgen Müller, Dresden

10. Mai | Sixtinische Madonna und die Bildpolitik Papst Julius II. | PD Dr. Michale Rohlmann, Köln

24. Mai | Holbeins Sixtina des Nordens | Prof. Dr. Jürgen Müller, Dresden

07. Juni | Von der Bildidee zum Bild – Überlegungen zu Raffaels Werkprozess | Prof. Dr. em. Jürg Meyer zur Capellen, Münster

14. Juni | Beredte Bilder Raffaels und seiner Schüler | Prof. Dr. em. Rudolf Preimesberger, Berlin

21. Juni | Raffaels Muse | Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, München

28. Juni | Schinkel und Raffael und Berlin – Künstlerfest und Kopienkult | Dr. Rolf H. Johannsen, Berlin

05. Juli | Raffael und Michelangelo | Dr. Achim Gnann, Wien

12. Juli | Norm oder Ideal? Raffael und seine “certa idea” | Dr. Andreas Thielemann, Rom

Inklusion durch Kunst und Kultur

30. November 2011

Unter dem Titel “Inklusion durch Kunst und Kultur” veranstaltete die Museumspädagogik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vom 27. bis 28. Oktober 2011 einen Kongress zur Barrierefreiheit in Museen. Namhafte Referenten, wie beispielsweise Herr Dr. Patrick S. Föhl, Leiter der Forschungsgruppe Regional Governance im Kulturbereich von der Fachhochschule Potsdam, Herr Ramseyer, Leiter des Projektes museumssterne*** – museen basel offen für behinderte, Herr Stefan Göthling, Geschäftsführer von “Mensch zuerst”, Herr Dr. Thomas Kahlisch, Leiter der Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig oder Herr Dr. Bernhard Conrads, der Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe i. R., zeigten die vielseitigen Möglichkeiten, aber auch die Problematik einer Umsetzung eines barrierefreien Museums auf.

Mit Mitgliedern unterschiedlicher Behindertenverbände – beispielsweise dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. und dem Ortsverein Schwerhörige Dresden e.V.der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen der Stadt Dresden sowie mit Mitarbeitern und Kollegen aus dem Bereich Kunst und Kultur wurden die Bedürfnisse einer Inklusion von Menschen mit Behinderungen verschiedenster Besuchergruppen aufgeführt, diskutiert und erörtert.

Der Begriff Inklusion fordert die Gleichwertigkeit eines Menschen unter der Voraussetzung des Vorhandenseins von Unterschieden. Dies beinhaltet, dass es die Aufgabe der Gesellschaft ist, einen Menschen in seiner Individualität zu akzeptieren und Strukturen bzw. Möglichkeiten zu schaffen, soziale Teilhabe ohne besondere Erschwernis und in vollem Umfang zu ermöglichen. Uneingeschränkte und barrierefreie Zugänge zu schaffen, die es unabhängig von unterschiedlichen Behinderungen gestatten, diese in gewohnter Weise und möglichst ohne fremde Hilfe zu nutzen, ist nur ein Aspekt von vielen.

Begleitend zum Kongress fand eine Benefizveranstaltung „Kinder helfen Kindern“ im Tonnengewölbe des Residenzschlosses statt. Dort präsentierten Kinder der 16. Grundschule des Gymnasiums Bühlau, Kinder vom KunstRaum des Förderzentrums Sprache Dresden und Kinder vom AWO-Heim für körperbehinderte Kinder und Jugendliche Dresden ihre Kunstwerke. Mit dem Erlös der Versteigerung und dem Verkauf einer Kinderzeichnung wurde der Verein zur Förderung körperbehinderter und chronisch kranker Kinder und Jugendlicher e. V. und der Förderverein der Johann-Friedrich-Jencke Schule e. V. Dresden unterstützt. Mit beiden Vereinen sind 2012 tolle Projekte geplant!

LIPSIUS VIBES – JUNGE FREUNDE feiern im Lipsiusbau

28. November 2011

Am Vorabend des diesjährigen Buß- und Bettages lockten die JUNGEN FREUNDE wieder in die Kunsthalle im Lipsiusbau. Die 5. Kunstparty auf der Brühlschen Terrasse war ein Rekord: 711 Gäste kamen, um die Kunstwerke der Ausstellung Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner zu betrachten und im Anschluss bei guter Musik zu feiern. Intensive Gespräche mit den Live-Speakern, kostümierte Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) und die Musik der Band Schön Schwarz und Kokü ließen den Abend zu einem ganz außergewöhnlichen Musemsbesuch werden. 23 JUNGEN FREUNDE konnten neu gewonnen werden und somit unterstützen mittlerweile rund 300 junge Menschen die Interessen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Immer mehr JUNGE FREUNDE strömen zu den monatlichen Jours fixes und kommen dabei mit den Ausstellungskuratoren, Galeristen und Künstlern ins Gespräch. Das Engagement für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wird immer mehr zur Herzensangelegenheit – auch junger Menschen! Mehr Bilder des Abends und natürlich alles rund um die JUNGEN FREUNDE der SKD gibt es auf der Facebook Fanpage.

VIP-Aufgebot in der Porzellansammlung

31. März 2011

Mit  Friedrich Leopold Graf von Brühl – einem Nachfahren des legendären Premierministers Augusts III. -, dem US-amerikanischen Botschafter Philip D. Murphy, der sächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer und dem Generaldirektor der SKD, Prof. Dr. Martin Roth, versammelte sich eine illustre Runde, um die Rückkehr einer fast 300 Jahre alten Schönheit nach Dresden zu erleben.

Die „Nereide mit Konfektschale“, Bestandteil des legendären Schwanenservice Heinrich Graf von Brühls, konnte im Zwinger ihren Platz unter den anderen verbliebenen Teilen des von Brühl’schen Tafelgeschirrs einnehmen.

Die Nereide ging verloren, nachdem sie zusammen mit 24 anderen Leihgaben der Familie von Brühl im Verlauf des zweiten Weltkrieges aus Dresden ausgelagert wurde. Die zwei Kisten, in denen die Werke verpackt waren, wurden 1945 beschädigt gefunden: Seither galt die Nymphe als vermisst. Ihre „Wiederentdeckung“ gelang Dr. Ulrich Pietsch, dem Direktor der Dresdner Porzellansammlung. Bei einem Besuch des Toledo Museum of Art in den USA sah er die Porzellanfigur und vermutete, dass es sich um die verschollene Nereide handeln könnte. Ein Detail allerdings störte: Über die linke Schulter der Figur fällt eine Haarsträhne – für die Modelleure der Meißner Porzellanmanufaktur um Johann Joachim Kändler eine unübliche Art der Gestaltung. Das Rätsel konnte nach eingehender Untersuchung durch Röntgen – und Infrarotstrahlung gelöst werden. Offenbar war der Arm der Nereide abgebrochen, so dass sie restauriert werden musste und die Strähne eine fehlerhafte Stelle überdecken soll. Für Ulrich Pietsch gab die Überprüfung die Gewissheit, dass er tatsächlich die verloren geglaubte Figur vor sich hatte.

Wie Nachforschungen ergaben, fand die Nymphe nach 1945 nacheiner Odyssee über die Schweiz und New York einen Platz in Toledo, wo Dr. Ulrich Pietsch auf sie aufmerksam wurde. Gemeinsam mit einem Filmteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) wurden Recherchen begonnen, an deren Ende nun das Happy End steht. Die Nereide ist zurück in Dresden und kann durch die Großzügigkeit der Familie von Brühl, die den Leihvertrag mit der Porzellansammlung vorzeitig verlängert hat, nun dort bewundert werden.
Text & Foto © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Das Video zur Rückgabe der Nereide: