Mal schwungvoll und fröhlich, mal nachdenklich und in leisen Tönen sang Anton Günther (1876-1937) über seine Heimat, ihre Natur im Wandel der Jahreszeiten, ihre Menschen, aber auch über die ganz kleinen Dinge des Alltags und begründete damit das Genre des erzgebirgischen Heimatliedes. Die urige Gemütlichkeit der „Uf‘nbank“ und den „Feieromd“ nach getaner Arbeit würdigte er ebenso mit einem Lied wie sein geschätztes „Grußmütterla“.
Doch Günther war nicht nur Musikant und Dichter, sondern auch gelernter Lithograf. Als solcher entwarf er 1895 die erste Liedpostkarte. Das aufwändige Vervielfältigungsverfahren seiner Liedtexte und die ständig steigende Nachfrage brachten ihn auf eine bis dahin neuartige Idee: Er führte Text und Melodie auf einem kleinen Blatt Papier zusammen, fertigte dazu eine passende Zeichnung an und ließ alles zusammen als Postkarte drucken. Die sogenannten „Liederkarten“ waren eine geschickte Werbestrategie des Sängers. Sie wurden nicht nur als Gesangsvorlage geschätzt, sondern trugen auch zu einer schnellen und weiten Verbreitung seiner Stücke bei.
Dass das Museum für Sächsische Volkskunst nun Einblick in den erst kürzlich erworbenen Nachlass Anton Günthers gewährt, ist Irmgard Major, geb. Günther zu verdanken. Auf Wunsch ihres Vaters übergab sie alle von ihr aufbewahrten Hinterlassenschaften dem Museum, dessen Gründer Oskar Seyffert Freund und Förderer des berühmten Volkssängers war.
Bis zum 29. Januar 2012 zeigt das Museum für Sächsische Volkskunst nun Briefe, Bilder und persönliche Erinnerungsstücke, darunter die Originalgitarre Anton Günthers. Und auch diejenigen, die Weihnachten im Jägerhof „wie immer“ feiern wollen, kommen auf ihre Kosten. Sie können Handwerkern und Volkskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen oder wieder liebevoll geschmückte Christbäume besichtigen. In der Bastelstube herrscht bereits vorweihnachtliche Geschäftigkeit und ein stimmungsvolles Veranstaltungsprogramm lädt an allen Adventswochenenden zum Zuhören und Mitsingen ein.
PS: Hörproben des Liedgutes von Anton Günther gibt es in der Mediathek der SLUB.





























































