Mit ‘Kunsthalle im Lipsiusbau’ getaggte Artikel

Ausstellungsaufbau “My Joburg. Kunstszene Johannesburg”

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Ab 26. Oktober 2013 zeigt euch unsere Sonderausstellung My Joburg zeitgenössische Kunst aus Südafrika. Einige Künstler haben wir vorab bei der Installation ihrer Arbeiten im Lipsiusbau getroffen.

In der Arbeit von Kemang Wa-Lehulere (*1984) sind Schrift, Zeichnung und Performance auf das Engste verbunden und befruchten sich gegenseitig. Literarische Zitate oder Gedichte von Autoren wie Lesego Rampolokeng oder R.R.R. Dhlomo liefern zuweilen das Stichwort für knappe Erzählungen, die er mit Kreide auf die Wand schreibt. Diese schriftlichen Aufzeichnungen verbindet er mit den geheimnisvollen Zeichen seiner persönlichen Mythologie – gesichtslosen Wesen, die weder Mensch noch Tier sind, Gebeinen, Flaschen, fliegenden Drachen usw. –, die er von Werk zu Werk in unendlichen Variationen neu kombiniert.

Kemang Wa-Lehulere fertigt Kreidezeichnungen auf einer großen Wandfläche an. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Kemang Wa-Lehulere fertigt Kreidezeichnungen auf einer großen Wandfläche an. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Dineo Seshee Bopapes (*1981) kurzlebige, fragile Installationen aus Alltagsgegenständen sind geheimnisvoll und poetisch zugleich. Queen of Necklace evoziert mit ihrem Gehänge den Glamour von früher, wie ihn Nelson Mandelas erste Ehefrau Winnie verkörperte. Doch die eingestreuten Werkzeuge (Nadeln, Nähfuß, Spieße, Flaschen usw.) verleihen dem Werk eine ambivalente Note, denn sie wirken seltsam vertraut und bedrohlich zugleich und suggerieren unterschwellig Gewalt.

Dineo Seshee Bopape bei der Installation ihres Werkes "Queen of Necklace". © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Dineo Seshee Bopape bei der Installation ihres Werkes "Queen of Necklace". © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Die Statue The Angel of Peace, die auf dem Georg-Treu-Platz zwischen Albertinum und der Kunsthalle im Lipsiusbau steht, hat der Autodidakt Winston Luthuli (*1968) vor Ort eigens für die Ausstellung angefertigt. Seine ersten Zementskulpturen entstanden 2003 vornehmlich für den öffentlichen Raum. Ähnliche Werke wie dieses thronen an prominenten Plätzen im Zentrum von Johannesburg und verkünden optimistische und wohlmeinende Botschaften.

Winston Luthuli arbeitet auf dem Vorplatz des Lipsiusbaus an seiner Skulptur "The Angel of Peace". © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Winston Luthuli arbeitet auf dem Vorplatz des Lipsiusbaus an seiner Skulptur "The Angel of Peace". © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Die unter der Apartheid eingeführte Rassentrennung hat Narben in der Stadt hinterlassen und ließ Parallelgesellschaften entstehen, die einander fremd sind. Die Folge ist, dass sich die Menschen aus Angst immer stärker verbarrikadieren, im Übrigen ein Phänomen, das nicht nur in Südafrika anzutreffen ist, sondern in allen Ländern, wo die soziale Ungleichheit groß ist und die Reichen die Begehrlichkeit der Ärmsten fürchten. Der zweireihige Maschendrahtzaun der Installation Security von Jane Alexander (*1959) ist vielsagend und lässt an Grenzen, Militärlager, Warendepots denken, oder auch an die übermächtige Sicherheitsindustrie, die ihre Aufgabe gewissenhaft ausführt. Hier umschließt der Zaun allerdings eine Parzelle, auf der Weizen wächst und eine Figur steht, die teils menschliche, teils tierische Züge aufweist. Ist diese Figur in Gefahr oder gefährlich? Geschützt oder eingesperrt? Zwischen den Zaunreihen liegen Tausende von Macheten, Sicheln und Handschuhen. Sie lassen an körperlich schwere Feldarbeit und Ernte denken, rufen aber auch ambivalente Assoziationen an Gewalt wach.

Jane Alexanders "Security" besteht aus einem gedeihenden Weizenfeld, umzäunt von Maschendraht und Macheten. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Jane Alexanders "Security" besteht aus einem gedeihenden Weizenfeld, umzäunt von Maschendraht und Macheten. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Bettina Malcomess (*1977) und Dorothee Kreutzfeldt (*1970) sind Kuratorinnen und Künstlerinnen. Ihre künstlerische Zusammenarbeit mündete in der Publikation: Not No Place: Johannesburg, Fragments of Spaces and Times (2013), deren erster Satz lautet: »Dieses Buch beginnt mit der Stadt als Material«. Es bildet die Grundlage für das Glossar, das die Künstlerinnen für den Katalog zur Ausstellung verfasst haben, und für ihre Installation. Letztere beginnt mit einem Video von Phybia Dlamini, das den Besucher von der Innenstadt nach Soweto führt. Eine Inspirationsquelle für Not No Place war die große Fülle der »Ephemere« aus vergangener wie aus jüngster Zeit, die Joburgs ungleichartige, riesige Einwohnerschaft generiert: Bücher, Urkunden, Fotos, Zeitungen, Broschüren, Telefonbücher, Pläne, Berichte, Protokolle von Gerichtsverfahren, Stadtratsbeschlüsse usw. Das ist Geschichte im Rohzustand. Ausgehend von diesem »archäologischen Material« vermischten Malcomess und Kreutzfeldt schriftliche und bildliche Fragmente und ließen sich bei ihrer Vorgehensweise von dem unvollendeten Passagenwerk über »Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts« von Walter Benjamin inspirieren.

Dorothee Kreutzfeld beim Einrichten des Dokumentationsraumes. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Dorothee Kreutzfeld beim Einrichten des Dokumentationsraumes. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Werk der Woche: Edgar Leciejewski “Schwarzenberg #19″

Dienstag, 25. Juni 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds” – noch bis 30. Juni in der Kunsthalle im Lipsiusbau

Bei Edgar Leciejewskis großformatigem Werk handelt es sich um eine vom Künstler als Scannografie bezeichnete Arbeit aus der Motivserie „Aves“. Diese Bilder entstanden ohne Kamera.
Leciejewski arrangierte hierzu am Straßenrand gefundene tote Vögel in verschiedenen Posen auf dem Scanner und belichtete diese. Das Resultat dieses kreativen fotografischen Bildschöpfungsverfahrens sind digitale Bilder von großer Detailgenauigkeit und nahezu haptischer Qualität.

Edgar Leciejewski, Schwarzenberg #19, 24.01.2008, 23:44, 2008, C-Print auf Aludibond, 185 x 244 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Edgar Leciejewski, Schwarzenberg #19, 24.01.2008, 23:44, 2008, C-Print auf Aludibond, 185 x 244 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Der hier ins Bild gesetzte Flügel lässt jedes Detail erkennen und ist von großer sinnlicher Wirkung und visueller Intensität, die zunächst verbirgt, dass es sich um eine zeitgenössische Variation der Nature morte und des Vanitas-Themas handelt. Das Werk wurde als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben.

Noch bis zum 30. Juni haben Sie diese Woche die Möglichkeit die Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds” zu besichtigen.

Am 27. Juni 2013 findet um 16:30 Uhr das letzte Kunstgespräch in der Ausstellung statt.
Silke Wagler, die Leiterin des Kunstfonds präsentiert Ihnen: “Curator’s Choice: Hauptwerke der Ausstellung”.
Ort: Kunsthalle im Lipsiusbau
Kosten: Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.

Am 28. Juni 2013 erfolgt um 16:00 Uhr auch der letzte Rundgang. Die Führung leitet Annabell Rink.
Ort: Kunsthalle im Lipsiusbau
Kosten; 3€ zzgl. Eintritt.

Werk der Woche: Kai Hügel “Silveride”

Mittwoch, 19. Juni 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Geschredderte Skateboards und Fundstücke aus Holz sind die bevorzugten Materialien Kai Hügels. In erfrischender Weise transferiert er Elemente der Jugendkultur in seine Objekte. Die am Alltagsleben der Gegenwart und der Street Art orientierte Ästhetik des Künstlers spiegelt sich auch in einigen seiner Motive wider, beispielsweise dem Akrobaten auf dem Skateboard.

Kai Hügel, Silveride, 2011, 118 x 105,5 x 115 cm, Holz, Schrauben, Skateboards, PUR-Leim, Heißkleber, Farbe, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Kai Hügel, Silveride, 2011, 118 x 105,5 x 115 cm, Holz, Schrauben, Skateboards, PUR-Leim, Heißkleber, Farbe, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Bewegungsabläufe und charakteristische Körperhaltung sind dabei präzise erfasst. Das Wandobjekt “Silveride” – die Diplomarbeit des Künstlers – wurde von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2012 als Förderankauf für den Kunstfonds erworben.

Wer sich über aktuelle Arbeiten des Künstlers informieren möchte, ist am 23.06.2013 zum Ateliergespräch mit dem Künstler Kai Hügel und der Kunsthistorikerin Sarah Jürgel eingeladen!
Beginn: 15:00 Uhr
Ort: DREWAG-Gelände, Lößnitzstr. 14
mit Voranmeldung bis 21.06.2013 unter kunstfonds@skd.museum

 

Zudem findet am 22.03.2013 die Sonderführung “Fotografie in der Ausstellung” mit Annabell Rink statt:
Beginn: 11:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 3 EUR zzgl. Eintritt
Ort: Kunsthalle im Lipsiusbau

Werk der Woche: Steffi Busch “Masse”

Dienstag, 28. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Stefanie Busch verfügt über ein umfangreiches Bildarchiv, das auf zahlreichen Reisen v.a. in Länder des ehemaligen Ostblocks entstanden ist. Dieses fotografische Skizzenbuch ist Quelle ihrer Arbeiten, auch für die Folienmontagen in Leuchtkästen, die eine wichtige Werkgruppe ihres Schaffens bilden. Dafür löst die Künstlerin formal spannende Fragmente aus den fotografischen Vorlagen, die zu neuen Arbeiten inszeniert werden.

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Die abstrakten Bruchstücke werden in transparent graue Folien geschnitten, auf einer Acrylglasscheibe collageartig angeordnet und in Schichten übereinander gelegt. Das eigentliche Bild wird dann erst im Lichtkasten im Moment der Hinterleuchtung sichtbar. In “Masse” verarbeitete Stefanie Busch Aufnahmen aus dem Fußballstadion in Kiew, wo sie sich 2005 aufhielt, um dort eine Arbeit in der Deutschen Botschaft umzusetzen. “Masse” kam 2007 als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in die Sammlung des Kunstfonds.

Unsere Veranstaltungstipps:

Am 30. Mai, um 16.30 Uhr findet ein Kunstgespräch mit Gwendolin Kremer, Galerie Neue Meister zum Thema “Absolventen der Dresdner Kunsthochschule (HfBK)” statt.
Und am 1. Juni, um 16 Uhr führt Annabell Rink aus der Museumspädagogik durch die Ausstellung.

Werk der Woche: Peggy Buth “Fireworks after a really big event”

Freitag, 24. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Peggy Buth verwendet als Material für ihre Werke häufig roten Teppich. Als Symbol der Kulturindustrie und Politik verkörpert der rote Teppich Erfolg, Exponiertheit, Bedeutung, Macht und Anerkennung.

Peggy Buth, Fireworks after a really big event, 2006, Teppichboden, 204 × 259 cm  ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Peggy Buth, Fireworks after a really big event, 2006, Teppichboden, 204 × 259 cm ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Mit der Wahl dieses Materials und seiner Bearbeitung durch das Einfräsen eines grafischen Feuerwerks in die textile Oberfläche wird in der Arbeit “Fireworks after a really big event“ die Inszenierung von Macht in Politik und Kultur thematisiert. Das Werk wurde 2007 im Rahmen der Förderankäufe des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben.

Unser Veranstaltungstipp:

23.05.2013, 16.30 Uhr, Wolkenbildung und andere Messerschnitt-Stakkati, Künstlergespräch mit Frank Lippold in der Ausstellung

Werk der Woche: Ricarda Roggan “Garage 13″

Mittwoch, 08. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Thema der Leipziger Fotografin, Ricarda Roggan ist “der Deutschen liebstes Kind”: das Auto. Noch bevor das Thema der Abwrackprämie aktuell wurde, fertigte Roggan eine Serie mit Autowracks.

Ricarda Roggan, Garage 13, 2008 C- Print, 154 x 184,2 cm Inv. Nr. 31/ 2009 ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Ricarda Roggan, Garage 13, 2008 C- Print, 154 x 184,2 cm Inv. Nr. 31/ 2009 ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Fast wie sakrale Objekte werden diese präsentiert, die ästhetische Wirkung wird durch die samtige Oberfläche noch unterstrichen. Die Fotografie wurde im Rahmen der Förderankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben.

Unser Veranstaltungstipp:

Am 8. Maium 11 Uhr findet eine Kunstbetrachtung für Senioren mit der Museumspädagogin Annabell Rink in der Ausstellung statt.

Werk der Woche: Frank Nitsche “WD XI”

Mittwoch, 24. April 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

An der Stirnwand des großen Ausstellungsraumes hängt neben dem Gemälde von Neo Rauch ein großformatiges Gemälde von Frank Nitsche mit dem Titel “WD XI”. Dieses Werk ist ein Förderankauf des Freistaates Sachsen aus dem Jahr 1998. Genau im Zeitraum des Ankaufs begann ein stilistischer Wandel in den Arbeiten des Künstlers, der durch Arbeitsaufenthalte im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf und in San Francisco begründet wurde. Bis dahin hatten der menschliche Körper und eine eher erdige Farbigkeit die Arbeiten Nitsches bestimmt. Nun wurden technoide Welten zum zentralen Motiv.

Frank Nitsche, WD XI, 1998 Öl/ Leinwand, 267 x 231 cm Inv. Nr. M 5/ 98 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Frank Nitsche, WD XI, 1998 Öl/ Leinwand, 267 x 231 cm Inv. Nr. M 5/ 98 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Kennzeichnend dafür sind vor allem kühle Pastelltöne und das Bekenntnis zur Schärfung der Kontur. Nitsche variiert die Themen Deformierung und Destruktion. So stehen bei ihm teilweise bis zur Unkenntlichkeit verformte technische Körper im Vordergrund. Das Thema der Zerstörung ist eine Fortsetzung aus seinen früheren Arbeiten, in denen er sich auf den menschlichen Körper bezog. Fast lustvoll deformiert der Künstler nun die perfekten Oberflächen der blechernen Symbole der Technik-Gläubigkeit. Die Autowracks, zerbrochenen Gerüste, zertrümmerten Cockpits und zerborstenen Helme sind gleichsam eine moderne Version der Vanitas Symbolik. Der Übergang vom Thema des Körpers zum Thema des Technischen, das den Körper umschließt, ist auch in der „technoiden“ Bezeichnung der Gemälde abzulesen. Sie bestehen aus nicht zu entschlüsselnden Codes, die an die Bezeichnung von Fahrzeugtypen oder Geräten erinnern.

PS: Wir haben die Ausstellung bis 30. Juni verlängert!

Werk der Woche: David Schnell, “Ansitz”

Donnerstag, 21. März 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier.Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Bevorzugtes Bildthema von David Schnell ist die vom Menschen gestaltete und überformte Landschaft. Architektonische Formen spielen die zentrale Rolle: Wie Schneisen durchschneiden Wege und Straßen die streng zentralperspektivische angelegte ‒ und im gleichförmigen Raster des Entwurfs sichtbar bleibende ‒ Bildarchitektur. Ein extremer Fluchtpunkt vermittelt die Illusion von großer Raumtiefe.

David Schnell, Ansitz, 2001, Öl/ Leinwand, 240 x 170 cm, Inv. Nr. 15/ 2001 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

David Schnell, Ansitz, 2001, Öl/ Leinwand, 240 x 170 cm, Inv. Nr. 15/ 2001 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Schnell kombiniert die Erfahrung von Zentralperspektive mit der von virtuellen Räumen. Diese surreale Seherfahrung wird durch die kräftige, zwischen Tiefblau und Rotorange changierende und durchleuchtete Palette noch verstärkt. Die Bildwelt Schnells wirkt hypnotisierend ‒ expansiv und klaustrophobisch zugleich ‒ und im besten Sinne merkwürdig. Dieses Werk wurde 2001 im Rahmen der Förderankäufe des Freistaates Sachsen zusammen mit einem weiteren für den Kunstfonds erworben.

Unsere Veranstaltungstipps:

21.03.2013, 16:30 Uhr in der Ausstellung: Kunstgespräch „Ostdeutsche Landschaften” und “Fake Spaces”“ mit Mathias Wagner

22.03.2013, 16:30 Uhr
Künstlergespräch mit Christiane Baumgartner in der Ausstellung

 

Werk der Woche: Constanze Deutsch, “Blumen für Olympia”

Donnerstag, 14. März 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier.Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

In ihren feinsinnigen und genau ausgeführten Zeichnungen schafft Constanze Deutsch eine Welt, die dem Alltagserleben entrückt scheint. Wie anatomische Konstruktionen wirken die collagierten und nur selten vollständig wiedergegebenen Körper ihrer Figuren. Nahtlos gehen organische Körperteile in technisch wirkende Strukturen über. Seltsam fremde Maschinenwesen und großäugige Androiden bewegen sich wie verloren in sparsam angedeuteten und doch komplexen Bildräumen.

Constanze Deutsch, Blumen für Olympia, 2010, Mischtechnik auf Papier, 77 x 106 cm, Inv. Nr. 6/ 2011 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Constanze Deutsch, Blumen für Olympia, 2010, Mischtechnik auf Papier, 77 x 106 cm, Inv. Nr. 6/ 2011 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Anklänge des Fremdartigen sind auf den Studienaufenthalt der Künstlerin in Indonesien zurück zu führen. Die Schönheit zarter Bleistiftlinien wird von breiten Faserstiftstrichen und Schlieren von Lack und Bitumen aus der Sprayflasche gebrochen. Charakteristisch für die Arbeit der Zeichnerin ist auch die Integration von beiläufigen, wie zufällig aufgeschnappten Textfetzen. Dieses über allem liegende Gemurmel öffnet mögliche Lesarten und holt die Bilder in unseren Erfahrungshorizont.

Werk der Woche: Frank Lippold, “Wolkenbildung”

Donnerstag, 07. März 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier.Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Das nächste Kunstwerk, das wir Euch vorstellen, ist von Frank Lippold. Eine große Leidenschaft Lippolds, der an der HfBK in Dresden studiert hat, ist die traditionelle Technik des Holzschnitts. So schneidet der Künstler Naturstücke in schwarz bemaltes Sperrholz. Seine romantisch anmutenden Landschaften ähneln herkömmlichen Druckstöcken. Seine Kompositionen sind reine Naturansichten, die gleichwohl durch surreale und konstruktivistische Elemente kontrastiert werden: Frank Lippolds Interesse gilt dem Flüchtigen und so ist in “Wolkenbildung” der Moment eines Regengusses festgehalten.

Frank Lippold, Wolkenbildung, 2003/2005, Sperrholz/Acryl, 122 x 244 cm, Inv.-Nr. 47/2006, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen 2006, Foto Herbert Boswank, Dresden © Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Frank Lippold, Wolkenbildung, 2003/2005, Sperrholz/Acryl, 122 x 244 cm, Inv.-Nr. 47/2006, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen 2006, Foto Herbert Boswank, Dresden © Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Zu seinen Werken inspiriert den Künstler die ländliche und wildromantische Umgebung und die Geschichte von Schloss Scharfenberg, wo er sein Atelier hat. Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts war das Schloss für kurze Zeit ein blühendes Zentrum der Romantik. Dort versammelte sich der „Scharfenberger Kreis“ mit führenden Köpfen der deutschen Romantik wie Novalis, E.T.A. Hoffmann, Heinrich von Kleist und anderen. Im Werk Lippolds verbinden sich auf bemerkenswerte Weise Kunst- und Geistesgeschichte, die in einer außergewöhnlichen Formensprache ein zeitgenössisches Abbild finden.

Unser Veranstaltungstipp: Sonderführung zum Thema “Dresdner und Leipziger Malerei”

10.03.2013, 11 Uhr: Annabell Rink führt durch die Ausstellung in der Kunsthalle im Lipsiusbau. Die Teilnahmegebühr beträgt 3 EUR zzgl. Eintritt.