Mit ‘Kulturaustauschprogramm’ getaggte Artikel

Fellowship-Programm mit dem International Training Programme des British Museum 2015: Aufenthalt der diesjährigen Research Fellows und des „Dresden Fellows“ in Dresden und Leipzig | Fellowship programme with the British Museum’s International Training Programme 2015: The stay of this year’s research fellows and the “Dresden Fellow” in Dresden and Leipzig

Freitag, 26. Februar 2016


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Das British Museum betreibt seit 2006 das International Training Programme (ITP), ein auf sechs Wochen angelegtes Studienprogramm, das jährlich in London und in ausgewählten Museen Englands stattfindet und sich insbesondere an außereuropäische Museumsfachleute und Wissenschaftler wendet. Seit 2014 kooperieren wir mit dem ITP und können für den Austausch mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf ein Netzwerk internationaler Wissenschaftler und Kuratoren zugreifen. Noch bis 2016 vergeben die SKD jährlich zwei Research Fellowships, die für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten nach Dresden oder Leipzig eingeladen werden, um dort mit den Kolleginnen und Kollegen der SKD an ausgewählten Projekten zusammenzuarbeiten und zu forschen. Außerdem unterstützen wir von 2013 bis 2015 jährlich einen Teilnehmer des ITP, der das Londoner Programm als „Dresden Fellow“ absolviert und im Anschluss auch die SKD besucht. Die Bewerbungsphase für die diesjährigen Research Fellowships läuft gerade – wir sind sehr gespannt, wer dieses Jahr teilnehmen wird.

Doch jetzt möchten wir kurz von den spannenden Begegnungen in 2015 berichten. Im letzten Jahr waren wieder zwei Research Fellows zu Gast in Dresden. Ayman Al-Shweiki aus Palästina arbeitete von September bis Dezember mit Anke Scharrahs am Projekt „Damascus Room – Daily life in the 19th century in Syria and Palestine“ im Japanischen Palais. Er recherchierte und untersuchte Quellen wie Fotos und Schriften, die das Leben in Bilad al-Sham im 19. Jahrhundert reflektieren, um die Funktion und den historischen Kontext syrischer Empfangszimmer besser zu verstehen. Darüber hinaus sollen die Quellen Aufschluss über den sozialen Status aber auch über den typischen Stil der Bewohner geben. Damit unterstützte Ayman die Erforschung des Dresdner Damaskuszimmers, das seit einigen Jahren von Anke und ihrem Team restauriert wird (s. Blogeintrag vom 15.07.15). Ayman ist seit 2014 als Assistant of Collections Director im Yasser Arafat Museum tätig und u.a. für die Archivierung der Objekte aber auch für wissenschaftliche Recherchen zuständig. Nebenbei unterstützt er als Collections Curator im Birzeit University Museum die Vorbereitung und Installation von Ausstellungen.

Ayman und Anke Scharrahs in der Restaurierungswerkstatt des Damaskus Zimmers

Ayman und Anke Scharrahs in der Restaurierungswerkstatt des Damaskus Zimmers

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek

Costas Vasiliadis aus Athen besuchte Dresden nun schon zum zweiten Mal. Seit 2000 arbeitet Costas am Acropolis Museum in der Konservierung von Skulpturen und leitet das Team, das die Skulpturen der Akropolis mit Laserverfahren reinigt. Bereits im vergangenen Jahr war er als „Dresden Fellow“ für einige Tage in Dresden, um die Kuratoren und vor allem Restauratoren der Skulpturensammlung kennenzulernen und eine Einführung in die Werkstatt und Restaurierungsprojekte der Sammlung zu bekommen. Die Zusammenarbeit verlief in diesen wenigen Tagen so positiv, dass die SKD sich entschieden haben, Costas 2015 als Research Fellow nach Dresden einzuladen. Bei seinem vierwöchigen Aufenthalt im Herbst arbeitete er an der Restaurierung der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz und konnte mittels unterschiedlicher Untersuchungen entscheidende Restaurierungsmaßnahmen festlegen und auch durchführen.

Costas neben der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz, für deren Restaurierung er während seines Aufenthalts zuständig war

Costas neben der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz, für deren Restaurierung er während seines Aufenthalts zuständig war

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek,

„Dresden Fellow 2015“ war Davit Poghosyan aus Armenien. In seiner Heimat arbeitet Davit als Dozent am Lehrstuhl für Museologie an der Armenian Pedagogical University in Yerevan. Vom 1. bis 7. November folgte er der Einladung der SKD ins GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, wo er Christine Fischer, Mitarbeiterin im Bereich Veranstaltungs- und Publikumsentwicklung, begleitete und Einblicke in die Eventorganisation aber auch Methoden der Museumspädagogik des Museums erhielt. Während eines Tagesausflugs nach Dresden besuchte er die Museen im Zwinger und Residenzschloss und lernte bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken die Research Fellows Ayman und Costas kennen. Das Netzwerk spinnt sich weiter…

Global Networking: Die diesjährigen Fellows Ayman, Davit und Costas (v.l.n.r.) beim gemeinsamen Kaffeetrinken in Dresden

Global Networking: Die diesjährigen Fellows Ayman, Davit und Costas (v.l.n.r.) beim gemeinsamen Kaffeetrinken in Dresden

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek,

Ni Hao, Dresden!

Dienstag, 20. Oktober 2015

Wir freuen uns, auch dieses Jahr im Rahmen vom Museum Experts Exchange Program (MEEP) 12 chinesische Wissenschaftler in unserem Haus empfangen zu dürfen! Nachdem die Kollegen aus dem National Museum of China, dem National Art Museum of China, dem Shanghai Museum sowie dem Guangdong Museum of Art letzte Woche Gäste der Staatlichen Museen zu Berlin waren, begrüßen wir sie nun in Dresden. Der diesjährige Austausch widmet sich den Schwerpunkten „Kuratieren, Präsentieren und Vermitteln“. Für die gemeinsame Zeit vom 18. bis zum 25. Oktober 2015 wurde ein vielfältiges Programm, bestehend aus zahlreichen Workshops, Gesprächen in den Abteilungen der SKD, Ausstellungs- und Galeriebesuchen sowie einem Ausflug zu den Kollegen des GRASSI Museums in Leipzig, vorbereitet.

Prof. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, führt die Kollegen aus China durch das Historische Grüne Gewölbe; Foto: Dirk Weber © SKD

Prof. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, führt die Kollegen aus China durch das Historische Grüne Gewölbe; Foto: Dirk Weber © SKD

Nach ihrer Ankunft am Sonntagnachmittag konnten die Teilnehmer auf einem Stadtrundgang einen ersten Eindruck von Dresden gewinnen, bevor wir sie am Montag näher mit dem Alltag unseres Hauses bekanntmachten. Ein Highlight des ersten Tages war hierbei der von Dirk Syndram geführte Rundgang durch das Residenzschloss. Dabei konnten unsere chinesischen Besucher sichtlich spannende Einblicke in die Ausstellungen des Historischen und Neuen Grünen Gewölbes, der Türckischen Cammer, des Riesensaals und des Münzkabinetts erlangen.

Eine Woche voller interessanter Begegnungen liegt vor uns, die wir im Nachgang an dieser Stelle gern teilen werden.

…und eine Pause zwischendurch; Foto: Dirk Weber © SKD

…und eine Pause zwischendurch; Foto: Dirk Weber © SKD

Gemeinsam in der Rüstkammer im Riesensaal des Residenzschlosses; Foto: Dirk Weber © SKD

Gemeinsam in der Rüstkammer im Riesensaal des Residenzschlosses; Foto: Dirk Weber © SKD

Resümee und Ausblick

Mittwoch, 07. November 2012

Dank der perfekten Organisation durch die Mitarbeiter des NMC war es möglich, innerhalb von nur drei Wochen einen guten Einblick in die aktuelle Museumslandschaft und das gegenwärtige Kunstschaffen Chinas zu gewinnen. Es konnten viele Kontakte geknüpft werden, auf deren Pflege und Vertiefung es nun ankommen wird, um diese in gemeinsame Projekte münden zu lassen. Erste Gespräche zu möglichen Kooperationen wurden bereits geführt. Vereinbart wurde der Austausch wissenschaftlicher Anfragen, etwa zum Bestand chinesischer Malerei im Kupferstich-Kabinett. Von Seiten der Ethnographischen Sammlungen wurden Kooperationen bei der Bearbeitung der sächsischen China-Bestände, insbesondere der umfangreichen Fotosammlungen sowie der zwar kleinen, jedoch aufgrund früher Akquise recht bedeutenden Minoritäten-Sammlungen angesprochen.

Auch von chinesischer Seite wurden Wünsche an uns herangetragen, so in Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Bearbeitung von Sammlungen zur Kunst Zentral- und Westafrikas, mit der sich das NMC in den vergangenen 10 Jahren ein neues Sammelgebiet erschloss. Die Mitarbeiter des National Art Museum of China (NAMOC) signalisierten ihrerseits Interesse an künftigen Kooperationen und sandten uns umgehend die jüngsten Publikationen ihres Hauses für die Ethnographischen Bibliotheken, die bereits  vor unserer eigenen Rückkehr in Dresden eintrafen.
Für die Teilnehmer des Austauschprogramms war es nicht nur eine in fachlicher Hinsicht ausgesprochen anregende Reise, sondern auch eine Möglichkeit zu vielfältigen Begegnungen mit den Kollegen in China ebenso wie mit den Mitreisenden aus Berlin und München, die uns sehr viel Freude bereitet hat.

Blick aus dem Fenster des Vortragsraum im National Museum of China auf den Eingang zur Verbotenen Stadt und das wohl weltberühmte dort angebrachte Mao-Portrait

 

Fotos: Julia Fabritius, sofern nicht anders vermerkt.

In Shanghai unterwegs

Mittwoch, 07. November 2012

Skyline des Hochhausviertels Pudong in Shanghai

In Shanghai besichtigten wir das Shanghai-Museum mit seinen berühmten Sammlungen, darunter antike Bronzen, Keramiken und Porzellane, Jadeobjekte, chinesische Malerei und eine sehr anspruchsvoll gestaltete Ausstellung zur Kunst der Minoritäten Chinas. Leider stand uns hier nur sehr wenig Zeit zur Verfügung – gebraucht hätten wir allein für dieses Museum mindestens drei Tage. So war es schade, dass die Zeit ein Zusammentreffen mit den zuständigen Kuratoren und Restauratoren der mit großer Fachkenntnis bearbeiteten Bestände nicht mehr erlaubte. Weitere Programmpunkte waren das Shanghai Museum of Contemporary Art, das Minsheng Art Museum, die in einem verwinkelten Galerienviertel gelegene ShangART Gallery und – auf besonderen Wunsch der Ethnologen – der Jadebuddhatempel.

Fassade des Shanghai Art Museums, das in Kürze auf das ehemals für die EXPO Shanghai genutzte Gelände umziehen wird.

 

Der Jadebuddhatempel

Unter den zahlreichen Programmpunkten gab es auch Skurilles: z. B. ein ‘Museum’ für Kunsthandwerk, in dem alle Objekte zum Verkauf stehen und in dessen Keller die verschiedenen Kunsthandwerker ihre Produktionsstätten haben. Besonderes Highlight für uns Dresdner: ein gesticktes Riesenbild der Sixtinischen Madonna von 1956, das 1957 in Leipzig auf einer internationalen Ausstellung gezeigt wurde.

Heimatgefühle vor dem Stickbild der Sixtinischen Madonna im Arts & Crafts Museum

Xi’an

Freitag, 26. Oktober 2012

Im Anschluss an den 14-tägigen Aufenthalt in Peking fuhren wir für drei Tage nach Xi’an, wo wir uns mit der Terrakotta-Armee von Shi Huang, des 1. Kaisers aus der Qin-Dynastie (221 – 206 v. Chr.) und der Grabwächterarmee des Kaisers Jing der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) zwei der berühmtesten archäologischen Stätten des Landes mit angeschlossenen Museen ansehen konnten. Nach einem Besuch des Shaanxi History Museums, in dem uns besonders die farbigen Fresken aus Tang-zeitlichen Grabanlagen der Umgebung Xi’ans beeindruckten, ging es bereits weiter zur letzten Station unseres Aufenthalts – nach Shanghai, der schon architektonisch aufsehenerregenden Metropole am Ostchinesischen Meer.

Soldaten der Terrakotta-Armee von Kaiser Shi Huang

Die größte der Ausgrabungsstätten am Fundort der Terrakotta-Armee von Kaiser Shi Huang

Die sog. „Big Wild Goose“ Pagode in Xi’an

Der Trommelturm von Xi’an

Auf Entdeckungsreise in Peking

Mittwoch, 24. Oktober 2012

In Peking besichtigten wir auch das National Art Museum of China (NAMOC), das Capital Museum, das privat geführte Red Sandalwood Museum, waren zu Gast im Goethe-Institut und hatten Gelegenheit, in verschiedenen Museen (z. B. dem der Kunsthochschule, der Central Academy of Fine Arts (CAFA) angeschlossenen Museum und dem Beijing Today Museum) und Galerien einen Einblick in das zeitgenössische chinesischen Kunstschaffen zu gewinnen, das eine enorme Bandbreite an Themen und Reflexionsfeldern, vielfach zugleich ein durchaus kritisches Potential bot.
Neben den „offiziellen“ Programmpunkten hatte das NMC zahlreiche Besichtigungen weiterer kultureller und architektonischer „Highlights“ in und um Peking für uns organisiert und ermöglichte uns damit, Orte inner- und außerhalb des Stadtkerns kennen zu lernen. Die Verbotene Stadt hat ihrem Namen alle Ehre gemacht als wir in der Schlange am Ticketschalter standen: Die Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel war dort zu Gast und für über eine Stunde gab es keinen Einlass für Touristen in die ehemals kaiserliche Palastanlage.

Massentourismus in der Verbotenen Stadt

 

Wir haben außerdem Teile der Altstadt mit den traditionellen Hutongs gesehen, sind auf die Große Mauer „geklettert“, wie man im Chinesischen sagt, haben den Sommerpalast am Kunming-See besucht, waren auf dem ehemaligen Olympiagelände und haben den Himmelstempel mit dazugehörigem Park besichtigt – ein Ort, an dem auch die Bewohner Pekings gern ihre Freizeit verbringen. Zu guter Letzt durfte auch ein Besuch einer Aufführung der Peking-Oper nicht fehlen – ein schönes, für europäische Ohren aber doch gewöhnungsbedürftiges Klangerlebnis.

Sonntagsausflug zum Himmelstempel

 

 

Pekinger Wochenendvergnügen: Karten- und Mahjong-Spieler im Park des Himmelstempels

Unterwegs in China – Das Kulturaustauschprogramm unser Resümee

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Als Teil eines Kulturaustauschprogramms mit dem National Museum of China (NMC), Peking haben 11 Volontäre und wissenschaftliche Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, den Staatlichen Museen zu Berlin und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München Peking, Xi’an und Shanghai, China bereist.

Gruppenfoto mit dem Generaldirektor des National Museums of China, Lu Zhangshen (Mitte) und Huang Zhenchun, Parteisekretär und stellvertretender Direktor (4. von links) Foto: Ma, Tengfei

Julia Fabritius, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschung & Wissenschaftliche Kooperation und Petra Martin, Kustodin für die Südostasien-Sammlungen berichten nun abschließend in einer fünfteiligen Serie von ihren Erlebnissen und Eindrücken.

Auf nach China – Start des Kulturaustauschprogramms

Dienstag, 28. August 2012

Im Rahmen des Kulturaustauschprogramms mit dem National Museum of China (NMC), das 2010 von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, den Staatlichen Museen zu Berlin und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München ins Leben gerufen wurde, erfolgt nun der erste Gegenbesuch der deutschen Institutionen. Zwischen dem 25. August und 15. September reisen 11 Volontäre und wissenschaftliche Mitarbeiter der deutschen Partner nach China und besuchen Peking, Xi’an und Shanghai.

Aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nehmen vier Mitarbeiter teil: Petra Kuhlmann-Hodick, Oberkonservatorin im Kupferstich-Kabinett, Julia Fabritius, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschung & Wissenschaftliche Kooperation, Dietmar Grundmann, Kustos für Südostasien und Ostasien in den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und Petra Martin, Kustodin für die Südostasien-Sammlungen ebenfalls in Staatlichen Ethnographischen Sammlungen.

Vor der Abreise packten Petra Kuhlmann-Hodick und Julia Fabritius noch die Gastgeschenke ein: ausgewählte Kataloge, Schokolade, aber auch die beiden Engelchen der von Raffaels Sixtinischer Madonna werden mit nach China reisen.

Inzwischen sind alle vier Kollegen in Peking angekommen und hatten bereits die Gelegenheit dem Himmelstempel im Süden der Stadt zu besichtigen. Die Anlage wurde 1420 von Kaiser Yongle errichtet, brannte 1889 ab, wurde 1890 neu aufgebaut und ist nun ein Wahrzeichen Pekings.

An dieser Stelle berichten wir regelmäßig über die Erfahrungen unserer Kollegen im Reich der Mitte und wünschen ihnen schon jetzt eine gute Reise und tolle Erfahrungen!