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Schritt für Schritt zur alten Schönheit – Step-by-step: revealing original resplendence – خطوة بخطوة نحو الجمال القديم

Mittwoch, 15. April 2015


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Herzlich Willkommen zu unserer neuen Blog-Reihe, in der wir über die Restaurierungsarbeiten des Dresdner Damaskuszimmers berichten.

Zu Beginn der Arbeiten waren alle einhundert Bauteile des Zimmers in ihrem Bestand gefährdet. Die plastisch erhabenen Reliefverzierungen und die aufwändigen Bemalungen hatten ihre Verbindung zum Holzuntergrund verloren und drohten großflächig abzufallen. Deshalb stand am Beginn des Restaurierungsprojekts die sorgfältige Konsolidierung der originalen Farbschichten.

Abblätterende Farbschichten © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2014

Abblätterende Farbschichten

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2014

Roja Zaroodi beim Festigen der Bemalung © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2014

Roja Zaroodi beim Festigen der Bemalung

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2014

Während der Konsolidierung der Farbschichten © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2014

Während der Konsolidierung der Farbschichten

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2014

Nach der Festigung der gelockerten Bemalung werden Leim- und Harzüberzüge abgenommen, die 1899 für den Verkauf des Zimmers nach Deutschland zum Auffrischen der Farben aufgetragen wurden. Diese ursprünglich transparenten Überzüge haben sich durch Alterungsprozesse braun verfärbt und entwickeln Spannungen, die zu Beschädigungen der darunterliegenden Originalfarben führen. Nach der Abnahme dieser späteren Schichten sind nun erstmals seit 100 Jahren wieder die leuchtenden Originalfarben sichtbar.

Während der Abnahme von Leim- und Firnisschichten © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Während der Abnahme von Leim- und Firnisschichten

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Während der Abnahme von Leim- und Firnisschichten © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Während der Abnahme von Leim- und Firnisschichten

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Kleine, weiß hervorblitzende Fehlstellen werden mit Aquarellfarbe eingetönt, um der kunstvollen Gesamtkomposition wieder ihre ursprüngliche Wirkung zurückzugeben. Dabei wird nicht jeder Schaden unsichtbar gemacht, sondern nur die besonders ins Auge fallenden Fehlstellen farblich integriert. Das Zimmer soll mit den Spuren seiner Geschichte als gealtertes Kunstwerk erfahrbar bleiben.

Restauratorin Karoline Friedrich während der Retusche © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Restauratorin Karoline Friedrich während der Retusche

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Detail eines Wandpaneels während der Retusche © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Detail eines Wandpaneels während der Retusche

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Hier besteht die Möglichkeit, den Fortgang der Restaurierungsarbeiten kontinuierlich zu verfolgen. Das Museum bietet spezielle Führungen mit Rundgängen durch die „Schauwerkstatt“ der Restauratoren an. Anmeldung beim Besucherservice erforderlich; maximale Teilnehmeranzahl: 15 Personen. Für mehr Informationen zu den Führungen bitte hier klicken.

Autorin: Dr. Anke Scharrahs, freie Restauratorin

Damaskuszimmer:Ein schlafender Schatz erwacht-Damascus Room:Awakening of a slumbering treasure-الغرفةالدمشقية:إيقاظ الكنزالنائم

Donnerstag, 02. April 2015


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In der neuen Blog-Reihe zeigen wir Euch, wie das Dresdner Damaskuszimmer restauriert wird – und so die volle Schönheit wiederkehrt.

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits einige Teile des Dresdner Damaskuszimmers in halb restauriertem Zustand der Öffentlichkeit präsentiert wurden, wird nun dank der Unterstützung durch die Museum and Research Foundation im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprogramms Europa/Welt in großen Schritten an der vollständigen Restaurierung des Zimmers gearbeitet. Farbenfrohe Malereien lagen mehr als 100 Jahre unter verbräunten Leim- und Firnisschichten verborgen. Diese werden nach der sorgfältigen Konservierung wieder freigelegt und erlauben einen Einblick in die Lebenswelt einer Damaszener Familie im frühen 19. Jahrhundert.

Ausschnitt einer Wandvertäfelung während der Abnahme von Leim- und Firnisüberzügen © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Ausschnitt einer Wandvertäfelung während der Abnahme von Leim- und Firnisüberzügen

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015


Das Damaskuszimmer besteht aus einer prächtig bemalten Wand- und Deckenvertäfelung, die einst einen Empfangsraum für Gäste in einem Wohnhaus in Damaskus schmückte (datiert 1225 in islamischer Zeitrechnung, entspricht 1810-11 christlicher Zeitrechnung). Der Name der Familie ist nicht bekannt, aber auf Grund der überdurchschnittlich reichen Verzierung und des Inhalts der kalligraphischen Inschriften war der Bauherr vermutlich ein vermögender Kaufmann.

Auf der letzten Inschriftentafel des Gedichts in goldener Kalligrafie befindet sich unten links das Datum١٢٢٥ (1225). Die Inschrift enthält die Anfangsverse der qasida al-munfarija, die dem berühmten Dichter al-Ghazali zugeschrieben werden. © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2007

Auf der letzten Inschriftentafel des Gedichts in goldener Kalligrafie befindet sich unten links das Datum١٢٢٥ (1225). Die Inschrift enthält die Anfangsverse der qasida al-munfarija, die dem berühmten Dichter al-Ghazali zugeschrieben werden.

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2007

1997 wurden die einhundert Einzelteile aus dem Depot des Museums für Völkerkunde geholt, um die Restaurierung und den Wiederaufbau als Raumensemble in Angriff zu nehmen. Nur wenige Museen weltweit besitzen eine solche authentische Raumkreation aus dem Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches. Zu Beginn war nicht bekannt, wie die bemalten Einzelteile zusammengehören. Ulrike Siegel und Antje Werner, zwei Architekturstudentinnen von der Technischen Universität Dresden, haben sich 1997 des Riesenpuzzles angenommen. Mit Hilfe von Holzverbindungen, Ornamentübereinstimmungen, Nagellöchern und eines rückseitigen Nummerncodes konnte der Bauplan des Zimmers rekonstruiert werden. Seit Februar 1998 veranschaulicht ein Architekturmodell im Maßstab 1:10 die Dimensionen und den Aufbau des Zimmers. Die Grundfläche beträgt 4 m x 5,50 m, die Raumhöhe ist 5,40 m. Wichtigster Teil des Empfangsraums für Gäste ist die erhöhte Plattform, die als große Sitzfläche diente und deshalb mit einem Teppich, Kissen und weiteren kostbaren Textilien prächtig ausgestattet war. Hier nahmen die Gäste Platz, konnten die fantasievollen Malereien bewundern und genossen die Gastfreundschaft der Familie.

Teile des Damaskuszimmers 1997 © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Eva Winkler

Teile des Damaskuszimmers 1997

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Eva Winkler

Architekturmodell von Ulrike Siegel und Antje Werner, 1998 © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2001

Architekturmodell von Ulrike Siegel und Antje Werner, 1998

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2001

Hier habt Ihr die Möglichkeit, den Fortgang der Restaurierungsarbeiten kontinuierlich zu verfolgen. Das Museum bietet spezielle Führungen mit Rundgängen durch die „Schauwerkstatt“ der Restauratoren an. Die nächste Führung findet am Donnerstag den 30.April 2015 um 15:00 Uhr statt. Anmeldung beim Besucherservice erforderlich; maximale Teilnehmeranzahl: 15 Personen. Für mehr Informationen zu den Führungen bitte hier klicken.

Autorin: Dr. Anke Scharrahs, freie Restauratorin

Die Ankunft der Leihgaben

Mittwoch, 16. Mai 2012

Eine Ausstellung wird oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Museen konzipiert. Dabei werden verschiedene Leihgaben in die Ausstellung integriert. Zu den Kunstwerken, die dem ausstellenden Museum gehören, gesellen sich Werke aus aller Welt. So auch bei der Ausstellung Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500. Die Leihgaben kommen u.a. aus den Ländern Lettland, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und England. Außerdem werden auch viele Exponate aus Deutschland zu sehen sein.

Der Transport einer Leihgabe ist nicht einfach und kann nur unter höchsten Sicherungsbestimmungen vonstatten gehen. Ist die Leihgabe beispielsweise ein Gemälde, so wird es unter optimalen technisch-physikalischen Bedingungen in einer klimatisierten Kiste verpackt. Das Exponat wird von ausgebildeten Fachkräften in die Ausstellung transportiert. Im Museum angekommen, bleibt das Gemälde zunächst für 24 Stunden in der Kiste. Einen Tag später wird das Gemälde von den Ausstellungstechnikern aus der Kiste auf einen Tisch oder eine große Staffelei befördert. Um sicher zu gehen, dass die Leihgabe bei dem Transport keine Schäden erlitten hat, wird das Bild gründlich untersucht und mit der bereits bestehenden Dokumentation zur Leihgabe abgeglichen. Diese setzt sich aus fotografischen Aufzeichnungen und Notizen zu möglicherweise bereits vorhandenen Beschädigungen des Bildes zusammen. All das geschieht im Beisein des Kuriers, der das Bild während des Transportes, dem Entpacken und der Hängung begleitet.