Jetzt bewerben: „Provenance Research Exchange Program (PREP)“ 2018

Bis zum 15. September 2017 können sich qualifizierte Interessentinnen und Interessenten für das „Provenance Research Exchange Program (PREP)“ 2018 bewerben.

PREP wird erstmals Museumsfachleute aus Deutschland und den USA, die mit Provenienzforschung und der Erforschung des nationalsozialistischen Kunstraubs befasst sind, für einen dreijährigen systematischen Austausch zusammenführen. Das Programm soll in beiden Ländern dazu beitragen, die Methoden und Kompetenzen der Provenienzforschung zu erweitern und somit die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu unterstützen. Zudem wird das Programm den Rahmen der NS-Provenienzforschung für die NS-Zeit, die sich bisher vorrangig auf Gemälde, Skulpturen und Judaika konzentriert, erweitern und verstärkt asiatische Kunst, Kunstgewerbe sowie Grafik/Arbeiten auf Papier einbeziehen.

Zentrales Anliegen des Projekts ist die Vernetzung der mit Provenienzforschung
befassten verschiedenen Berufsgruppen an Museen und Forschungseinrichtungen,
allen voran der Wissenschaftler/Kustoden in den Museen und der Provenienzforscher. Einbezogen werden auch Archivare, Juristen sowie Spezialisten der digital humanities, also Berufsgruppen, die Provenienzforschung vor Ort in Archiven und Forschungseinrichtungen ermöglichen und unterstützen sowie als Multiplikatoren eine wichtige Rolle spielen. Doktoranden und Volontäre an Museen sind ebenfalls eingeladen
am Austauschprogramm teilzunehmen.

Das PREP soll ein inspirierendes Forum für ein kommendes professionelles Netzwerk bieten: Die Teilnehmer werden jeweils vor Ort verfügbare Quellen, Ressourcen und lokale Experten kennenlernen und erhalten die Möglichkeit, sich zu ihren Forschungsthemen auszutauschen. Ziel des Pro-gramms soll es sein, gemeinsame Forschungsthemen, -desiderate und -ressourcen zu identifizieren ebenso wie verschiedene Methoden und Technologien in den USA und Deutschland kennenzulernen, um so künftige gemeinsame Projekte zu entwickeln und die Ausbildung der nächsten Generati-on von Museumsfachleuten zu befördern. Das PREP wird die Entwicklung einer gemeinsamen Forschungsplattform fördern und einen deutsch-amerikanischen Leitfaden zur Provenienzforschung zum NS-Kunstraub erarbeiten, um die Forschung zu den Kulturgutverlusten zu unterstützen und in beiden Ländern zum Auffinden geraubter Kunstwerke beizutragen.

Die Federführung des Programms haben die Smithsonian Institution, Washington D.C. und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Staatliche Museen zu Berlin. Weitere Partner sind das Metropolitan Museum of Art, New York, das Getty Research Institute, Los Angeles, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) wirkt in beratender Funktion mit.

Diese Partner werden in den Jahren 2017 bis 2019 in ihrer jeweiligen Stadt ein einwöchiges Treffen mit Workshops, Besichtigungen und öffentlichen Veranstaltungen ausrichten (New York – Berlin in 2017; Los Angeles – München in 2018; Washington, D.C. – Dresden in 2019). An jeder Station wird PREP eine öffentliche Veranstaltung anbieten, um über die Provenienzforschung an deutschen und amerikanischen Museen zu informieren

Informationen zum Programm, zu den Bewerbungsvoraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren findet ihr hier:

PREP Call for Applications 2018

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23.06. – Annegret Lembcke: Die Ikattechnik in Aleppo

Das Ikat ist eine textile Webtechnik, bei der Kett- und/oder Schussfäden in Vorbereitung auf das Weben abgebunden und gefärbt werden, sodass unscharfe Kanten entstehen. Bei diesem Reservemusterungsverfahren werden Garnstränge (Kett- und/oder Schussfäden) aufgespannt und mustermäßig abgebunden, wobei nur die nicht abgebundenen Stellen gefärbt werden. Das Verfahren ist arbeitsintensiv, komplex in der Konstruktion und der Verbindung der einzelnen aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte und erfordert handwerkliche Perfektion, um am Ende ein einzigartiges Gewebe zu erhalten.

Ikatgewebe, 100% Seide, Kettikat, handgefärbt und handgewebt in Aleppo, Syrien, 450 x 88 cm

Das Textilhandwerk in Aleppo geht seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Aufkommen von importierten, westlich orientierten sowie industriell gefertigten Textilien immer stärker zurück.

Morgenmantel, 100% Seide, Kettikat, handgefärbt und handgewebt in Aleppo, Syrien

Mit ihrem Projekt beabsichtigte Annegret Lembcke die Verfolgung von zwei Zielen: zum einen wollte die junge Designerin auf das Kulturgut Textil in Aleppo aufmerksam machen und zum anderen mit der Produktion zweier Ikats in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Handwerkern die Machbarkeit beispielhaft vor Augen führen.

Badetuch, 100% Baumwolle, Kettikat, handgefärbt und handgewebt in Aleppo, Syrien

Als Ausgangspunkt diente das Buch Die Ikattechnik in Aleppo von Reinhard-Johannes Moser (1974), das sich als reiche Quelle zum Erlernen der Technik erwies. Bis zu Annegret Lembckes Projekt war kein Ikatteur mehr in Aleppo tätig. Die Tragik, dass diese Aufbauarbeit nun aufgrund des verheerenden Bürgerkrieges in Syrien in Schutt und Asche liegt und der Gedanke an Normalität weit entfernt scheint, sollte keinesfalls dazu führen, das bereits Entstandene wieder hinter sich zu lassen.

Ikatgewebe, 100% Baumwolle, Kettikat, handgefärbt und handgewebt in Aleppo, Syrien

Weitere Links:

http://www.annegreat.de/ikat.html

https://www.giz.de/de/html/index.html

http://www.burg-halle.de/design/conceptual-fashion-design/conceptual-textile-design/international/

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Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Textildesign – vom Experiment zur Serie
Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Schloss Pillnitz, Wasserpalais
1. Juli 2017 bis 1. November 2017

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6-tägige Trickfilm-Werkstatt

Wie wird eine Puppentrickfigur zum Leben erweckt und wie kann sie Geschichten erzählen? Was macht ein Szenenbild aus und welche Rolle spielt dabei das Licht? Was muss ich bei der Gestaltung einer Figur beachten, um ihr Wesen deutlich zu machen?

6-tägige Trickfilm-Werkstatt
im Museum für Sächsische Volkskunst
vom 26. Juni bis 1. Juli 2017

von 10 bis 17 Uhr /von 10-99 Jahren

Wir entwickeln eine Filmgeschichte, entwerfen und bauen Figuren und Szenenbilder und machen jede Menge Animationsübungen. Wir entwickeln ein Lichtkonzept und ergänzen Tonaufnahmen (Sprache, Musik, Geräusche) und Drehen am Ende unseren eigenen Trickfilm.

Am Sonntag, den 2. Juli präsentieren wir von 14- 16 Uhr im Museum für Sächsische Volkskunst der Öffentlichkeit unsere Ergebnisse!

Geleitet wird die Trickfilm-Werkstatt von Martina Großer (Puppengestalterin und Szenenbildnerin) und Rolf Hofmann (Regisseur und Kameramann).
Materialkosten: 30 € pro Person

Anmeldung und Fragen unter:
T +49 (0)351 49 14 2000 oder besucherservice@skd.museum

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Julia Kortus: Material Bienenwachs

In ihrer Masterarbeit machte Julia Kortus auf ein natürliches Material und altbewährten Rohstoff aufmerksam: das Bienenwachs. In dem sie es einer neuen Verwendung außerhalb der traditionellen Nutzung zuführt, schafft sie die Voraussetzung für eine neue Wertschätzung des Bienenwachses. Geleitet von dieser Idee, begab sie sich zunächst in die Welt der Bienen und deckte deren vielfältige Bedeutungs- und Rezeptionsebenen auf, dabei stets der Entschlüsselung von Polemik und Halbwahrheiten auf der Spur.

Photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichtetes Gestrick (40x40cm)

Photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichtetes Gestrick (40x40cm)

Über die Auseinandersetzung mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung von Bienen, ihre Nutzung durch den Menschen und der Schädigungen durch Umwelt und Mensch kam sie zum Material Bienenwachs. Von dessen naturgegebenen Farbnuancen ließ sich die jungen Designerin inspirieren und experimentierte die Verwendung des Bienenwachses in Kombination mit diversen ungefärbten, harmonisierenden Naturmaterialien wie Baumwolle oder Papier.

Photo credit: Armen Asratyan; Drehergewebe mit Bienenwachs  (100x280cm)

Photo credit: Armen Asratyan; Drehergewebe mit Bienenwachs (100x280cm)

Der Duft, die Haptik, der Gedanke an Licht und die dadurch implizierte Wärme, nicht zuletzt die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten ließen bei der Designerin den unbedingten Wunsch zur Anwendung im textilen Kontext aufkommen. Der Aspekt, die Materialien zu trennen und die einzelnen Komponenten wiederzugewinnen, um sie erneut in anderer Form zu nutzen, trat dabei in den Vordergrund. Feine Baumwollgewebe, handgearbeitete Gestricke und Drehergewebe sowie Papiere und geknotete Netze wurden in Bienenwachs getaucht oder mit diesem beschichtet.

photo credit: Armen Asratyan; getauchtes Gestrick (100x280cm)

photo credit: Armen Asratyan; getauchtes Gestrick (100x280cm)

In Folge der Masterarbeit gab es bis heute mehrere Kooperationen zur Verwendung des Bienenwachses als Material in verschiedenen Anwendungsbereichen. Darunter im Rahmen eines Projekt einer Innenarchitektin für ein Raumkonzept und eine kürzlich angelaufene Kooperation mit einer Modedesignerin. Noch immer werden die benötigten Teile dafür von Julia Kortus in Einzelanfertigung und Handarbeit produziert.

photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichteter Ausbrenner  (150x280cm)

photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichteter Ausbrenner (150x280cm)

Weitere Links:

www.juliakortus.de

Kurzbio Julia Kortus

2006 Studium an der HfBK Hamburg (Design/Textil) | 2008 Studium Textildesign an der Burg Giebichenstein | seit 2013 selbstständig | 2014 M.A. Conceptual Textile Design | 2014 auf div. Messen vertreten Möbelmesse Mailand, DutchDesignWeek | seit 2014 Mitarbeiterin in Forschungsprojekten des Textildesigns Burg Giebichenstein & Lehrbeauftragte für Stricktechnologie.

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Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Textildesign – vom Experiment zur Serie
Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Schloss Pillnitz, Wasserpalais
1. Juli 2017 bis 1. November 2017

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Susanne Stern: Organic prints

Textilien bedrucken, ganz natürlich und schadstofffrei – das war das Ziel der Masterarbeit von Susanne Stern. Dabei wurde ein Verfahren mit den dazu notwendigen Druckpasten entwickelt, das es möglich machte auf Basis von Naturfarbstoffen im Handsiebdruck Seide und Baumwolle zu bedrucken. Das Ergebnis war eine erstaunlich breite Farbpalette mit guten Echtheiten.

Auszug aus dem Musterfärbebuch, Fotonachweis: Susanne Stern

Auszug aus dem Musterfärbebuch, Fotonachweis: Susanne Stern

In dem aus der Masterarbeit hervorgegangenen Forschungsprojekt ging es in Folge darum, eine geschlossene Wertschöpfungskette zu erzielen: Zunächst wurden die entwickelten Druckpasten in Zusammenarbeit mit Industriepartnern vom Handsiebdruck in eine industrielle Produktion übersetzt.  Die entwickelten Verfahren wurden genutzt um eine Stoffkollektion zu entwerfen – diese Stoffe sind die Basis für eine Modekollektion.

Beizdrucke auf pflanzengefärbter Seide, Farbunterschiede durch Überlagerung verschiedener Beizen, 100% Seide, 80 x 71 cm und 113 x 102 cm, Fotonachweis: Thomas Ablard

Zu den Industriepartnern des Projektes „Organic Prints“ zählten das Textildruckunternehmen KBC Fashion in Lörrach, das Versandhaus Hess Natur Textilien und der Naturfarbstoff-Extrakthersteller NIG Nahrungsingenieurtechnik.

Susanne Stern, Cochenille Stoff, Fotonachweis: Thomas Ablard

Susanne Stern, Cochenille Stoff, Fotonachweis: Thomas Ablard

In der hochschuleigenen Textilwerkstatt wurde an unterschiedlichen Parametern geforscht und Testreihen durchgeführt. Das Textildruckunternehmen KBC Fashion in Lörrach führt industrielle Testreihen mit den erarbeiteten Ergebnissen durch und soll am Ende eine Stoffkollektion produzieren. Diese soll von Hess Natur Textilien für eine Modekollektion eingesetzt. Begleitend zur Kollektion sollen außerdem zwei Farbfächer – einer für proteinische, einer für zellulosische Fasern – entstehen, die es auch anderen Nutzern ermöglichen soll, nach Abschluss des Projektes mit den Druckpasten zu arbeiten. (Quelle: burg-halle.com)

Susanne Stern, Bluse mit Krappdruck von Naturfarbstoff, Fotonachweis: Susanne Stern

Susanne Stern, Bluse mit Krappdruck von Naturfarbstoff, Fotonachweis: Susanne Stern

Weitere Links:

Burg Giebichenstein – Forschungsprojekt: http://www.burg-halle.de/design/conceptual-fashion-design/conceptual-textile-design/forschung/

Hess Natur Textilien: www.hessnatur.com/de/
KBC Fashion: www.kbc.de
NIG Nahrungsingenieurtechnik: http://www.nig-magdeburg.de/

Fachagentur nachwachsender Rohstoffe e.V.: www.fnr.de

Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Textildesign – vom Experiment zur Serie
Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Schloss Pillnitz, Wasserpalais
1. Juli 2017 bis 1. November 2017

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Lara Wernert: Hotpot – Ein fragmentarischer Reisebericht

Textildesign – vom Experiment zur Serie

Ausstellung des Kunstgewerbemuseums
in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Schloss Pillnitz, Wasserpalais
1. Juli 2017 bis 1. November 2017

 

Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir ab dem 02.06.2017 die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Heute: Lara Wernert: Hotpot – Ein fragmentarischer Reisebericht

Nadelfilzflächen aus Wollresten industrieller Produktion, 100% Wolle, rechts 85 x 100 cm, links 72 x 134 cm (aus dem Projekt: Hotpot – Ein fragmentarischer Reisebericht)

Nadelfilzflächen aus Wollresten industrieller Produktion, 100% Wolle, rechts 85 x 100 cm, links 72 x 134 cm (aus dem Projekt: Hotpot – Ein fragmentarischer Reisebericht)

Mit ihrem Projekt Hotpot – Ein fragmentarischer Reisebericht experimentierte die Designerin Lara Wernert zunächst mit der Weiterverarbeitung von wollenen Webkanten, einem Abfallprodukt der Textilindustrie, zu eigenständigen Textilien. Aus einer ideellen Auseinandersetzung mit dem Konsumverhalten und materiellen Überfluss im 21. Jahrhundert resultierte im Jahr 2015, gemeinsam mit Tina Wendler, die Gründung der Teppichmanufaktur 13rugs. Die Manufaktur widmet sich als Tochterfirma des traditionsreichen Unternehmens rohi nach wie vor der nachhaltigen Produktion von hochwertigen und individuellen Teppichunikaten.

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Im Kontext des heutigen Konsumverhaltens und des materiellen Überflusses setzen die Fragen, ob Design als Konsumprodukt überhaupt konsumkritisch sein kann und ob es einen Zusammenhang zwischen emotionaler Überforderung (Stress) und materiellen Überfluss gibt, theoretische Ausgangspunkte für die Untersuchung, die von Lara Wernert in Hong-Kong durchgeführt wurde. Ein kreativer Ansatz war der Gedanke des Resteessens, d.h. aus essbaren Überresten schmackhafte Gerichte zu kreieren. In Hongkong beobachtete sie die hotpot Esskultur, bei der aus kleinsten Zutaten ein großes Mahl wird. Davon inspiriert und gleichzeitig schockiert von dem Umgang mit den Massen an Produktionsresten der textilen Ketten, entstand der Wunsch bei Lara Wernert, diesem Zustand entgegenzuwirken. Die Verwertung von Resten rückt ins Zentrum der praktischen Arbeit – etwas Gutes aus Abfallmaterial zu erzeugen – gut als etwas, das schön gestaltet und wieder in den Kreislauf eingefügt werden kann.

 

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Die Wahl fiel auf wollene Webkanten, die im industriellen Prozess im Regelfall entsorgt oder für minderwertige Reißwollprodukte genutzt werden. Diese wurden im Rahmen des Projektes von Lara Wernert mittels der Technologie des Nadelfilzens aufgewertet. Die Vernadelung der Webkanten benötigt dabei kein Wasser, lediglich eine entsprechende Positionierung der Streifen und eine minimale Fixierung. Das Endprodukt bleibt ein Monomaterial aus 100% Wolle.

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

In der Gesamtauswertung der Erkenntnisse werden dabei Ideen des Upcyclings (Wiederverwertung, Aufwertung, Langlebigkeit) kritisch betrachtet und ein anderer Umgang mit Materialien aufgezeigt. Auf dieser Basis stellen sich die Kernfragen nach dem Einfluss gesellschaftlicher Parameter auf die Wahrnehmung und nach den Zukunftspotenzialen der Nutzung von Material, das eigentlich seinen Zweck erfüllt hat.
Ihre Vision fand sowohl unter Kolleginnen und Kollegen, als auch auf einem nachhaltig und ökologisch reflektierten Markt schnell anklang. Deshalb gründete die junge Designerin im Jahr 2015 mit Tina Wendler unter dem Dach von rohi das Subunternehmen 13rugs, das sich der Weiterentwicklung ihres mehrstufigen Filzverfahrens widmet und heute individuelle Objekte produziert, die nachhaltig und einzigartig sind. Die Vision, dass der nachhaltige Gestaltungsansatz in der Textilindustrie Anwendung finden könnte, ist durch die Zusammenarbeit mit rohi Realität geworden.
Jeder Teppich wird in kunstvoller Handarbeit aus den Webkanten der Wollweberei rohi zu faszinierenden Teppichunikaten verarbeitet: „Kunstwerken für den Boden. Durch ihre Wärme und Wertigkeit sind sie Oasen des Wohlfühlens und unterstreichen als spannender Akzent im Raum die Individualität ihres Besitzers.“ (13rugs.com)

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Teppich Milan_02, reine Schurwolle, 180 x 200cm, Nachweis: 13rugs.com

Lara Wernert

Die 1986 geborene Berlinerin studierte Modedesign an der HTW Berlin und Conceptual Textile Design an der Burg Giebichenstein in Halle. Ihre Arbeiten vereinen ruhige Bodenständigkeit mit kreativer Spontaneität und sind geprägt von nachhaltigen Designansätzen und der Vision geschlossener Textilkreisläufe in der Industrie. (13rugs.com)

Weitere Links:
http://www.13rugs.com/
https://www.facebook.com/lara.sohreh
http://www.sohreh-design.de/
https://www.youtube.com/watch?v=fXjO226V0Oc

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Textildesign – vom Experiment zur Serie

Ausstellung des Kunstgewerbemuseums

in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Schloss Pillnitz, Wasserpalais

1. Juli 2017 bis 1. November 2017

Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir Euch die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Im Mittelpunkt der Ausstellung »Textildesign heute – Vom Experiment zur Serie« stehen der Umgang mit dem Werkstoff Textil und dessen vielfältiger Gebrauch. In exemplarischen Arbeiten des Studiengangs Textil der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ebenso wie in Beispielen aus der industriellen Produktion vermittelt das Kunstgewerbemuseum einen umfassenden Überblick über Gestaltung und Verwendung von textilen Produkten: Das Panorama der ausgestellten Objekte erstreckt sich von innovativen und nachhaltig produzierten Stoffen aus recycelten Kunststoffen und natürlichen Rohstoffen über 3D-gedruckte Bekleidung und funktionsorientierte Smart Textiles. Künstlerisch-experimentelle Auseinandersetzungen mit Traditionen, anderen Kulturen oder Techniken bilden das Gerüst der methodischen Herangehensweisen, die zu wegweisenden Lösungen führen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

 

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Wissenschaftler auf Reisen – Magdalena Kozar in Japan

Magdalena Kozar ist Restauratorin in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zurzeit arbeitet sie an einem Restaurierungsprojekt zu Japanischen Imari Vasen mit Lackauflagen, die um 1700 in Arita hergestellt wurden. Diese außergewöhnliche Gruppe japanischen Porzellans ist Gegenstand eines großen Restaurierungsprojektes: Dank der großzügigen Unterstützung und Kompetenz des National Research Institute for Cultural Properties, Tokyo (TOBUNKEN) konnte die Restaurierung einer sogenannten Vogelbauervase ins Auge gefasst werden. Magdalena hat den Restaurierungsprozess für uns in Tokyo begleitet, um von den Spezialisten aus dem Ursprungsland der Vasen zu lernen.

Hier kommt Teil 1 des Berichts über ihre Erfahrungen rund um die Restaurierung in Tokyo.

ARITA

Bevor das Restaurierungsprojekt mit der Vogelbauervase in Tokyo begonnen hat, wollte ich die Stelle besuchen, wo diese besondere Vase vor 300 Jahren geschaffen wurde. Das Jahr 2016 war dafür eine einzigartige Gelegenheit. Im November 2016 hat nämlich die Stadt Arita das 400. Jubiläum der Porzellanproduktion gefeiert. Das war ein besonderer Anlass den Herstellungsort der Vogelbauervasen und vieler anderer Stücke aus der Porzellansammlung in Dresden zu besuchen.

In Arita, einer kleinen Stadt auf Kyushu, der südlichen Insel Japans, hat man den Eindruck dass die Zeit stehengeblieben ist. Durch das Porzellanfestival ist die Stadt für eine Woche etwas lebendig geworden. Aus Anlass dieses Jubiläums wurden in Arita viele Veranstaltungen organisiert und auf der ungefähr vier Kilometer langen „Porzellanstraße“ konnten die Besucher viele kleine Keramikgeschäfte und Manufakturen besuchen.

Die 400-jährige Tradition der Keramikherstellung ist stark mit dem Izumiyama Steinbruch verbunden, wo durch die Jahrhunderte der Hauptbestandteil des Porzellans – das Kaolin, abgebaut wurde. Wenn man heute die nahezu erschöpften Bestände sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass das vor ein paar hundert Jahren ein großer Berg war.

Viele interessante Stücke, unter anderem Porzellanobjekte mit Lackverzierungen die den Dresdener Objekten sehr ähnlich sind, kann man sich im Kyushu Keramikmuseum ansehen.

Wenn die Ahornblätter rot geworden sind, sieht das Porzellan aus Meissen im Garten des Museums besonders beeindruckend aus.

Die Reise nach Arita konnte aber nicht abgeschlossen werden, ohne einen interessanten Ort zu sehen, der sehr stark mit Dresden verbunden ist. Entfernt von der Stadt und von Bergen umgeben befindet sich der Porzellan-Park Arita, dessen größte Attraktion ein Japanischer Nachbau vom Dresdener Zwinger ist. Das merkwürdige Gebäude wurde in den 90er-Jahren als eine Hommage auf den leidenschaftlichen Arita-Porzellansammler August den Starken errichtet. Die etwas verkleinerte Kopie ist aber auf das Kronentor mit den beiden Langgalerien und die angrenzenden Pavillons begrenzt. Anstatt des lärmenden Postplatzes, kann man hier eine schöne friedliche Landschaft genießen. Im Japanischen Zwinger, genauso wie in Dresden, gibt es eine Porzellansammlung zu sehen.

In der Nähe vom Zwinger befindet sich ein traditioneller Brennofen, was eine gute Vorstellung gibt, auf welche Art und Weise die Vogelbauervasen gebrannt worden sind.

Auf dem Weg zum Zwinger findet man auch andere Akzente aus Deutschland –in der Mitte von Nirgendwo steht eine Miniatur vom Brandenburger Tor.

Ungefähr 15km entfernt von Arita liegt die Hafenstadt Imari, wo während der Edo-Zeit Porzellan verschifft wurde. Von dort aus sind bestimmt auch die Lackvasen nach Europa gekommen.

Aus Arita ging es weiter nach Tokyo, wo im National Research Institute for Cultural Properties Tokyo (Tobunken) die Vogelbauervase restauriert wird.

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Willkommen in der Restauratorenwerkstatt – ein Blick hinter die Kulissen | Welcome to the conservation lab – a view behind the scenes | مرحباً بكم في ورشة عمل الترميم – نظرة من خلف الكواليس


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Ein Prunkzimmer kehrt zurück - drei fertig restaurierte Wände des Damaskuszimmers sind erstmals seit dem Verkauf nach Deutschland 1899 in ihrer originalen Farbigkeit zu sehen

Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Blog-Reihe zu den Restaurierungsarbeiten des Dresdner Damaskuszimmers fort

Nach drei Jahren intensiver Arbeit eines deutsch-syrischen Restauratorenteams ist es endlich soweit: Drei Wände und die Decke des Damaskuszimmers sind dank der großzügigen Unterstützung durch die Museum and Research Foundation GmbH und die Gerda Henkel Stiftung fertig restauriert! Die filigranen Malereien, feinen Vergoldungen und opulenten Farben lagen jahrzehntelang unter dicken Schichten von Staub, Schimmel, dunklen Leim- und Firnisüberzügen verborgen und sind nun erstmals seit dem Verkauf des Zimmers nach Deutschland 1899 wieder in ihrer originalen Pracht zu sehen. Seit wenigen Tagen sind drei Wände des Zimmers aufgerichtet und vermitteln einen einzigartigen Eindruck von der Kunstfertigkeit und Eleganz Damaszener Innenarchitektur. Das Spiel des Lichts auf den unterschiedlich glänzenden und glitzernden Oberflächenverzierungen zeugt von der raffinierten Dekorationstechnik dieser Prunkzimmer, die im Damaskus des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu hoher Meisterschaft gelangte und den Reichtum, erlesenen Geschmack und gehobenen sozialen Status der Bauherrn reflektierten.
Zwischen 5. März und 4. Juni 2017 ist das Damaskuszimmer an elf Sonntagen jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr exklusiv geöffnet. Sonderveranstaltungen und Vorträge laden zu abwechslungsreichen Entdeckungstouren ein – und es ist wohl einmalig in der Welt, dass man ein solches Zimmer auch von der Rückseite sehen kann. Nun wartet nur noch die letzte Wand auf ihre Restaurierung, um das Zimmer zu vollenden.

Beginn der Montage des Damaskuszimmers an die neue Unterkonstruktion © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Beginn der Montage des Damaskuszimmers an die neue Unterkonstruktion

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Das Damaskuszimmer wächst und wird allmählich zum Raum © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Das Damaskuszimmer wächst und wird allmählich zum Raum

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Museumstechniker bei der Montage der Fensterwand – Hagen Friede, Cai Schneider und Matthias Koalick © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Museumstechniker bei der Montage der Fensterwand – Hagen Friede, Cai Schneider und Matthias Koalick

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Fensterwand ist erstmals seit 1899 wieder vollständig montiert © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Fensterwand ist erstmals seit 1899 wieder vollständig montiert

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Drei Wände sind aufgerichtet – das Zimmer ist zurück © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Drei Wände sind aufgerichtet – das Zimmer ist zurück

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Rückseiten der Paneele erzählen detailreich von der  Geschichte des Zimmers – alte Wasserschäden, geheimnisvolle Nummerierungen, jede Menge Werkzeugspuren © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Die Rückseiten der Paneele erzählen detailreich von der Geschichte des Zimmers – alte Wasserschäden, geheimnisvolle Nummerierungen, jede Menge Werkzeugspure

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Farbenpracht und Dekorfülle laden zum Schwelgen ein © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

Farbenpracht und Dekorfülle laden zum Schwelgen ein

© Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Anke Scharrahs, 2017

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Die Geschichte (n) des Residenzschlosses

Die spannende Vergangenheit und glitzernde Zukunft eines Dresdner Wahrzeichens

Könnte es sprechen, hätte das Dresdner Residenzschloss so einiges aus seinem jahrhundertealten Schicksal zu erzählen: Seit 1485 diente es als prachtvolle Residenz, als Schauplatz und als Machtzentrum sächsischer Kurfürsten und Könige im Herzen der heutigen Altstadt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie unter August dem Starken erhielt es seine entscheidende architektonische Prägung, die ihm einen für die Hochrenaissance typischen Charakter verlieh. Diesen bewahrte das Schloss trotz Umbau und Modernisierung im späten 19. Jahrhundert bis heute.

Außenansicht Residenzschloss, 2014 © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Außenansicht Residenzschloss, 2014 © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Förster

Dabei fand die Vollkommenheit, die die Architekten der Hochrenaissance am Residenzschloss umzusetzen versuchten, im Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende: Nach den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 lag das Zentrum in Ruinen und auch das Residenzschloss war in großen Teilen niedergebrannt.

Blick vom Georgenbau auf das zerstörte Residenzschloss, im Vordergrund der ausgebrannte Ostflügel 1954 © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek, W. Möbius, Foto: Walter Möbius

Blick vom Georgenbau auf das zerstörte Residenzschloss, im Vordergrund der ausgebrannte Ostflügel 1954 © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek, W. Möbius, Foto: Walter Möbius

Zeitweise existierten gar Pläne das Schloss abzureißen, doch diese wurden – genügend Widerstand sei Dank – ad acta gelegt. Seit über 25 Jahren im Wiederaufbau begriffen, zeugt das Residenzschloss von der Geschichte und der einzigartigen kulturellen Vielfalt Sachsens und Dresdens. Zugleich entwickelte es sich zu einem modernen Museumszentrum des 21. Jahrhunderts, in dem legendäre Sammlungen auf zeitgemäße Weise präsentiert und vermittelt werden. Nicht die Errichtung eines bestimmten historischen Zustandes ist angestrebt, sondern die Symbiose aus teilweiser Rekonstruktionen und der Schaffung moderner Museumsarchitektur, die die zeitschichten und Verwendungen erkennen lässt und den Blick des Betrachters auf die einzigartigen Kunstwerke des Kupferstich-Kabinetts, der Grünen Gewölbes, des Münzkabinetts oder der Rüstkammer fokussiert. So entsteht etappenweise eine Residenz der Kunst und Wissenschaft, die das historische Zentrum der SKD bildet, wurde hier doch 1560 die Kunstkammer gegründet. Heute ist es das Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Circa 316 Millionen Euro investierten die Bundesregierung und die Sächsische Staatsregierung bisher in die größte Kulturbaustelle des Freistaates.

Residenzschloss Dresden, Blick auf den Ostflügel, Zustand: August 2007 © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut

Residenzschloss Dresden, Blick auf den Ostflügel, Zustand: August 2007 © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut

Im März 2016 eröffnete der erste Teil des Renaissanceflügels – eine bedeutende Etappe im Wiederaufbau des Schlosses. Die neue Dauerausstellung „Weltsicht und Wissen um 1600“ macht seitdem faszinierende Objekte der Spätrenaissance der Öffentlichkeit zugänglich und beleuchtet das Phänomen „Kunstkammer“.

 

Macht & Mode

Im April 2017, im Jahr des 500. Reformationsjubiläums, wird der Renaissanceflügel vollendet: Im Nord- und Ostflügel wird die Ära der sächsischen Kurfürsten der Renaissancezeit wieder lebendig und entführt die Besucher in eine abenteuerliche und sagenumwobene Welt.

Grundriss des Residenzschlosses, 1. Obergeschoss © Staatliche Kunstsammlungen Dresden und SLUB, deutsche Fotothek

Grundriss des Residenzschlosses, 1. Obergeschoss © Staatliche Kunstsammlungen Dresden und SLUB, deutsche Fotothek

 

Mit der Ausstellung „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ erleben die Besucher den Weg der Wettiner von der Erlangung der sächsischen Kurwürde bis hin zur Eroberung der Kurfürstenmacht. Der weltweit größte Schatz an Prunkwaffen der Reformationszeit und des frühen Barock verkörpert den Machtanspruch und das reformatorische Glaubensprogramm der sächsischen Kurfürsten. Die Objekte gehören zu den ältesten Werken der Rüstkammer.

Helmbarte, deutsch, 1588, Ätzmalerei: Augsburg, Schäftung und Medaillons: Dresden; Eisen, Kupfer, Gold, Holz; Ausrüstung der kursächsischen Trabantengarde © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

Helmbarte, deutsch, 1588, Ätzmalerei: Augsburg, Schäftung und Medaillons: Dresden; Eisen, Kupfer, Gold, Holz; Ausrüstung der kursächsischen Trabantengarde © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

 

In der Ausstellung „Kurfürstliche Garderobe“ bezaubern originale Gewänder der grandiosen Fürstenmode. Was war der letzte Schrei in Renaissance und Frühbarock? Welche Unsummen gab die europäische Elite aus, um ganz en vogue zu sein? Insgesamt 27 Herrscherkostüme – 6 vollständige Kostümensembles, 11 Anzüge mit Wams und Hose, 4 Damenkleider sowie 6 einzelne Obergewandstücke begeistern durch reiche Stoffe, Stickereien, Spitzen und Posamenten von Gold, Silber und Seide.

Prunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen (1586–1659), um 1610–1620, Oberstoffe: italienisch; Schneiderarbeit: Dresden, Kurfürstliche Schneiderei, Klöppelspitze und Posamentierarbeit: sächsisch, Teile: Mieder und Rock; Seide, Silber, Gold © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

Prunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen (1586–1659), um 1610–1620, Oberstoffe: italienisch; Schneiderarbeit: Dresden, Kurfürstliche Schneiderei, Klöppelspitze und Posamentierarbeit: sächsisch, Teile: Mieder und Rock; Seide, Silber, Gold © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

 

Mit all diesen Kostbarkeiten eines der wichtigsten protestantischen Höfe Europas erleben Besucher die Geschichte des Dresdner Schlosses aus einer ganz neuen Perspektive: Das Renaissanceschloss, in dem der Grundstein gelegt wurde für die unermesslichen Reichtümer der sächsischen Kurfürsten und Könige.

 

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Schere, Stein, Papier – und mehr!

Bastelspaß für Groß und Klein im Museum für Sächsische Volkskunst

Am 18. und 19. Februar 2017 bietet das Museum für Sächsische Volkskunst drei unterschiedliche Aktivitäten zum Mitmachen.
Preise & Anmeldungen unter Telefon 0351 – 49144502

hier stellen unsere Workshop-Leiterinnen ihre Angebote vor:

Basteln und Gestalten mit Sandstein mit Claudia Bensch

- Altersgruppe: ab 6 bis 99 Jahre
- an beiden Tagen jeweils 10 bis 16 Uhr

Das Basteln mit Mineralien und Sandstein macht sicherlich genauso so viel Spaß, wie das Angeln von Mineralien aus einer kunterbunten “Schatzkiste” oder das Schleifen von Millionen Jahre altem Bernstein.
Unsere “Mineralien-Schatzkiste” bietet den kleinen Anglern eine reichhaltige Auswahl an einheimischen Gesteinen, sowie an Mineralien aus aller Welt. Was ist es für ein Mineral und wo kommt es her? – das wird erklärt und aufgeschrieben.
Der Bernstein, erst noch ein Stück unscheinbares Rohmaterial, verbirgt im Inneren oft kleine Geheimnisse der Urzeit, wie z.B. kleine Käfer, Fliegen, Ameisen, Mücken, Insekteneier, Pollen, Moose, die erst durch das Anschleifen und Polieren zu sehen sind. Ein Blick in das Mikroskop fasziniert jedes Kind und jeden Erwachsenen auf der Reise in die Urzeit.
Unsere Bastel-Fans kommen mit edlem einheimischem Sandstein auf ihre Kosten. Ob Leuchter oder Schmuck gestalten, Räucherhäuschen bauen, Feldbahnen-/Grubenbahnen basteln, für jeden ist etwas dabei.
Eine große Auswahl an Naturmaterialien und anderen Deko-Materialien runden diese schönen und vielseitigen Angebote ab.

Die Unkosten für die Basteleien betragen:
–> 2,50 € für das Mineralienangeln mit Bestimmen von den bei uns geangelten Mineralien und Beschreibung dieser (+ natürlich zum Mitnehmen)
–> 8,50 € bis 13,50 € Sandstein-Leuchter incl. Platte + Deko-Material (Naturmaterial u.ä.)
–> ab 12,- € Leuchter incl. Platte + Mineralien-Deko-Material
–> ab 7,- € Schmuck (Sandstein u.a. Materialien)
–> ab 6,50 € bis 8,- € Bernsteine schleifen (einschl. Betrachtung unter dem Mikroskop)
–> ab 9,- € Sandstein-Züge basteln incl. Platte + Deko-Material
–> ab 23,- € für Räucherhäuschen aus Sandstein/Schiefer/Holz, incl. Deko-Material

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Brettchenweben – Bänder weben ohne Webstuhl. Zweitägiger Workshop mit Katrin Hanschmann

- Altersgruppe: ab 12 bis 99 Jahre
- an beiden Tagen jeweils 10 bis 16 Uhr

In diesem Workshop kann man eine über 1000 Jahre alte Webtechnik kennenlernen! Ohne Webstuhl entstehen bunt gemusterte, stabile Bänder, die sich als Gürtel, Henkel, Träger, Lesezeichen oder Schmuckborten eignen. In dem 2 Tage-Einsteigerkurs stellt ihr die benötigten Hilfsmittel selbst her und erarbeiten Euch die Webtechnik so, dass ihr selbständig weiterarbeiten könnt. Es entsteht ein eindrucksvolles erstes Übungsband. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Kosten: 75,- € incl. Verbrauchsmaterial (s.u.)

Das Angebot „Brettchenweben – Grundkurs“ eignet sich nicht nur für Erwachsene, sondern auch gut für Kinder. Ab 12 Jahre ist die Teilnahme gut möglich. Jüngere nicht, denn der Kurs erfordert Geduld, Konzentration und Ausdauer über einige Stunden (mit Pausen natürlich ). Den Interessenten muss klar sein, dass dieser Kurs Samstag über ca. 5-7 Stunden und Sonntag nochmal über ca. 4 -5 Stunden geht. Es wird mehrere kleine Pausen zum Auflockern und eine größere Mittagspause geben.
Ein späterer Einstieg oder „nur ein bisschen mitmachen“ ist nicht möglich, da die einzelnen Schritte zusammenhängen und aufeinander aufbauen. Der Workshop ist kein Bastelangebot, das im Vorbeigehen funktioniert.

Das Übungsband, das im Kurs entsteht, hat das Muster wie auf dem Foto das gelb/orange/rot/graue in der Mitte.

Ich nehme 6 bis 7 Teilnehmer an; wenn Kinder mit Eltern oder Oma teilnehmen, dann können es auch 8 Teilnehmer sein und für die begleiteten Kinder würde ich auch einen Familienrabatt gewähren (Erwachsener normal 75,- € + Kind 50,- €, das sind 25,-€ Rabatt ).
WICHTIG: Bitte einen Gürtel mitbringen. Der muss nicht schön sein – aber locker um den Bauch passen und gut verschließbar sein.

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Kurzeinführung in die Kunst des Scherenschnitts mit Elke Anders

- Altersgruppe: 9-99 Jahre (Kinder von 4-8 Jahre bitte nur mit einem Erwachsenen)
- an beiden Tagen jeweils 10 bis 16.30 Uhr

Frau Anders bietet an diesen Tagen Kurzeinführungen in die Technik des Scherenschnitts an. Jeweils zur vollen Stunde außer 13.00 starten wir eine Gruppe, d.h.10.00; 11.00; 12.00; 14.00; 15.00 und 16.00 Uhr. Keine Anmeldung, keine Reservierung (etwa 8 Plätze). Wer kommt und Platz findet, macht mit. Alle anderen sehen sich erstmal im Museum um…

Es sind KEINE Scheren für Linkshänder vorhanden.

Unkostenbeitrag 1-2 Euro.

Die Angebote:

-         freier Faltschnitt

-         Bilderschnitt nach möglichen Vorlagen

-         Möglichkeit, eigene Ideen mitzubringen und unter Anleitung zu verwirklichen

-         die Bearbeitung ist bis zur fertigen Karte bzw. Bild möglich

-         Auch die Abfälle werden genutzt: Das Auge wird nach der Stunde so geschult sein, dass sich in den Schnipseln Tiere, Gesichter o.ä. entdecken lassen. Daraus gestalten wir ein am Sonntag   fertiges “SCHNIPSELBILD”, an dem sich jeder beteiligt haben wird.

-         für 4-8-Jährige: Schmetterlinge, d.h. zeichnerische Bearbeitung eines möglichen Scherenschnitts (der nicht geschnitten werden muss)

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