Eine Woche in der Welt des Trickfilms

Eine Woche lang entführten Martina Großer und Rolf Hofmann von Hylas-Trickfilm Dresden die Teilnehmerinnen der Trickfilm-Werkstatt in die Welt des Animationsfilms – und ich hatte das Glück, nicht nur als Betreuerin, sondern auch als Teilnehmerin dabei sein zu dürfen.

Einleitend erfuhren wir von Rolf ein paar Dinge über die Filmarbeit generell. Er berichtete von den verschiedenen beteiligten Personen wie Drehbuchautoren, Regisseur/innen, Kamerafrauen/Kameramänner, Szenenbildner/innen, Animatoren, Schnittmeister, Tonmeister, usw. Schnell wurde klar, dass das Arbeiten im Bereich des Films bedeutet, im Team zu arbeiten.

Ein lebendiges Denkmal in Dresden

Dann verriet Martina uns das Thema des Workshops: Wir sollten ein lebendiges Denkmal in Dresden schaffen. Nun musste also eine Filmgeschichte her. Zur Starthilfe für die Entwicklung einer Geschichte und der Gestaltung von Figuren, gaben uns Martina und Rolf einige Fragen zur Hand: Für wen oder wofür steht das Denkmal? Wo in Dresden soll es aufgerichtet werden? Wie gelangt es an diesen Ort?  Wie wird das Denkmal geschaffen? Es soll ein lebendiges Denkmal sein, aber was genau tut es? Kommt die Schöpferin des Denkmals in der Geschichte vor?

An den ersten Tagen des Workshops waren wir alle mit der Entwicklung der Filmgeschichte beschäftigt. Die Köpfe rauchten, die Kreativität sprudelte. Denn das Schöne – und daran erinnerten uns Martina und Rolf stets – im Trickfilm ist alles erlaubt!

Kleine Welten und Figuren aus Pappe, Draht und Korken

Der nächste Schritt war die Entwicklung der Figuren und der Szenenbilder. Mit viel Geduld und Liebe zum Detail bauten wir an unseren Figuren und Szenenbildern. Jede gestaltete ihre eigene Welt, jede in ihrem eigenen Tempo. Gebaut wurde aus Pappe, Karton, Draht und Korken. Martina, studierte Bühnenbildnerin, gab hilfreiche Tipps für den Figurenbau und zeigte uns, welche Materialien, wie am Besten einsetzbar sind. Außerdem – und das ist für den Trickfilm essentiell – lernten wir, wie die Figuren auf der Animationsplatte aus Kork mit Hilfe von Eisennadel und Zange rasch und stabil fixiert werden.

Wie spielst du deine Eidechse? Wohin soll der Papierflieger fliegen?

Nachdem die Figuren fertig gebaut waren, mussten sie nun zum Leben erweckt werden. Hierfür führte Rolf, studierter Kameramann, kleine Animationsübungen mit uns durch. Anschließend sprach er mit allen Teilnehmerinnen das Drehbuch durch und notierte den Animationsablauf. Dann ging es weiter zum Dreh, an den extra für den Workshop installierten Animationsplätzen.

Beim Trickfilm muss jede Bewegung durchdacht sein und ganz wichtig: Die Szenenbilder und Figuren müssen gut in der Korkplatte fixiert sein. Denn Trickfilm funktioniert nach dem Prinzip des Daumenkinos: Eine Abfolge von Einzelbildern, die sich minimal unterscheiden, erschaffen eine vermeintliche Bewegung. Es werden also Einzelbilder Stück für Stück gestellt und fotografiert. Das Animieren übernahm die jeweilige Regisseurin, beim Fotografieren assistierten wir abwechselnd – Teamwork eben!

Made by me in Saxony. Denkmal jetzt!

Den Schnitt der Filme und das Anlegen der Tonaufnahmen übernahmen die Profis. Am Sonntag, dem 2. Juli präsentieren wir ab 14 Uhr unseren Film „Made by me in Saxony. Denkmal jetzt!“ mit den einzelnen Trickfilmen! Außerdem können die Besucher/innen in der MakerStube/BastelSpace einen Blick auf die Figuren, Szenenbilder und deren Entwürfe werfen. Keine Sorge, wer am Sonntag keine Zeit hat, der/die kann die Trickfilme demnächst auch im Trickfilm-Kabinett der Sonderausstellung „Made by me in Saxony. Volkskunst jetzt!“ anschauen. Es lohnt sich!

 

Zur Bloggerin:

Sonja Riehn ist Kulturanthropologin und seit Januar 2017 als wissenschaftliche Volontärin im Museum für Sächsische Volkskunst tätig. In ihrem Studium beschäftigte sie sich lange mit der Erinnerungskultur in Kroatien. Die Trickfilm-Werkstatt ermöglichte ihr, sich diesem Thema auf kreative Art und Weise zu nähern.

Dieser Beitrag wurde unter SKD Ausgestellt! abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>