Die falsche Blume – Blümelstube

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Wir nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Sage der Lore, die Ausstellung ist in einzelne Szenen der Geschichte gegliedert und erzählt so fortlaufend von den Erlebnissen der Lore. Jeder Szenenbereich wurde eigens für die Ausstellung von Hermann August Weizenegger designt, teilweise wirkte er zusammen mit verschiedenen regional und überregional ansässigen Manufakturen an der Umsetzung mit. Einzelne Manufakturen und ihre Arbeiten stellen wir euch sukzessiv hier vor.  Wir beginnen mit der Anfangsszene – Der Blümelstube:

Die Gestaltung erinnert an eine rustikale Bauernstube und nimmt somit Bezug auf das Heim von Lore und ihrer Großmutter. An diesem Ort entwirft Lore ihre sonderbare Blume, daher sind im Hintergrund, an der Wand, verschiedene Blümelmaterialien zu erkennen, auf dem Tisch findet man einzelne Werkzeuge, die man für die Herstellung von Kunstblumen benötigt.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die erste Szene „Blümelstube“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Blümelstube“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die Leuchte namens „Große Lore“ sowie die drei Kunstblumen wurden in Zusammenarbeit der beiden Manufakturen „Deutsche Kunstblume Sebnitz“ und „PTZ- Prototypenzentrum GmbH“ produziert.

Die Blütenblätter wurden von der Manufaktur „Deutsche Kunstblume Sebnitz“ gefertigt. Sie zählt zu den wenigen Manufakturen weltweit, in denen noch heute hochwertige künstliche Blumen in traditioneller Handarbeit hergestellt werden. Bereits seit über 180 Jahren ist dieses Handwerk in Sebnitz an der böhmischen Grenze zu Hause. Die faszinierende Tradition der Sebnitzer Seidenblumenherstellung mit ihren aufwändig gefertigten Kunstwerken ist bundesweit und über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Täuschend echte Blüten und Blätter werden für Theater und Film, für Modeschöpfer und Events, für Privatpersonen und Firmen nach individuellen Vorstellungen hergestellt.

Die Herstellung einer Kunstblume beginnt mit dem Einfärben. Besondere Sorgfalt erfordern die Eigenheiten der Farben und Stoffe. Die Farbe muss genau getroffen werden und aus den vorrätigen Grundfarbstoffen zu mischen sein. Dann werden die Schattierungen und Maserungen von Hand aufgebracht.

Nachdem die Blüten mittels Stanzeisen aus dem Stoff gestanzt wurden, erhalten sie durch heiße Prägeeisen ihre natürliche Optik. Danach kommt es zur eigentlichen Binderei, dem Blümeln, indem alle vorgefertigten Einzelteile zu Blumen zusammengebunden werden.

Das Innenleben und die Fassung der Blume wurden von der PTZ-Prototypenzentrum GmbH in einem aufwändigen 3D-Druckverfahren hergestellt.

In der 1996 gegründeten Manufaktur fertigen 17 Mitarbeiter mit modernsten Technologien Erstmodelle, Werkzeuge und Kleinserien, die auch ohne Gussformen aus Metall gefertigt und so in praktischen Testverfahren angewendet werden können. Dieses Verfahren wird hauptsächlich in der Automobilindustrie und Gerätetechnik sowie im  Anlagen- und Maschinenbau angewendet.

Die Basis eines jeden 3D-Druckverfahrens stellen die 3D-Daten dar. Diese werden an leistungsfähigen Rechnern in die benötigten Datenformate gewandelt, kontrolliert und entsprechend den Anforderungen des gewünschten Verfahrens angepasst. Nur aus gut aufbereiteten Daten lassen sich gute Teile drucken.

Bei dem 3-D Druck selbst schmilzt ein Laser einzelne Schichten des Bauteils nacheinander in ein Kunsttoffpulverbett. Die Basis bilden die vorbereiteten 3D-Daten. Das Kunststoffteil baut sich so Schicht für Schicht zur gewünschten Form auf. Anschließend werden die Teile aus dem Pulver entnommen und restliche Anhaftungen entfernt.

Ausstellungsansicht die Leuchte„Die Große Lore“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht der Leuchte„Die Große Lore“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Den Tisch „Stollberg“ und das Tellerregal „Annaberg“ sowie die beiden verschiedenfarbig gefassten Stühle „Erz“ (der dritte Stuhl dieser Serie befindet sich im Depot), stammen aus der Manufaktur „Heinz Möbelbau in Handarbeit“.

Am Rand von Dresden gelegen, fertigt das Unternehmen Heinz Möbelbau in Handarbeit Unikate nach Kundenwunsch. Verschiedene Möbelarten und -stile werden hier verwirklicht. Sitzmöbel wie Stühle und Sessel werden nach bestehenden Modellen in Kleinserien oder als Einzelstücke hergestellt. Das Unternehmen produziert außerdem Möbel und Polstergestelle als Dienstleister für Tischler, Raumausstatter, Designer und Architekten.

Meist dient eine Schablone als Grundlage für die Vervielfältigung der Einzelteile. Für den Sitz wird diese zunächst ausgesägt und dann auf speziellen Fräslehren zur endgültigen Form weiterbearbeitet.

Für den Stuhl „Erz“ und das Tellerregal „Annaberg“ waren außerdem noch detailreiche Schnitzereien notwendig, die in mühevoller Kleinarbeit mit unterschiedlichstem Werkzeug filigran in das Holz eingearbeitet wurden. Zum Schluss wurde den einzelnen Werken noch der passende Anstrich verpasst.

Holzschnitzerei für Stuhl „Erz“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Heinz Möbelbau, André Österreicher, + Oberhermsdorf, 2015, Foto und © Hermann August Weizenegger

Holzschnitzerei für Stuhl „Erz“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Heinz Möbelbau, André Österreicher, Oberhermsdorf, 2015, Foto und © Hermann August Weizenegger

Ausstellungsansicht 3 Teller „Loremuster“, Entwurf: Hermann August Weizenegger, Ausführung/Manufaktur: Meissen Couture ®, Meissen, 2015, Tellerregal „Annaberg“ Ausführung/Manufaktur: Heinz Möbelbau in Handarbeit, André Östreicher, Oberhermsdorf, 2015 © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht 3 Teller „Loremuster“, Entwurf: Hermann August Weizenegger, Ausführung/Manufaktur: Meissen Couture ®, Meissen, 2015, Tellerregal „Annaberg“ Ausführung/Manufaktur: Heinz Möbelbau in Handarbeit, André Östreicher, Oberhermsdorf, 2015 © SKD, Foto: Ronald Bonss

Weitere Mitwirkende Manufakturen in dieser Szene waren unter anderem Jende Posamenten Manufaktur, Meissen Couture ®, Rohleder Möbelstoffweberei GmbH und Gotthard-Glas, diese werden wir in einem der kommenden Beiträge vorstellen.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

 

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