Archiv für die Kategorie ‘SKD Sixtina!’

Gobelin Sixtina, 2012

Mittwoch, 11. Juli 2012

Zum ersten Mal seit 20 Jahren verlässt die “Sixtinische Madonna” ihren angestammten Platz im Obergeschoss der Gemäldegalerie Alte Meister, um sich gebührend und in neuem Glanz zu ihrem 500. Geburtstag im Gobelinsaal der Galerie zu präsentieren.

Für den Zeitraum der Abwesenheit der schönsten Frau der Welt, hat die Fotografin Katharina Gaenssler einen Gobelin entworfen, dem etwa 5000 digitale Einzelaufnahmen zugrunde liegen. In Anlehnung an die Zeit der Hochrenaissance wurde der Wandteppich im belgischen Flandern in einer Gobelin-Manufaktur in traditioneller Technik gewebt. Die Arbeit zeigt die Raumflucht im Obergeschoss mit dem Blick zur Sixtina. Katharina Gaensslers Tapisserie mit dem Titel “Gobelin Sixtina, 2012″ lässt den Betrachter zunächst im Glauben, die Sixtinische Madonna sei nach wie vor an ihrem Platz. Jedoch stellt der Besucher beim Schreiten in Richtung des Bildes fest, dass sich die Raumflucht doppelt und es sich hier lediglich um eine Abbildung der Sixtina und den angrenzenden Gemälden handelt. Mit der Verdopplung der Raumflucht scheint das Abbild der Sixtina vom Betrachter weiter weg gerückt zu sein, was die Unerreichbarkeit der Gottesmutter noch einmal unterstreicht. Für drei Monate nimmt der Gobelin den Platz der Madonna ein und stellt mit der Synthese von handwerklicher Tradition und aktuellen zeitgenössischen Positionen den Galerieflügel der Italiener in ein neues Licht.

Als dokumentarischer Abschluss ihrer fotografischen Installation hat Katharina Gaenssler ein Künstlerbuch in Form eines Bilder-Atlas mit insgesamt 224 Detailaufnahmen der Sixtinischen Madonna geschaffen, der ebenfalls im Sixtina-Saal betrachtet werden kann. Zum Entstehungsprozess des Gobelins und der Werkgeschichte des Künstlerbuches ist ein Katalog erschienen, der in allen Museumsshops erhältlich ist.

Katharina Gaenssler
SIXTINA MMXII
19,0 x 25,5 cm
264 Seiten mit 228 zumeist farbigen Abbildungen,
Klappenbroschur 19,0 x 25,5 cm
mit 12seitigem Appendix zur Installation des Gobelins
EUR 35,00 / SFr 42,00
In deutscher und englischer Sprache
ISBN 978-3-943964-00-4

Neuerscheinung: Kinderbuch und Memory-Spiel “Kunstwerke der Renaissance entdecken”

Freitag, 06. Juli 2012

Begleitend zur Sonderausstellung “Die Sixtinische Madonna – Raffaels Kultbild wird 500″ bietet unsere Museumspädagogik zwei neue Angebote für Kinder und Jugendliche an. Unter dem Motto die “Kunst der Renaissance entdecken und enträtseln” wurde in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Michael Kaden ein Kinderbuch und ein Memory-Spiel entwickelt.

Kinderbuch

Das Kinderbuch “Kunst der Renaissance entdecken und enträtseln“ ist im WM-Verlag Pirna erschienen und bietet eine erweiterte Bildauswahl zur Sonderausstellung an. Kindgemäße Texte stellen berühmte Kunstwerke der Renaissance wie die “Sixtinische Madonna” von Raffael oder die “Madonna de Benois” von Leonardo da Vinci vor und führen in künstlerische Kategorien leicht verständlich ein. Geschrieben wurde das Buch von der Kunsthistorikerin Julia Bock gemeinsam mit den Kollegen unserer Museumspädagogik.

Die Gestaltung und Illustration stammt von Michael Kaden, der bereits die Bücher “Zwei Engel und das Geheimnis des weißen Goldes” sowie “Zwei Engel auf Reisen im Museum für Sächsische Volkskunst mit der Puppentheatersammlung” für die SKD illustriert hat. Zu einigen der vorgestellten Kunstwerke lädt ein Kreativteil die jungen Leser zum Entdecken, Rätseln und Gestalten ein. Das Buch richtet sich vor allem an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, ist aber auch für kunstinteressierte Erwachsene eine Entdeckung. Es ist für 8,95 Euro im Handel und den Museumsshops der SKD erhältlich.

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museumspädagogik
Autorin: Julia Bock
Illustration: Michael Kaden
Verlag: WM-Verlag Pirna
Seiten: 17 Seiten und ein Kreativteil
Preis: 8,95 Euro

Memory-Spiel

Passend zum Kinderbuch ist ein Memory-Spiel erschienen. Auf den Memory-Karten sind Ausschnitte einiger Gemälde, die in der Sonderausstellung gezeigt werden, abgebildet.

Mit hochaufgelösten Details bietet es den Spielern faszinierende Nahaufnahmen auf in der Galerie ausgestellte Kunstwerke der Renaissance. So manches bisher Ungesehene kann hier erstmals erblickt werden. Das Memory-Spiel besteht aus 32 Karten und kann von zwei bis vier Spielern ab einem Alter von 8 Jahren gespielt werden. Es kostet 9,95 Euro und ist in allen Museumsshops der SKD erhältlich.

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museumspädagogik
Auflage 2012
Gestaltung und Satz: Michael Kaden
Preis: 9,95 Euro
Druck: Stoba-Druck GmbH

 

“Die Geschichte der Sixtinischen Madonna” – von Kindern vertont

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die Schmetterlingsgruppe der Dresdner KITA Raupennest hat in Zusammenarbeit mit der Museumspädagogin Annabell Rink der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Carola Geyer vom Projekt audiozoom e.V. ein Hörspiel zur Ausstellung aufgenommen. Die Kinder erzählen aus Sicht der Engel die Geschichte der Sixtinischen Madonna seit ihrer Entstehung bis zum Ankauf durch August III. für Dresden. Das Hörspiel ist ein Ausschnitt aus dem ausstellungsbegleitenden Audioguide und hat eine Gesamtlänge von circa acht Minuten. Es wurde ausschließlich für die Sonderausstellung produziert und ist nicht käuflich erwerbbar.

Hörspiel zur Sixtinschen Madonna

Der „Museumsbus“ erleichtert Schulen die Anreise zur Sonderausstellung

Donnerstag, 21. Juni 2012

Für die Sonderausstellung „Die Sixtinische Madonna – Raffaels Kultbild wird 500“ ist ein Museumsbus im Einsatz, der Lehrer und ihre Schulklasse nach Anmeldung an ihrer Schule abholt und zur Gemäldegalerie Alte Meister bringt. Dort können je nach Alter und Schulart unterschiedliche Angebote wahrgenommen werden. Hierfür ist auch eine Sonderöffnung der Ausstellungsräume bereits ab 8 Uhr möglich.

Das Angebot gilt nur für Schulklassen. Es werden folgende Programme angeboten:

Grundschule und Gymnasium und Mittelschulen

1. bis 5. Klasse
„Glaube, Liebe, Hoffnung“
Christliche Tugenden: Ehrlichkeit, Treue, Nächstenliebe, Mutterliebe – Welche Botschaft haben Marienbilder heute?

Gymnasium und Mittelschulen

6. bis 9. Klasse
„Von der Madonna zum Model“
Schönheitsideale, Vorbilder, Idole
Gestaltung einer Collage „Madonna 2012“

„Warum so viele Heilige und wie erkenne ich sie?“
Heilige und ihre Attribute
Wer ist ein Märtyrer, Können nur Christen Märtyrer sein?
Gibt es sie auch heute noch?

„Platz für den großen Raffael“
Stationen der Sixtinischen Madonna vom Auftrag des Papstes an Raffael bis zur Ruhmesgeschichte in Dresden
Szenisches Spiel

Gymnasium

10. bis 12. Klasse
„Sacra Conversazione und Madonnenbild“
Funktion bestimmter Bildtypen in der Renaissance

Weitere Informationen auch zur Anmeldung erhalten Sie vom Besucherservice der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Telefon: 0351/49142000
e-mail: besucherservice@skd.museum

Neues Ausmalbild!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Lorenzo di Credi´s Bild “Maria mit Kind, dem heiligen Sebastian und Johannes dem Evangelisten” aus dem Jahr 1516 gibt es jetzt auch zum Ausmalen!

 

© Jenny Kuhnert

Das Gemälde, das sich im Besitz der Gemäldegalerie Alte Meister befindet, wird in der Jubiläumsausstellung als ein Beispiel für eine Madonnendarstellung mit Heiligen (sacra conversazione) gezeigt. Zu sehen sind die thronende Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem Schoß und zwei Heilige. Auf der rechten Seite von Maria sieht man den heiligen Sebastian, der einen Pfeil in seiner Hand hält. Das Attribut verweist auf die Geschichte des Heiligen. Sebastian war Offizier und Christ, der den verfolgten Christen half. Der damalige Kaiser Diokletian verurteilte Sebastian wegen der Untreue dem Staat gegenüber und ließ ihn an einen Pfahl binden. Danach beschoss man ihn mit Pfeilen. Links von Maria steht der heilige Johannes mit einem Buch in der Hand. Dieses Attribut deutet auf das Evangelium hin, welches er geschrieben hat. Er gilt als Lieblingsjünger Jesu und die Legende berichtet, er habe das Gift in einem Kelch, das er trinken sollte, in eine Schlange verwandelt.

Gedichte erwünscht!

Freitag, 01. Juni 2012

Schickt uns eure eigenen Gedichte zur Sixtinischen Madonna! Anregungen findet ihr unter der Rubrik Gedichte über die Sixtina. Dort könnt ihr euer selbst verfasstes Poem als Kommentar hochladen. Die besten werden dann auf dem BLOG veröffentlicht! Wir freuen uns auf eure kreativen Beiträge!

Sixtina überall!

Sonntag, 27. Mai 2012

Fährt man durch die Stadt Dresden, so kann man an zahlreichen Orten die Sixtinische Madonna und ihre beiden Engelchen entdecken. Da sieht man sie auf dem Plakat einer Litfaßsäule, als Werbebanner am ibis Hotel auf der Pragerstraße, auf einem vorbeifahrenden Auto und einer Straßenbahn.

Überall kündigt es sich bereits seit Wochen an:

Der Geburtstag der schönsten Frau der Welt lässt nicht mehr länger auf sich warten!

Seit Sonnabend zeigt sich die Madonna 500jährig in schönstem Glanz und mit ihr die zahlreichen Exponate, die für diesen Anlass aus vielen Ländern eingetroffen sind.

Aus bestimmten Blickwinkeln wirkt es, als ob die Engel fragend in unsere Umwelt blicken. Vom Himmel herab gekommen, haben sie sich auf eine Brüstung gelehnt und betrachten nachdenklich die befahrene Straße.

Auf der Pragerstraße ist die Sixtinische Madonna schon von Weitem zu erkennen. Sie wurde auf ein großformatiges Werbebanner gedruckt und hängt an der Außenwand eines der ibis Hotels.

Am Pirnaischen Platz sind die Engelchen bei der großen Uhr zu finden.

Außerdem gibt es eine Nachbildung der Engel in einem der Schaufenster von Karstadt. Unabhängig von dem Gesamtkunstwerk haben sie ihre Karriere beschritten. Bereits um 1800 wurden die Engel als eigenständiges Bildmotiv genutzt. Damals fanden sie Verwendung auf Oblatendosen und Schmuckstücken. Später wurden sie auf Stickbildern, Keksdosen, Schuhen, Farbkästen und sogar auf Toilettenpapier abgebildet.

 

Ausstellungseröffnung am Abend des 25. Mai 2012

Samstag, 26. Mai 2012

Am 25. Mai 2012 wurde die Ausstellung “Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500im Lichthof des Albertinums feierlich eröffnet. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dr. Hartwig Fischer sowie der Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und des Kupferstich-Kabinetts Herr Prof. Dr. Bernhard Maaz begrüßten die Ehrengäste und alle Anwesenden.

© Jenny Kuhnert

Ministerpräsident und Schirmherr der Ausstellung, Stanislaw Tillich sprach zur Ausstellungseröffnung ein Grußwort. Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sprach stellvertretend für Claus Friedrich Holtmann, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes über das Engagement der Sparkassen-Finanzgruppe als Hauptförderer der Ausstellung. Bevor der Lyriker und Schriftsteller Jan Wagner seine Festrede hielt, gab Dr. Andreas Henning, Konservator für italienische Malerei der Gemäldegalerie Alte Meister und Kurator der Ausstellung einen kurzen Einblick in das Konzept der Jubiläumsausstellung, die erstmals die gesamte Geschichte der Sixtinischen Madonna in einer Ausstellung chronologisch zeigt: von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos in der Gegenwart. Das  Programm der Reden und Grußworte wurde mit Renaissancemusik der Musiker Thomas Friedlaender (Zink), Ercole Nisini (Posaune) und Jan Katzschke (Regal) festlich untermalt. Nach der feierlichen Eröffnung gab es für alle Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung als auch die Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister zu besuchen.

Die Ankunft der Leihgaben

Mittwoch, 16. Mai 2012

Eine Ausstellung wird oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Museen konzipiert. Dabei werden verschiedene Leihgaben in die Ausstellung integriert. Zu den Kunstwerken, die dem ausstellenden Museum gehören, gesellen sich Werke aus aller Welt. So auch bei der Ausstellung Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500. Die Leihgaben kommen u.a. aus den Ländern Lettland, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und England. Außerdem werden auch viele Exponate aus Deutschland zu sehen sein.

Der Transport einer Leihgabe ist nicht einfach und kann nur unter höchsten Sicherungsbestimmungen vonstatten gehen. Ist die Leihgabe beispielsweise ein Gemälde, so wird es unter optimalen technisch-physikalischen Bedingungen in einer klimatisierten Kiste verpackt. Das Exponat wird von ausgebildeten Fachkräften in die Ausstellung transportiert. Im Museum angekommen, bleibt das Gemälde zunächst für 24 Stunden in der Kiste. Einen Tag später wird das Gemälde von den Ausstellungstechnikern aus der Kiste auf einen Tisch oder eine große Staffelei befördert. Um sicher zu gehen, dass die Leihgabe bei dem Transport keine Schäden erlitten hat, wird das Bild gründlich untersucht und mit der bereits bestehenden Dokumentation zur Leihgabe abgeglichen. Diese setzt sich aus fotografischen Aufzeichnungen und Notizen zu möglicherweise bereits vorhandenen Beschädigungen des Bildes zusammen. All das geschieht im Beisein des Kuriers, der das Bild während des Transportes, dem Entpacken und der Hängung begleitet.