Mit ‘Radierung’ getaggte Artikel

Blick in die Ausstellung: “Blickwechsel”, Teil 3

Mittwoch, 18. Mai 2016

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Blickwechsel” tritt das Kupferstich-Kabinett in einen Dialog mit den 14 Museen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Bis 29. Mai 2016 ist in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss ein ausgewähltes Werk aus jeder Sammlung mit einem oder auch mehreren Werken aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts zu sehen.

Die Gegenüberstellungen eröffnen ganz unterschiedliche Blicke auf die Werke, verschiedene Perspektiven und Fragestellungen. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, an einem einzigen Ort die reiche Vielfalt der Staatlichen Kunstsammlungen zu entdecken.

Diese Woche widmen wir uns der Gegenüberstellung Maskerade.

Hier begegen sich ein Ölgemälde von Franz von Stuck aus der Gemäldegalerie Neue Meister und eine Radierung von Francisco de Goya aus dem Kupferstich- Kabinett.

Franz von Stuck (1863-1928), Tochter Mary als spanischer Stierkämpfer, 1907/1915, Öl auf Lindenholz, Gemäldegalerie Neue Meister, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Franz von Stuck porträtierte seine geliebte Tochter Mary (1896-1961) vielfach. Private Fotografien -aufgenommen um 1907 bei einem Kindermaskenfest in der Villa Stuck- zeigen das elfjährige Mädchen im Kostüm eines Toreros. Stuck nutzte die Fotografien für mehrere Gemälde. Das Dresdener Bild mag erst um 1915 entstanden sein, als Mary bereits achtzehnjährig war. Im Bild blieb sie das Mädchen, das das Kostüm des kühnen Stierkämpfers überstreifte, ohne die Obhut des Heims verlassen zu müssen. Die in der Rolle verborgene Gefahr, der Kampf mit dem Stier auf Leben und Tod, der bei der Heranwachsenden auf den Geschlechterkampf verweist, mag in dem kräftigen Schlagschatten angedeutet sein, den die schlanke Gestalt auf die Wand des Zimmers wirft.

Francisco de Goya (1746-1828), Der Wagemut Martinchos im Ring von Saragossa, 1815-1816, Radierung und Aquatinta (3. Zustand), Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der an spanischer Kunst interessierte Stuck wird Goyas Darstellungen des Stierkampfes gekannt haben, in denen Mann und Tier sich unmittelbar gegenüber stehen. In die Hauptrolle seiner Toreros schlüpfte Mary als Kind unbedarft, während den Frauen bei Goya die Rolle von Zuschauern zugewiesen ist, die von der Tribüne den tödlichen Kampf verfolgen.

 

Am 21.05., 17.30 Uhr liefert die Kunstpause zu Maskerade zusätzliche spannende Einblicke.

 

Einen Überblick über alle Kunstpausen und die Ausstellung “Blickwechsel” findet ihr hier, auf der Ausstellungsseite.

alle Besucherinformationen auf einen Blick:
Sammlungspräsentation “Blickwechsel” des Kupferstich-Kabinetts

Ausstellungszeitraum
29. April – 29. Mai 2016

Ausstellungsort
Residenzschloss
Kupferstich-Kabinett

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
dienstags geschlossen

Eintrittspreise

Neu: Ticket Kupferstich-Kabinett!
Eintritt € 6
ermäßigt € 4,50
Kinder und Jugendliche
unter 17 Jahren frei
Gruppen (ab 10 Personen)
€ 5,50 p. P.

Kunstpause Sonderticket
Eintritt + Kunstpause
€ 5
3er Ticket €13