Mit ‘Porzellansammlung’ getaggte Artikel

Einblicke in die aktuelle Fotokampagne in der Porzellansammlung | Impressions of current photo week in the Porcelain Collection

Samstag, 30. Mai 2015


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Im Rahmen des aktuellen Forschungsprojektes der Porzellansammlung der SKD werden seit Oktober 2014 unsere ostasiatischen Porzellane aus der ehemaligen Königlichen Sammlung professionell fotografiert. Der größte Teil des vorhandenen Bildbestandes besteht derzeit aus Arbeitsfotos, die keine ausreichende Erfassung dreidimensionaler Objekte gewährleisten, häufig existieren nur ein bis zwei Ansichten. 8000 Objekte aus China und Japan werden jetzt erstmals systematisch fotografisch erfasst.

Nach den bisherigen Foto-Sessions im Depotbereich hatten wir im März die Möglichkeit in der nördlichen Bogengalerie der Porzellansammlung zu arbeiten, um dort eine der dichtbestücktesten Wände mit ca. 800 unterglasurblauen kangxi-zeitlichen Porzellanen zu fotografieren. Eine Aufgabe, die nur in einem gut funktionierenden Team zu stemmen ist, das ohne Fotograf Adrian Sauer und seinen Kollegen Alexander Schmidt sowie die beiden Restauratorinnen, Silke Rohmer und Magdar Kozar nicht möglich gewesen wäre. Adrian Sauer (Fotograf) ließ für diese herausfordernde Aufgabe ein speziell zugeschnittenes Fotozelt anfertigen und die Arbeit konnte beginnen.


© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der Innenraum des Zeltes ermöglichte nicht nur ein effizientes Arbeiten, sondern auch fotografische Ergebnisse in höchster Qualität. Auch hier ist Teamgeist gefragt: denn für die beiden Fotografen muss das Porzellan von einer weiteren Mitarbeiterin für die Aufnahmen zunächst aufgestellt und dann gedreht werden.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Von Miniaturvasen bis zu großen Monumentalvasen wird jedes Objekt allseitig erfasst.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Bilder werden sofort nach der Aufnahme sowohl im Dateinamen als auch in den eingebetteten Metadaten mit der Inventarnummer der Porzellansammlung versehen.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Nach Abnahme der Porzellane von der Wand erfolgte ihre Reinigung.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dabei werden die Inventarnummern und die Maße der Objekte überprüft bzw. vervollständigt.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Und wenn alles abgenommen ist, erscheint die Wand völlig kahl.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Doch die Vorbereitungen zur Wiederanbringung sind bereits in vollem Gange. Die unzähligen kleinen Koppchen werden mit Wachs auf den Konsolen befestigt.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Anschließend werden die Teller mit einer Halterung versehen.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

...und können damit sicher an der Wand befestigt werden.

© Barbara Bechter, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ein großer Dank gilt ALLEN Beteiligten und Helfern, die es ermöglicht haben, diese Foto-Wochen erfolgreich zu beenden – wir konnten mehr als 850 Objekte fotografieren.

VIP-Aufgebot in der Porzellansammlung

Donnerstag, 31. März 2011

Mit  Friedrich Leopold Graf von Brühl – einem Nachfahren des legendären Premierministers Augusts III. -, dem US-amerikanischen Botschafter Philip D. Murphy, der sächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer und dem Generaldirektor der SKD, Prof. Dr. Martin Roth, versammelte sich eine illustre Runde, um die Rückkehr einer fast 300 Jahre alten Schönheit nach Dresden zu erleben.

Die „Nereide mit Konfektschale“, Bestandteil des legendären Schwanenservice Heinrich Graf von Brühls, konnte im Zwinger ihren Platz unter den anderen verbliebenen Teilen des von Brühl’schen Tafelgeschirrs einnehmen.

Die Nereide ging verloren, nachdem sie zusammen mit 24 anderen Leihgaben der Familie von Brühl im Verlauf des zweiten Weltkrieges aus Dresden ausgelagert wurde. Die zwei Kisten, in denen die Werke verpackt waren, wurden 1945 beschädigt gefunden: Seither galt die Nymphe als vermisst. Ihre „Wiederentdeckung“ gelang Dr. Ulrich Pietsch, dem Direktor der Dresdner Porzellansammlung. Bei einem Besuch des Toledo Museum of Art in den USA sah er die Porzellanfigur und vermutete, dass es sich um die verschollene Nereide handeln könnte. Ein Detail allerdings störte: Über die linke Schulter der Figur fällt eine Haarsträhne – für die Modelleure der Meißner Porzellanmanufaktur um Johann Joachim Kändler eine unübliche Art der Gestaltung. Das Rätsel konnte nach eingehender Untersuchung durch Röntgen – und Infrarotstrahlung gelöst werden. Offenbar war der Arm der Nereide abgebrochen, so dass sie restauriert werden musste und die Strähne eine fehlerhafte Stelle überdecken soll. Für Ulrich Pietsch gab die Überprüfung die Gewissheit, dass er tatsächlich die verloren geglaubte Figur vor sich hatte.

Wie Nachforschungen ergaben, fand die Nymphe nach 1945 nacheiner Odyssee über die Schweiz und New York einen Platz in Toledo, wo Dr. Ulrich Pietsch auf sie aufmerksam wurde. Gemeinsam mit einem Filmteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) wurden Recherchen begonnen, an deren Ende nun das Happy End steht. Die Nereide ist zurück in Dresden und kann durch die Großzügigkeit der Familie von Brühl, die den Leihvertrag mit der Porzellansammlung vorzeitig verlängert hat, nun dort bewundert werden.
Text & Foto © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Das Video zur Rückgabe der Nereide: