Mit ‘Ölmalerei’ getaggte Artikel

Über die Ölmalerei und ihre Technik

Freitag, 10. August 2012

Die Ölmalerei ist die „klassische Königsdisziplin“ unter den Maltechniken. Mit Ölfarbe lassen sich farbige Wirkungen von einer Tiefe und Leuchtkraft erzielen, wie mit keinem anderen Malverfahren. Feinste Tonabstufungen und weiche Übergänge ermöglichen wirklichkeitsnahe Bildillusionen. Jahrhundertelang waren sie das Ziel der Maler.

Der Bildausschnitt aus dem Gemälde “Die Madonna mit der Waschschüssel”, das etwa um 1525 von Giulio Romano gemalt wurde, zeigt diese altmeisterliche Technik. Durch die Verwendung von Ölfarben hat der Künstler weiche Übergänge zwischen den hellen und dunklen Partien des Stofftuches geschaffen. In den fein abgestuften Farbnuancen wird das weiche Gewebe in einem Faltenspiel beschrieben, was den Betrachter beinahe veranlasst zu glauben, es handle sich um ein reales Tuch.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Das Anrühren der Ölfarbe ist ein langwieriger Prozess, der meist von einem Gehilfen des Künstlers durchgeführt wurde. Zunächst wurden Erde, Kalk, Sand, Kohle, ja sogar Gold und Edelsteine, wie Lapislazuli, Azurit, Malachit oder Zinnober, in einem Mörser zerstoßen.

Anschließend vermengte der Gehilfe die gewonnenen Farbpigmente mit Leinöl. Die Pigmente mussten dabei regelrecht in das Öl eingewalzt werden, um eine dauerhafte Verbindung zu erzielen. Die so erzeugte Ölfarbe trocknete nur langsam, was dem Maler noch nach mehreren Tagen das Farbenmischen direkt auf der Leinwand ermöglichte. Somit konnten beispielsweise weiche Farbübergänge, wie Schattierungen vorgenommen werden.

In der Epoche der Renaissance spielten vor allem der Einsatz von Hell – Dunkel Kontrasten, die Farb- und Linienperspektive sowie die von Leonardo da Vinci entwickelte Maltechnik Sfumato (it. verraucht) eine große Rolle. Letztere ist eine Technik der Ölmalerei, bei der der Eindruck trüber Atmosphäre erreicht wird. Alles ist sehr weich gemalt und die Konturen scheinen sich in der Ferne aufzulösen. Diese Technik wird auch in der sogenannten Luftperspektive verwendet. Wie in der optischen Wahrnehmung entfernt liegendes unscharf erscheint, werden die Farben hier so verwendet, dass sie im Hintergrund des Bildes verblassen und verblauen. In dem folgenden Bildausschnitt des Gemäldes “Die Heilige Familie mit der heiligen Katharina” um 1512/1514 von Jacopo Palma il Vecchio wird dieser räumliche Eindruck erzeugt.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden