Mit ‘Lipsiusbau’ getaggte Artikel

Es ist soweit! Die Aufbauarbeiten in der Kunsthalle im Lipsiusbau nahen ihrem Ende

Freitag, 27. Februar 2015

Ab dem 7. März zeigt unser Kunstgewerbemuseum seine Ausstellung „Die Teile des Ganzen. Geschichten aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums“ im Lipsiusbau. Damit ist das Museum nach langer Zeit am Stadtrand in Pillnitz wieder in der Innenstadt präsent.

Die Aufbauarbeiten sind in vollem Gange – die Gestaltung der Ausstellung stammt vom Wiener Architekturbüro „the next ENTERprise“ und den Grafikdesignern des Berliner Studios „Fons Hickmann m23“. Kuratiert wurde die Ausstellung von Tulga Beyerle, der Direktorin des Kunstgewerbemuseums.

Ausschnitt der Wandbespannung mit den Objektnummern #1 (1873) bis #55.712 (2014)

Ausschnitt der Wandbespannung mit den Objektnummern #1 (1873) bis #55.712 (2014)

Die gesamte Kunsthalle ist innen mit einer Wandbespannung verkleidet, welche alle bislang vergebenen Inventarnummern des Kunstgewerbemuseums abbildet. Sie symbolisiert damit den „Objektspeicher“, mit dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums täglich arbeiten. Mehrere Codierungen sind in die Bespannung eingearbeitet. Schwarz durchgestrichene Nummern bezeichnen Verluste; orange durchgestrichen sind abgegebene Objekte; schwarz umrandete Nummern repräsentieren die ausgestellten Objekte. Eine Nummer steht allerdings nicht immer für nur ein Objekt, oft verbergen sich hinter einer Nummer mehrere gleiche Objekte oder Teile eines Ganzen.

1873 inventarisierte man die erste Nummer des damals noch nicht existierenden Museums, erst drei Jahre später wurde das Kunstgewerbemuseum gegründet. Die Wandbespannung endet mit der Zahl 55.712, doch seit dieser Eintragung am 30. November 2014 wurden bereits vier weitere Nummern inventarisiert. Es zeigt sich, dass die Sammlung weiter stetig wächst.

Es ist der Ansatz des Kunstgewerbemuseums, „Alltagsobjekte“ neu zu befragen und zur Diskussion zu stellen. Ein zentrales kuratorisches Element der Ausstellung sind daher die Geschichten zu den Objekten. In ihnen werden Widersprüche diskutiert, Fragen gestellt, Antworten gegeben, Assoziationen entwickelt oder die Herausforderungen der Wissenschaftlerinnen greifbar dargestellt.
Wir laden Euch ein, neue Sichtweisen, ein spannendes Haus und eine vielfältige Sammlung zu entdecken, die weit über barocken Prunk hinausreicht!

Übrigens: Am 13.03.2015 findet die nächste Lipsius Vibes der JUNGEN FREUNDE in der Kunsthalle im Lipsiusbau anlässlich der Eröffnung der Ausstellung statt. Wir freuen uns über den Stargast Friedrich Liechtenstein!

Eingang zur Ausstellungshalle, Lipsiusbau

Eingang zur Ausstellungshalle, Lipsiusbau

Der sogenannte „Vasenturm“ mit Meisterleistungen der japanischen Keramikszene der 1970er-Jahre und zugehörigen Holzkisten

Der sogenannte „Vasenturm“ mit Meisterleistungen der japanischen Keramikszene der 1970er-Jahre und zugehörigen Holzkisten

Werk der Woche: Stefan Ruderisch “Schrein”

Dienstag, 04. Juni 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Der Künstler Stefan Ruderisch setzt sich in seinen Arbeiten intensiv mit Heimat und Identität auseinander. Der grob gezimmerte Holzschober “Schrein” wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit und ruft – nicht ohne Augenzwinkern -  Assoziationen zum “Deutschen Wald” und der “Schrebergarten”-Kultur heimatlicher Gefilde hervor. Diese Grundstimmung ergibt sich aus der Bildsprache und Materialwahl.

Stefan Ruderisch, Schrein, 2007, Holz, Dachpappe, Glas, Schrauben, 235 x 70 x 80 cm,  ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Stefan Ruderisch, Schrein, 2007, Holz, Dachpappe, Glas, Schrauben, 235 x 70 x 80 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

 

Unser Veranstaltungstipp:

Wer aktuelle Arbeiten des Künstlers sehen möchte, sollte sich den Atelierbesuch mit Stefan Ruderisch und der Kunsthistorikerin Sarah Jürgel am Sonntag, den 9. Juni 2013, 15 Uhr nicht entgehen lassen. Ort: DREWAG-Gelände, Lößnitzstr. 14.
Um Voranmeldung bis 07.06.2013 unter der E-Mail: kunstfonds@skd.museum wird gebeten.

Werk der Woche: Steffi Busch “Masse”

Dienstag, 28. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Stefanie Busch verfügt über ein umfangreiches Bildarchiv, das auf zahlreichen Reisen v.a. in Länder des ehemaligen Ostblocks entstanden ist. Dieses fotografische Skizzenbuch ist Quelle ihrer Arbeiten, auch für die Folienmontagen in Leuchtkästen, die eine wichtige Werkgruppe ihres Schaffens bilden. Dafür löst die Künstlerin formal spannende Fragmente aus den fotografischen Vorlagen, die zu neuen Arbeiten inszeniert werden.

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Steffi Busch, Masse, 2005, Siebdruck in Leuchtkasten, 2-teilig, je 70 × 70 × 10 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Die abstrakten Bruchstücke werden in transparent graue Folien geschnitten, auf einer Acrylglasscheibe collageartig angeordnet und in Schichten übereinander gelegt. Das eigentliche Bild wird dann erst im Lichtkasten im Moment der Hinterleuchtung sichtbar. In “Masse” verarbeitete Stefanie Busch Aufnahmen aus dem Fußballstadion in Kiew, wo sie sich 2005 aufhielt, um dort eine Arbeit in der Deutschen Botschaft umzusetzen. “Masse” kam 2007 als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in die Sammlung des Kunstfonds.

Unsere Veranstaltungstipps:

Am 30. Mai, um 16.30 Uhr findet ein Kunstgespräch mit Gwendolin Kremer, Galerie Neue Meister zum Thema “Absolventen der Dresdner Kunsthochschule (HfBK)” statt.
Und am 1. Juni, um 16 Uhr führt Annabell Rink aus der Museumspädagogik durch die Ausstellung.

Werk der Woche: Adrian Sauer “Geländer”

Freitag, 17. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Zwei Fotografien aus der sechsteiligen Serie “Restauration” wurden 2005 über die Förderankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben. Die Serie entstand 2004 in Berliner Gründerzeithäusern. Sauer interessierte der Umgang mit diesen Bauten im Osten nach dem Mauerfall. Die umfangreichen Sanierungen versteht er als ästhetischen Übergriff, der sich in den neu aufgebrachten Farbschichten manifestiert.

Adrian Sauer, Geländer, aus der Serie: Restauration, 2004, Ilfochrome, 100 x 70 cm,  ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Adrian Sauer, Geländer, aus der Serie: Restauration, 2004, Ilfochrome, 100 x 70 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Die Aufnahmen wurden unmittelbar nach der Sanierung gemacht. Alle Spuren des Gebrauchs und des Alters scheinen getilgt, aber selbst der makellose und irritierend perfekte Zustand lässt die Geschichte früherer Nutzung ahnen. Gezielt wählte Sauer für seine fast archäologische Serie „Restauration“ das analoge Cibachrom-Verfahren, das hochästhetische Abzüge vom Positivfilm ermöglicht. Es steht für allerhöchste Detailtreue und leuchtende Farbqualität, zählte aber zum Aufnahmezeitpunkt schon zu den veralteten Fototechniken.

Werk der Woche: Matthias Hoch “Brüssel #17″

Donnerstag, 02. Mai 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Der Fotograf Matthias Hoch interessierte sich schon als Student in den 1980er Jahren motivisch  für Bahnhöfe, Straßenverläufe und Transportsysteme. Er fotografiert seit dem Architektur sowie  technische Konstruktionen der Gegenwart und deren Details im Innen- und Außenraum. Der Künstler wählt unspektakuläre Motive, die dann in der Umsetzung durch die Wahl des Ausschnittes und die besondere Präzision der Darstellung eine beeindruckende Präsenz entfalten.

Matthias Hoch, Brüssel  #17, 2001 C-Print, 180 x 255 cm Inv. Nr. 98/ 2002 ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Matthias Hoch, Brüssel #17, 2001 C-Print, 180 x 255 cm Inv. Nr. 98/ 2002 ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

So trat Matthias Hoch bereits 1988 mit Fotografien von Bahnhöfen in Berlin, Dresden, Leipzig und Altenburg in Erscheinung. In den folgenden Jahren setzte er diese Serie auch in Städten außerhalb Ostdeutschlands fort, u.a. in Wolfsburg, Rom, Rotterdam, Tel Aviv und in Brüssel, wovon letzteres als Beispiel in der aktuellen Ausstellung jetzt hier zu sehen ist. Die ausgestellte Fotografie zeigt die Decke des Brüsseler Bahnhofs und wurde 2002 über die Förderankäufe des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben.

Unsere Veranstaltungstipps:

02.05.2013 um 16.30 Uhr: „Curator’s Choice“: „‚Ostdeutsche Landschaften‘ und ‚Fake Spaces‘“ mit Matthias Wagner

03.05.2013 um 19 Uhr: „DRUCK FREI! Zwischen Radierung, Linolschnitt und Siebdruck. Gegenwartsgrafik aus sächsischen Ateliers in der Sammlung des Kunstfonds“
mit Susanne Altmann, freie Kuratorin und Autorin (Dresden)

Werk der Woche: Bruno Raetsch “Heimat 11″

Donnerstag, 11. April 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Bruno Raetsch legt seine Arbeiten oft als Serien an. Unter Titeln wie beispielsweise „Mulde“ oder „Heimat“ vereint er Skulpturen mit Tuschezeichnungen. Das bildhauerische Schaffen des Künstlers beschränkt sich auf das Material Holz.

Bruno Raetsch, Heimat 11, 2007, Eiche, 210 x 100 x 110 cm Inv. Nr. 35/ 2011 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Bruno Raetsch, Heimat 11, 2007, Eiche, 210 x 100 x 110 cm Inv. Nr. 35/ 2011 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Ohne Vorzeichnung und Modell bearbeitet er den Block jeweils mit der Unmittelbarkeit der expressiven Geste. Mit der Kettensäge modelliert er grobe Einkerbungen und Löcher, Ecken, Kanten und raue Oberflächen, wobei die spezifische Materialität stets sichtbar bleibt. So entstehen filigrane, von Gestalten bevölkerte Miniaturlandschaften ebenso wie Porträts und Figuren, die eine eigentümlich statische Ruhe ausstrahlen. „Heimat 11“ verdankt seine Entstehung einen Himmelfahrts- und Männertagsausflug, der zu Begegnungen führte, die den Künstler zu dieser Arbeit inspirierten. Sie wurde im Rahmen der Förderankäufe 2011 für den Kunstfonds erworben.

Unser Veranstaltungstipp:

Am Sonntag, dem 14.04.2013 um 14 Uhr findet ein Rundgang durch die Ausstellung in der Kunsthalle im Lipsiusbau statt. Teilnahmegebühr 3 EUR zzgl. Eintritt.

Werk der Woche: Martin Borowski “Lobby II”

Donnerstag, 04. April 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier.Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Mit Hilfe des Computers beschreitet Borowski, wie bei den wie “Lobby II” oft großformatigen Gemälden, moderne Wege der Bildfindung. Ausgangsmaterial sind dabei medial vermittelte Bilder, z. B. Motive aus Warenkatalogen, die gescannt und dann digital bearbeitet werden.

Martin Borowski, Lobby II, 2002, Öl/ Leinwand, 155 x 390 cm, Inv. Nr. 16/ 390 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Martin Borowski, Lobby II, 2002, Öl/ Leinwand, 155 x 390 cm, Inv. Nr. 16/ 390 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Neben diesen Vorlagen benutzt er immer wieder Ausschnitte aus eigenen, älteren Werken, die am Computer weiter reduziert, abstrahiert und verfremdet werden. Der digital erarbeitete Entwurf wird dann auf die Leinwand übertragen. Dieses Bild wurde 2003 im Rahmen der Förderankäufe des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben und war vor der Ausstellung im Büro des sächsischen Ministerpräsidenten ausgestellt.


Werk der Woche: Olaf Holzapfel “White Rabbit”

Mittwoch, 27. März 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

„White Rabbit“ ist ein scheinbar transparenter aber doch undurchsichtig bleibender Kunststoffkörper amorpher Form. Seit etwa 2007 entstehen Objekte dieser Art, bei denen der Künstler die formalen Möglichkeiten dreidimensionaler Objekte auslotet.

Olaf Holzapfel, White Rabbit, 2007, Acrylglas, Weich-PVC, Lack, 153 x 84 x 116 cm, Inv. Nr. 13/ 2009 ©Dresden/ Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Olaf Holzapfel, White Rabbit, 2007, Acrylglas, Weich-PVC, Lack, 153 x 84 x 116 cm, Inv. Nr. 13/ 2009 © Dresden/ Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die transparenten bis opaken Kunststoffkörper mit ihren perfekten Oberflächen und oft unspezifischen Formen werden in der Regel auf eigens für sie gefertigten Holztischen oder -sockeln präsentiert. Mit diesen haptischen Paarungen untersucht Holzapfel Sehgewohnheiten der westlichen Welt und die Wahrnehmung der als multidimensional anerkannten und in steter Transformation befindlichen Wirklichkeit. Das Werk wurde 2009 über die Förderankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für die Sammlung des Kunstfonds erworben.

Unser Veranstaltungstipp:

Am 28.03.2013, um 16 Uhr findet eine Sonderführung zum Thema: „Dresdner und Leipziger Malerei“ durch die Ausstellung statt.