Mit ‘Führungen’ getaggte Artikel

Werk der Woche: Edgar Leciejewski “Schwarzenberg #19″

Dienstag, 25. Juni 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds” – noch bis 30. Juni in der Kunsthalle im Lipsiusbau

Bei Edgar Leciejewskis großformatigem Werk handelt es sich um eine vom Künstler als Scannografie bezeichnete Arbeit aus der Motivserie „Aves“. Diese Bilder entstanden ohne Kamera.
Leciejewski arrangierte hierzu am Straßenrand gefundene tote Vögel in verschiedenen Posen auf dem Scanner und belichtete diese. Das Resultat dieses kreativen fotografischen Bildschöpfungsverfahrens sind digitale Bilder von großer Detailgenauigkeit und nahezu haptischer Qualität.

Edgar Leciejewski, Schwarzenberg #19, 24.01.2008, 23:44, 2008, C-Print auf Aludibond, 185 x 244 cm, ©Dresden/ Kunstfonds, SKD

Edgar Leciejewski, Schwarzenberg #19, 24.01.2008, 23:44, 2008, C-Print auf Aludibond, 185 x 244 cm, © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Der hier ins Bild gesetzte Flügel lässt jedes Detail erkennen und ist von großer sinnlicher Wirkung und visueller Intensität, die zunächst verbirgt, dass es sich um eine zeitgenössische Variation der Nature morte und des Vanitas-Themas handelt. Das Werk wurde als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben.

Noch bis zum 30. Juni haben Sie diese Woche die Möglichkeit die Ausstellung “jetzt hier. Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds” zu besichtigen.

Am 27. Juni 2013 findet um 16:30 Uhr das letzte Kunstgespräch in der Ausstellung statt.
Silke Wagler, die Leiterin des Kunstfonds präsentiert Ihnen: “Curator’s Choice: Hauptwerke der Ausstellung”.
Ort: Kunsthalle im Lipsiusbau
Kosten: Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.

Am 28. Juni 2013 erfolgt um 16:00 Uhr auch der letzte Rundgang. Die Führung leitet Annabell Rink.
Ort: Kunsthalle im Lipsiusbau
Kosten; 3€ zzgl. Eintritt.

Museumspädagogin Karina Peschel im Interview

Mittwoch, 01. August 2012
Für die Sonderausstellung „Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500“ hat die Museumspädagogik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Vermittlungskonzepte speziell für Schulklassen entwickelt. Welche Besonderheiten ergeben sich hier im Vergleich zu den täglich in der Ausstellung stattfindenden Führungen?

Diese neuen Vermittlungskonzepte sollen den Schülern einen ganzheitlichen Zugang zu den Bildinhalten ermöglichen, indem auch emotionale Seiten angesprochen werden. Wir stellen eine Verbindung zum eigenen Leben her, und wecken damit das Interesse der Schüler an Themen, mit denen die meisten von ihnen heute im Alltag kaum etwas zu tun haben.

Methodisch werden die Schüler durch spezielle Aufgabenstellungen sehr aktiv in den Erkenntnisprozess einbezogen. Speeddatings und kleine szenische Einlagen, in denen das soeben Gehörte mittels einiger Requisiten von den Schülern selbst umgesetzt wird, gestalten den Aneignungsprozess lebendig und nachhaltig.

Eine Sonderregelung der Öffnungszeiten ermöglicht kunstbegeisterten Schulklassen und ihren Lehrern die Ausstellung im Rahmen des Vermittlungsprogramms bereits ab 8:00 Uhr zu besuchen. Wie wurde dieses Angebot wahrgenommen?

Die Sonderöffnungszeit wurde sehr gut angenommen, allerdings größtenteils erst ab 9.00 Uhr. Die Ruhe und Ungestörtheit zu dieser Zeit ermöglichte erst den Einsatz unserer vielleicht nicht ganz konventionellen Methoden, mit deren Hilfe wir die Schüler auflockern und in Gesprächsbereitschaft versetzen wollten.

Wie schätzen Sie das Interesse der Schüler zur Sonderausstellung ein? Gab es besondere Highlights oder Anregungen? Welche Rückmeldung haben Sie von den Lehrern bekommen?

Das Interesse an der „Sixtina“ war erfreulich hoch. Erfahrungsgemäß hängt das auch davon ab, wie „griffig“  Ausstellungstitel und Schulklassenthemen sind. Mit dem Thema „Von der Madonna zum Model“ hatten wir sozusagen „ins Schwarze“ getroffen.

Die Resonanz von Lehrern und Schülern war überaus positiv und zugleich ermutigend diesen Weg der Vermittlung weiter zu verfolgen. Das deutete sich schon bei der Vorstellung der Konzepte in der Lehrerweiterbildung an, als die Lehrer gleich selbst ein Speddating zum Thema „Schönheit“ machen wollten.

Besonders gern wurden auch praktische Angebote, wie die Herstellung einer Collage „Madonna 2012“ genutzt.

Die Kunstvermittlung im Museum beinhaltet nicht nur das Betrachten und Interpretieren von Gemälden, sondern bietet als fächerübergreifendes Medium das Potential zur Verbindung mehrerer Lerninhalte. Welche Fächerkombinationen eignen sich besonders für die Sonderausstellung?

Kunsterziehung, Deutsch, Geschichte, Religion, Ethik

Durch die Zusammenarbeit von Museen und schulischen Einrichtungen erhalten Lernende die Möglichkeit, sich in einem anderen Lernumfeld auszutauschen und Fragestellungen weiterzuentwickeln. Wird es zukünftig weitere praxisorientierte Führungen, auch im Bereich Erwachsenen- oder Seniorenbildung geben?

Diese interaktiven Konzepte werden im Museum der Zukunft gewiss eine Rolle spielen. M.E. erfordern sie aber eine gewisse Vertrautheit der Teilnehmer untereinander. Unsere Senioren sind vielleicht so eine Gruppe, die sich seit Jahren kennt, uns kennt und sehr aufgeschlossen und experimentierfreudig ist. Hier wollen wir demnächst mit interaktiven Vermittlungskonzepten arbeiten. Bei Touristen, die an einem Rundgang teilnehmen, kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass sie besonders begeistert wären, mit einem Fragebogen auf Entdeckungstour durchs Museum geschickt zu werden.

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Museumspädagogin in zwei bis drei Sätzen!

Ganz allgemein: Museumspädagogen stehen zwischen dem Objekt und dem Besucher. Konkret erarbeiten wir Vermittlungskonzepte, museumspädagogische Angebote zu jeder Ausstellung und Führungsinhalte, schreiben Förderanträge, bilden uns weiter und machen natürlich Führungen.

Vielen Dank für das Interview!

Praxisnahe Kunstvermittlung für Schulklassen zur Sonderausstellung

Donnerstag, 26. Juli 2012

Die MuseumspädagogInnen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben für die Sonderausstellung “Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500″ vier unterschiedliche Vermittlungskonzepte für Grundschüler und Schulklassen der Sekundarstufe I und II entwickelt. Diese widmen sich den Themen “Glaube, Liebe, Hoffnung”, “Von der Madonna zum Model”, “Warum so viele Heilige und wie erkenne ich sie?” sowie “Sacra Conversazione und Madonnenbild”.

Auszüge aus der kunstpädagogischen Vermittlungsarbeit:

Mit den SchülerInnen soll in den Vermittlungsprogrammen auf spielerisch-praktische Art ein eigener Zugang zu den Werken erarbeitet werden. Einige Impressionen aus der Vermittlungsarbeit zu den Themen „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und „Von der Madonna zum Model“ haben wir im Folgenden zusammengestellt:

„Glaube, Liebe, Hoffnung“

Zunächst verschaffen sich die SchülerInnen einen Überblick über die Ausstellung in Form eines Raumlaufs. Sie erhalten Gegenstände, die in den Gemälden dargestellt sind oder Memory-Karten, auf denen Bildausschnitte der Exponate zu sehen sind.

Aufgabe ist es, das passende Ausstellungsstück zu finden, genau anzuschauen und Fragen zur Abbildung zu entwickeln. Im Vordergrund stehen dabei die Tugenden des Christentums: “Glaube, Liebe, Hoffnung” In der Ausstellung sind viele christliche Sujets zu sehen, wie die Gottesmutter Maria, Engel, Heilige und Märtyrer. Die SchülerInnen erhalten beispielsweise Einblick in den Zusammenhang von Heiligen und ihren Attributen sowie zur Rolle des Glaubens in der Zeit der Renaissance.

Im praktischen Teil äußern sie sich selbst, indem sie ihre ganz eigenen und individuellen Gedanken über ihren Glauben, ihre Liebe und ihre Hoffnungen aufschreiben und vorstellen.

Einige interessante Statements der 6 bis 12jährigen Schüler zum Thema “Glaube, Liebe, Hoffnung”

 

 

 

 

 

„Von der Madonna zum Model“

Im Vermittlungskonzept “Von der Madonna zum Model” untersuchen die SchülerInnen ausgewählte Bildbeispiele in der Ausstellung auf Schönheitsideale der Renaissance und vergleichen diese mit unserer heutigen Vorstellung von Schönheit. Folgende Tabellen zeigen den Vergleich:

Als abschließende Praxisaufgabe fertigen die Schüler Collagen zum Thema “Madonna 2012“ an.

Dabei soll vor allem die individuelle Vorstellung einer zeitgenössischen Madonna widergespiegelt werden. Die Collagen ermöglichen durch ihre Bildsprache einen Einblick in die Innenwelt der Heranwachsenden, welche mit Worten oft nur schwer zu beschreiben ist.

Im Rahmen der Medienpartnerschaft mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bietet die Museumspädagogik der SKD Lehrerinnen und Lehrern diese ausstellungsbegleitenden Vermittlungskonzepte auf dem Schulportal der FAZ zum kostenlosen Download an. Sie finden diese unter www.fazschule.net.