Mit ‘Design’ getaggte Artikel

Creative Collisions – Studio Rygalik und junge Kreative

Montag, 19. September 2016

Die aktuelle Ausstellung des Kunstgewerbemuseums ist ein Experiment: Zwei Designer und zehn junge Kreative gestalten in zwei Workshops im Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz.
Die Direktorin Tulga Beyerle lud die renommierten polnischen Produktdesigner Tomek und Gosia Rygalik ein, eine Work-in-Progress Ausstellung zu entwickeln:  “Creative Collisions – Studio Rygalik und junge Kreative”. Möbeldesign und Food-Design sind die zwei zentralen Themen, welche die Designer zusammen mit jungen Menschen unterschiedlichster beruflicher wie kultureller Hintergründe ausloten und vertiefen.

Das Herzstück der Ausstellung ist ein Tisch, entworfen von Studio Rygalik und aus verschiedenen runden und vieleckigen Tischplatten zu einem großen Esstisch arrangiert – eine kreative Kollision in sich. Der Tisch ist in fast allen Kulturen ein Symbol der Zusammenkunft, des Austauschs, des Teilens. An ihm wird nicht nur gegessen, sondern es werden auch Pläne geschmiedet und Freundschaften geschlossen – ein Grund für den Freundeskreis der SKD, MSU – Museis Saxonicis Usui – den Tisch für das Kunstgewerbemuseum zu erwerben.

Ausstellungsansicht „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

Ausstellungsansicht „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

 

Im ersten Workshop Ende August sollte jeder der zehn Teilnehmer eigene Sitzmöbel skizzieren und entwerfen. Auf der Suche nach geeigneten Materialien, durchforsteten sie in Dresden zusammen mit den Designern Werkstätten, Flohmärkte und Container mit Möbelresten und bauten innerhalb von insgesamt vier Tagen – auch mit scheinbar unbrauchbaren Fundstücken – Sitzmöbel nach ihren eigenen Vorstellungen. Jeder Stuhl erzählt eine Geschichte, ist zugleich ein Repräsentant seines Entwerfers und direkt durch den kreativ-kulturellen Austausch inspiriert. Gemeinsam mit dem Tisch fügen sich die Sitzmöbel in ein dichtes Ensemble

Kurzportraits der Stuhldesigner

Diese gemeinsam verbrachte Zeit, der produktive Prozess des ersten Workshops begleitete der bekannte polnische Filmemacher Michał Marczak. Seine Kurz-Dokumentation ist ein weiteres Element, welches das Prozesshafte in der Ausstellung sichtbar werden lässt.

Im zweiten Workshop (16.-18.09.) wird der Aspekt des Food Design fortgeführt. In einem Brunch am 18.09. (11 Uhr) werden syrisch-deutsch-polnische Hybridhäppchen erneut von der Bereicherung der Kulturen zeugen. Der Workshop unter dem Thema Food Design ist getragen von Fragen: Was und wie essen wir? Wie gestalten wir unser Essen und das Drumherum? Worin unterscheiden sich unsere kulturellen Vorstellungen von Esskultur, welche Formen nehmen diese Unterschiede an? Wo liegen die Gemeinsamkeiten?

Festmahl: Ergebnis des Cooking Workshop „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček
Festmahl: Ergebnis des Cooking Workshop „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

Diese Ausstellung ist getragen von der Freude am Gestalten, von Kreativität. Über den kurzen Zeitraum von zwei Workshops lernen Menschen einander kennen und inspirieren sich. Kreativität existiert über Sprachen und Herkunft hinweg, sie ist eine zentrale Kraft, unsere Welt gemeinsam zu gestalten.
Die Ergebnisse dieses gemeinschaftlichen Prozesses sind bis ersten November 2016 im Bergpalais des Kunstgewerbemuseums zu erleben und zu besichtigen.

Ausstellung: 03. September bis 01. November 2016

Workshop I: 29. August bis 02. September 2016
Workshop II: 16. September bis 18. September 2016

Die falsche Blume – Klangwelt & Tanz

Freitag, 11. September 2015

Zum Abschluss der Ausstellung „Die falsche Blume“ und der ihr gewidmeten Blogserie folgt heute unser abschließender Beitrag mit den beiden letzten Szenen „Klangwelt“ und „Tanz“. Am Sonntag, den 13. September, endet die Schau!

Die beiden Szenen thematisiert das eigens für die Ausstellung entstandene Balettstück, das die Erlebnisse der Blumenmacherin Lore beinhaltet. Der Tanz wurde von Mikel Aristegui choreographiert, die Musik von Artiom Ordiyants komponiert. In der Szene „Klangwelt“ hört man das komponierte Stück über Kopfhörer. Dabei fällt der Blick auf einen großen Bildschirm an der Wand, auf dem sich ein 3D-Rendering des Lore-Entwurfs dreht.

In der darauffolgenden Szene „Tanz“ sind die Kostüme aus der dazugehörigen Ballettchoreographie auf Kleiderpuppen zu sehen. Parallel dazu läuft das Video des Tanzes über eine Beamerpräsentation.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Tanz“ © SKD Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Tanz“ © SKD Foto: Ronald Bonss

Die Hemden aus Baumwolle mit Digitaldruck, Schals, Tücher, Strumpfhosen aus Jersey mit Digitaldruck und das Cape aus Seide mit Digitaldruck stammen alle aus dem Hause Color Textil.

Die Manufaktur besteht aus führenden Druckern und Veredlern von hochwertigen, innovativen Textilien. Sie entwickeln und produzieren Textildrucke mit komplexen Druck- und Veredelungsanforderungen für die Bereiche Mode, Heim- und technische Textilien. Dabei kommen verschieden Druckverfahren zum Einsatz. Gegründet 1899, produziert das Unternehmen heute mit 190 Mitarbeitern jährlich ca. 9 Mio. laufende Meter Stoff.

Die Textildesigner übertragen den digitalen Entwurf Hermann August Weizeneggers in maschinenlesbare Daten. Im Digitaldruckverfahren wird dieser schließlich ohne Druckschablone auf die Stoffbahnen aufgetragen. Hierbei ist das Besondere, dass eigens für die Bedürfnisse der Firma eine Druckmaschine angefertigt wurde. Für „Die falsche Blume“ wurden Interlock Jersey, Seidenkrepp-Satin und Baumwoll-Batist bedruckt.

Im Anschluss an den Druck werden die Textilien gedämpft, gewaschen, getrocknet, über Spannrahmen gezogen und chemisch behandelt. Erst dadurch erhalten die bedruckten Textilien ihr endgültiges Maß, einen weichen „Griff“ sowie die gewünschte Strahlkraft.

Im oberfränkischen Konradsreuth liegt eine der führenden und modernsten Möbelstoffwebereien Europas – die Hitex®–Manufaktur Rohleder. Hier wurden die in der Szene zu sehenden Stücke wie Sakkos, Weste, Cape aus Velours mit Digitaldruck, Oberteil und Rock aus Vorhangstoff hergestellt.

Stoff eines Sakkos aus Velours mit Digitaldruck © Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, 2015

Stoff eines Sakkos aus Velours mit Digitaldruck © Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, 2015

Inhaber Klaus Rohleder und Geschäftsführer Hans Schüssel leiten das 1946 gegründete Unternehmen in der zweiten Generation. Mit über 70 Mitarbeitern fertigt die Firma Florgewebe wie Epinglé und Velours genauso wie Flachgewebe in Jacquard-Webtechnik oder auch Dekorationstextilien an.

Das für die Vorhänge und somit auch für die Röcke verwendete Viskoseveloursgewebe wird auf einer eigens für Rohleder gefertigten Maschine hergestellt, die eine besonders dichte Webeinstellung ermöglicht. Nach dem Weben werden die Stoffe digital bedruckt. Die Kombination der beiden Verfahren erzeugt ein gleichermaßen weiches und brillantes Textil.

Bei den Gardinenstoffen handelt es sich um sogenannte „Drehergewebe“. Dabei liegen die Kettfäden in größeren Abständen von rund 4mm. Im Webevorgang werden sie miteinander verdreht und halten dadurch den Schussfaden. Das Ergebnis ist ein Gewebe, das transparent aber doch „schiebefest“ – also in sich stabil – ist. Abschließend werden auch diese Textilien digital bedruckt.

Das Zentrum des Aufbaus © SKD Foto: Torsten-Pieter Rösler

Das Zentrum des Aufbaus © SKD Foto: Torsten-Pieter Rösler

Zum Schluss des Rundgangs gelangt man schließlich in die Mitte des Rondells. Dort befinden sich an den Seitenwänden die Infotafeln zu den Firmen, sowie zentral eine Loreblume in einer gläsernen Vase. Das Märchen wird in den letzen Szenebildern auf sinnliche Weise, ohne Worte, noch einmal erlebbar, sodass der Besucher das Erfahrene synästhetisch noch einmal Revue passieren lassen kann.

Weitere Mitwirkende Manufakturen in diesen Szenen waren unter anderem Weissfee GmbH und Deutsche Kunstblume Sebnitz.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

Die falsche Blume – Frühlingszauber & Fürbitten

Freitag, 04. September 2015

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Die Schau kann noch bis zum 13. September im Wasserpalais, im Schloss Pillnitz bestaunt werden.

Heute setzen wir die Reise fort und begeben uns an die Stelle der Geschichte, an der Lore aufgrund des hohen Fiebers und der Erschöpfung noch in derselben Nacht nach ihrer Heimkehr verstirbt. Die Szene Frühlingszauber spiegelt das wundersame Ereignis des plötzlichen Frühlingserwachens, der von Lores Totenkranz ausgeht, in der ganzen Gegend wieder.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Frühlingszauber“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Frühlingszauber“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

In langanhaltenden Wintern entwickelte sich daher die Tradition, dass sich alle Menschen der Gegend in der Kapelle versammelten und Lore in ihre Fürbitten einschlossen. Der Totenkranz und die Kapelle werden daher in der Szene „Fürbitten“ nachempfunden.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Fürbitten“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Fürbitten“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Der Intarsien-Fußboden „Flora“ stammt aus der Werkstatt von Gunter Ludwig. Der Handwerksmeister und geprüfte Restaurator fertigt in Schmiedeberg neue, hochwertige Fußböden oder frischt bestehende, wertvolle Holzfußböden oder Dielungen fachmännisch auf. Aus verschiedenen Hölzern fertigt er zudem kunstvolle Intarsien nach Kundenwunsch.

Zunächst wird der grafische Entwurf der Blume in ein Schablonenmuster übertragen. Hierbei wird festgelegt, welche Farbigkeit durch welche Hölzer bewirkt wird und welche Maße die einzelnen Teile haben sollen. Bis ins kleinste Detail wird die feingliedrige Musteradaption geplant. Aus Esche, Roteiche und Eiche werden die einzelnen Elemente in Form flacher Plättchen zurechtgesägt, im Motiv angeordnet und anschließend so auf dem Trägermaterial verleimt, dass die eingelegten Holzstückchen bündig mit der Oberfläche abschließen. Zum Schluss erfolgt eine pflegende Nachbehandlung.

Die vier Wanddekor-Platten stammen aus dem Hause Meissen Couture®. Gegründet durch August den Starken im Jahre 1710, ist die Manufaktur Meissen® die älteste Porzellanmanufaktur in Europa. In den letzten Jahren entwickelte sie sich zu einer Luxusmarke, die unter dem Namen Meissen Couture® firmiert. Die Manufaktur Meissen® mit Sitz in Sachsen ist das Kompetenzzentrum für die Produktion hochwertiger Porzellanobjekte sowie für künstlerische Handmalerei in Perfektion. Seit 1918 ist die Gruppe Meissen Couture® im Besitz des Freistaates Sachsen und beschäftigt heute etwa 650 Mitarbeiter.

Teller mit der Loreblume in Aufglasur, © Meissen

Teller mit der Loreblume in Aufglasur, © Meissen

Nach der Zeichenschulausbildung erlernt der Porzellanmaler die traditionelle Meissener Handmalerei. Das Ausarbeiten von Dekoren kann vor dem Brand in Unterglasur- oder nach dem Brand in Aufglasurmalerei auf die Oberfläche des Porzellans erfolgen. Bei der Unterglasurmalerei ist zu beachten, dass sich die Farbpigmente durch den Brand verändern. Die Technik ist hierbei die selbe, wie bei der Aufglasur der 3 Teller „Flussteufel“ in der Szene „Geldsack“.

Doch nicht nur die Porzellanmalerei gehört zu dem Fachgebiet von Meissen Couture©, so fertigte die Manufaktur verschiedene Schmuckelemente für die Hängeleuchte „Meissenland“ in der Szene „Geldsack“.

Ausstellungsansicht der Hängeleuchte „Meissenland“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht der Hängeleuchte „Meissenland“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Da Porzellanfiguren nicht im Ganzen gefertigt werden können, formt man zunächst Einzelteile aus Porzellanmasse. Der Bossierer überarbeitet diese Einzelelemente und fürgt sie zu einem Ganzen zusammen. Schmluckelemente, wie etwa die Blüten, modelliert der Bossierer frei in der Handfläche oder mit Ausformhilfen.

Inzwischen bietet Meissen Couture© seinen Kunden eine Vielfalt von Produkten, so wurde die Produktpalette deutlich erweitert und reicht derzeit von Textilmode wie Braut- oder Abendkleider, über Accessoires wie Hand- und Brieftaschen bis hin zu Einstecktüchern

Weitere Mitwirkende Manufakturen in diesen Szenen waren unter anderem Deutsche Kunstblume Sebnitz und Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, diese werden wir in einem der kommenden Beiträge vorstellen oder wurden bereits vorgestellt.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

Die falsche Blume – Fieberwahn

Freitag, 21. August 2015

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Die Schau kann noch bis zum 13. September im Wasserpalais in Pillnitz bestaunt werden.

Wir nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Sage der Lore. Heute begeben wir uns an die Stelle der Geschichte, an der Lore aufgrund der Strapazen der langen und komplikationsreichen Reise in der Stube zusammenbricht und im Fieberwahn ihrer Großmutter alles erzählt, was sie erlebt hat. Durch den Teppich auf dem Boden, das Bild an der Wand, die Blumen auf dem Tisch und die Quastenleuchte an der Decke wird in dieser Szene die gemütliche Stube nachempfunden.

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Fieberwahn“, zu sehen ist Lore, die ihrer Großmutter im Fieberwahn ihre Erlebnisse erzählt © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Fieberwahn“, zu sehen ist Lore, die ihrer Großmutter im Fieberwahn ihre Erlebnisse erzählt © SKD, Foto: Ronald Bonss

Der Sessel und der zugehörige Hocker „Perianth“ wurden beide in der Krebes Raumausstattung & Polsterei gefertigt. Als Gesamtdienstleister bietet die Manufaktur sowohl die Maßanfertigung von Polstermöbeln, das Neupolstern und -beziehen als auch das Planen und Gestalten von Heimtextilien an. Das Berliner Ladengeschäft bietet die Möglichkeit, einen Einblick in das Handwerk als Raumausstatter zu erhalten – gläserne Wände erlauben den Blick hinter die Kulissen. Besonderen Wert legen Krebes auf die Kontrolle ökologischer Unbedenklichkeit und fairer Herstellungsbedingungen ihrer Stoffe.

Nach dem Entwurf Hermann August Weizeneggers und unter Berücksichtigung von Nutzen und Funktionalität wird das Sesselgestell aus Hartholz in der Tischlerei maßgenau angefertigt. Damit wird die Grundform des Möbels definiert und die notwendige Struktur für die Polsterung angelegt.
Danach werden auf dem Gestell kreuzweise Gurte mit Nägeln befestigt. Darauf näht man Sprungfedern, welche miteinander verschnürt und mittels Knoten in Form gebracht werden. Lagen von Bezügen und Füllmaterial werden aufgebracht, bis sie die Gestalt des geplanten Sessels haben – die sogenannte „Fasson“. Abschließend bezieht man diese Lagen mit dem eigens dafür angefertigten Möbelstoff.

Maßanfertigung des Sesselgestells aus Hartholz für Modell „Perianth“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Krebes Raumausstattung & Polsterei, Foto und © Krebes Raumausstattung & Polsterei

Maßanfertigung des Sesselgestells aus Hartholz für Modell „Perianth“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Krebes Raumausstattung & Polsterei, Foto und © Krebes Raumausstattung & Polsterei

Die Vase „Flussgeist“ stammt aus der Manufaktur Gotthard – Glas. Der Ausgangspunkt für Gotthard Petricks Glasarbeiten liegt in einem in Arsall-Technik gefertigten Stück, das ihn vor langer Zeit faszinierte: eine aufwändige Überfangtechnik für Glas. Daraufhin absolvierte er eine Ausbildung zum Diplomingeneur für Glashüttentechnik, machte sich als Produktionsoptimierer selbständig und entwirft heute selbst. Seine Arbeitsweise wurde sein Markenzeichen, das er 2010 als „Gotthard-Glas“ schützen ließ. Heute präsentiert Petrick seine Arbeiten in seinem Bad Muskauer Geschäft.

Bei dieser Vase werden mittels Überfangtechnik verschiedenfarbige Glasschichten in einer mobilen Aufheizkiste auf ein Grundglas aufgeschmolzen. Die typische Arsall-Technik, die Gotthard Petrick so beeindruckte, kann in der Szene Geldsack an einer Vase bestaunt werden. Hierbei wird auf die jeweils oberste Schicht – auf der Fläche des in dieser Farbe gewünschten Musterteils – eine säurebeständige Schutzschicht aufgezogen. Anschließend werden mit einem Säureverfahren die ungeschützen Flächen in mehreren Schritten herausgeätzt, um das mehrfarbige Blumenmuster zu erzeugen. Abschließend werden die Vasen durch Sandstraheln satiniert.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Fieberwahn“ © SKD, Foto: Torsten-Pieter Rösler

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Fieberwahn“ © SKD, Foto: Torsten-Pieter Rösler

Jende Posamenten Manufaktur fertigte für diese Szene sowohl die Hängeleuchte „Quastenleuchte“ als auch die beiden Raffhalter „Forst“ für die Vorhänge an. Das Unternehmen zählt zu einer der letzten Manufakturen für traditionelle Posamenten (Besatzartikel auf textilen Endprodukten) in Deutschland. Gegründet wurde sie 1884 von Theodor Wagler in Berlin. Nachdem das Unternehmen drei Generationen lang in Berlin geführt wurde, wurde es 2006 in die Tuchmacherstadt Forst (Lausitz) verkauft, wo es 2013 Familie Jende aus der Insolvenz übernahm. Zum Sortiment gehören unter anderem verschiedenste Borten und Besätze, Schnuren und Fransen. Hauptsächlich in Handarbeit entstehen unterschiedlichste Quasten und Taue sowie gedrehte Textilkabel. Besonders aufwändig in der Gestaltung der Leuchte sind die beiden Baldachine. Die aus Holz bestehende Grundform wird von Hand mit einer zuvor gefertigten Gimpe (eine Art feste Schnur) berollt. Anschließend erfolgt die Bekettung mit dem Netz. Auf diese Art werden auch häufig die Facons von Quasten bearbeitet.

Ausstellungsansicht der Hängeleuchte „Quastenleuchte“ ©SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht der Hängeleuchte „Quastenleuchte“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ein besonderes Schmuckelement an dem Raffhalter ist das Spikat jeweils am Ende des Taus. Aus einer zuvor in Handarbeit hergestellten Gimpe wird per Hand ein Knoten gestochen. Das Spikat dient als Schmuckelement, aber auch als Abdeckung an dem Tau. Es ist in der Posamenterie auch an vielen anderen Produkten zu finden.

Raffhalter und Spikat „Forst“ in der Szene „Fieberwahn“ © SKD, Foto: Torsten-Pieter Rösler

Raffhalter und Spikat „Forst“ in der Szene „Fieberwahn“ © SKD, Foto: Torsten-Pieter Rösler

Weitere Mitwirkende Manufakturen in dieser Szene waren unter anderem Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, Meissen Couture ® und Deutsche Kunstblume Sebnitz. Diese werden wir in einem der kommenden Beiträge vorstellen oder wurden bereits vorgestellt.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

Die falsche Blume – Eiswasser & Flussteufel

Freitag, 14. August 2015

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Die Schau kann noch bis zum 13. September im Wasserpalais in Pillnitz bestaunt werden.

Wir nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Sage der Lore. Heute begeben wir uns an die Stelle der Geschichte, an der Lore auf Ihrem Heimweg in den Sebnitzer Fluss einbricht und von dem zunächst erbosten Flussteufel gerettet wird. Die Szene „Eiswasser“ empfindet hierbei den Fluss und die schneebedeckte Winterlandschaft nach. Eine weitere kleinere Szene ist hierbei allein dem Flussteufel gewidmet und trägt daher auch seinen Namen.

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Eiswasser“, zu sehen sind Lore und der Sebnitzer Flussteufel © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Eiswasser“, zu sehen sind Lore und der Sebnitzer Flussteufel © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die drei Bettwäschen „Röntgenbotanik“, die im Hintergrund dieser Szene das Eiswasser simulieren, stammen aus der Manufaktur Curt Bauer GmbH, das mittelständische Familienunternehmen ist in vierter Generation seit über 130 Jahren tätig. Am Firmenstandort im erzgebirgischen Aue finden sich produktionsvorbereitende Bereiche wie zum Beispiel die Weberei oder Färberei. Das Hauptsortiment erstreckt sich von Haustextilien wie Bettwäsche oder Tischwäsche über Bekleidungsdamaste wie „Grand Boubou”-Kleidung bis hin zu technischen Textilien wie Laderaumabdeckungen. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen hierbei auf Qualität und Nachhaltigkeit.

Durch das Weben mit der Jacquard-Technik (Normale Webstühle können nur Gruppen von Kettfäden anheben – in der Jaquard-Technik können gezielt einzelne Kettfäden angehoben werden) können großflächige und detaillierte Musterungen mittels der programmierten Webstühle hergestellt werden.

In der Baumwollveredlung werden dann zuerst lose Faserenden abgesengt und das Textil gebleicht. Das darauf folgende Mercersieren verleiht der Wäsche durch Strecken der Fasern dauerhaften Glanz. Anschließend durchläuft das Textil unterschiedliche chemische und mechanische Methoden zur Herstellung der spezifischen Materialeigenschaften je nach Einsatzgebiet. Zuletzt wird das Textil beim Kalandern mit großem Druck und hoher Temperatur geglättet.

Ausstellungsansicht von einer der fünf Leuchten „Cumulus“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht von einer der fünf Leuchten „Cumulus“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die fünf, von oben herabhängenden Leuchten „Cumulus“ wurden in der Manufaktur Weissfee GmbH gefertigt. Seit mehr als 20 Jahren steht die Firma in der Tradition vogtländischer Stickerei und Spitzen-Herstellung und kombiniert diese Kenntnisse mit moderner Technik und zeitgenössischer Gestaltung. Geführt wird das in Mühltroff bei Plauen ansässige Unternehmen, das einst als Verbund zahlreicher kleiner Manufakturen entstanden war, von der Eigentümerin Heike Peter. Ihre Vorliebe für weiß in weiß gestickte Arbeiten führte 2008 zum jetzigen Firmennamen und einer inhaltlichen Neupositionierung, die darauf abzielt, exklusive Spitzen-Textilien herzustellen.

Die Gestalter brachen den Entwurf der Blume in ein zweidimensionales, ornamentales Muster um. Eine Besonderheit dieser Art der Spitzenfertigung ist es, zwischen den Garnen Leerräume entstehen zu lassen, ohne dass die Konstruktion instabil wird. Durch generative Programmierung verformt sich das Spitzenband der Lampenschirme nach Auslösung und aufwändiger Konfektionierung zu individuellen Spiralen.

In der kleinen, danebenliegenden Szene „Flussteufel“ ist der Likör „Sebnitzer Flussteufel“ mit zwei passenden Likörgläsern zu sehen. Der Likör wurde eigens für diese Ausstellung durch Augustus Rex® Erste Dresdner Spezielitätenbrennerei GmbH gebrannt.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Flussteufel “ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Flussteufel “ © SKD, Foto: Ronald Bonss

„Nil nisi optimorum – Nur vom Besten“ – getreu diesem Gebot hat Augustus Rex® im Jahr 2001 die „Erste Dresdner Spezialitätenbrennerei“ gegründet. Die alten Streuobstwiesen August des Starken bieten sowohl die Rohstoffbasis für die sortenreinen Destillate als auch den Namen des Unternehmens. Ziel von Augustus Rex® ist es, nicht mehr wirtschaftlich genutzte, alte Obstsorten zu erhalten, indem aus ihnen hochwertige Edelbrände hergestellt werden. Diese einmaligen Ressourcen an ungespritztem Obst ermöglichen es hocharomatische, sortenreine Destillate in großer Vielfalt und hoher Qualität herzustellen.

Der Kräuterlikör besteht aus 50 ausgewählten Kräutern und wird mit reinem Quellwasser und Alkohol in Fässern angesetzt. Nach sensorischer Prüfung durch die Destillateure erfolgt das Abrunden der Aromatik durch den Zusatz von Zucker. Nach einer Ruhezeit von bis zu sechs Wochen wird der Kräuterlikör in Flaschen handabgefüllt und etikettiert. Für den „Sebnitzer Flussteufel“ wurden individuelle Etiketten gefertigt. Das darauf zu sehende Motiv kann gleichermaßen als Teufelsfratze oder als Blumensilhouette interpretiert werden.

Außerdem beteiligt an diesen Szenen war unter anderem die Manufaktur Deutsche Kunstblume Sebnitz. Mehr zu dieser Manufaktur findet ihr in diesem Beitrag.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

 

Die falsche Blume – Geldsack

Freitag, 07. August 2015

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Die Schau kann noch bis zum 13. September im Wasserpalais in Pillnitz bestaunt werden.

Heute setzen wir die Reise fort und begeben uns an die Stelle der Geschichte, in der Lore die Manufaktur von Louis Meiche aufsucht. Der Blumenfabrikant wird von seinen Angestellten heimlich „Geldsack“ genannt. Diesen Reichtum repräsentiert auch die Einrichtung der zweiten Szene. Eine aufwendig gearbeitete Tapete, Stühle aus hochwertigem Holz und ein Tisch gedeckt mit einem edlen Tafelservice.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die zweite Szene „Geldsack“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Geldsack“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Der Barhocker „Devon“, der links in der Ecke des Raumes zu sehen ist, stammt aus der Manufaktur Sitzmöbelhandwerk Oelsa eG. In den Meisterwerkstätten werden Stühle und Tische aller Art sowie Kleinmöbel auf Kundenwunsch handwerklich gefertigt und repariert. Seite über 50 Jahren führt die Genossenschaft damit die Stuhlbauer-Tradition der Rabenauer Gegend fort. Die Produktionsgemeinschaft ist ein Verbund von Stuhlbauern, Holzbildhauern, Flechtern, Polierern und Polsterern und wurde 1958 von 55 Meistern gegründet. Heute bewahren 9 Mitglieder mit 29 Beschäftigten die Handwerkskunst. Ihre Produkte und Dienstleistungen werden seit 1998 unter der Marke „Die Meister des Stuhlbaus. Traditionell in Sachsen®“ geführt.

Für die Konstruktion fertigt der Stuhlbauer zunächst Schablonen an. Mit der Bandsäge, Hobel- und Fräsmaschinen werden die einzelnen Gestellteile dann hergestellt. Diese werden durch Zapfen- und Dübelverbindungen unter Zuhilfenahme von Zwingen verleimt und anschließend an den Verbindungsstellen verputzt. Darauf folgen aufwändige, von Hand ausgeführte Schleifarbeiten, um die Form der Rundungen zu modellieren.

Die mit aus Blattmetall gearbeiteten Blumen verzierte Tapete „Dresden“ wurde in der Welter ® Manufaktur für Wandunikate hergestellt. Das Unternehmen fertigt seit seiner Gründung vor über 30 Jahren von Ulrich Welter in Berlin hochwertige Wandbekleidung. So statteten Sie bereits zu verschiedenen Gelegenheiten beispielsweise Boutiquen von Chanel, Waldorf Astoria Hotels oder die Golden Globes aus. Die Manufaktur bietet hauseigene Kollektionen von handgearbeiteten Tapeten und Wandpaneelen sowie Maßfertigungen für Firmenkunden. Dabei kommen vielfältige Materialien und Techniken zum Einsatz. Neben Blattmetall werden auch Perlen, Kristalle, Minerale und Glas verarbeitet.

Im ersten Schritt zur Tapete wird das Blumenmotiv für die Übertragung in ein rapportfähiges Muster umgewandelt. Rapportfähig ist ein Einzelteil dann, wenn es in alle Richtungen unendlich angeordnet werden kann. Dann wird die eigens angemischte, dunkelblaue Grundierung auf die Tapetenbahnen aus Vlies aufgetragen. Darauf wird in einem Siebdruckverfahren das Blumenmuster in Spezialkleber aufgedruckt. Auf diesen wird schließlich von Hand Blattmetall in Silber aufgelegt.

Auflegen des Blattmetalls von Hand © Welter ® Manufaktur für Wandunikate

Auflegen des Blattmetalls von Hand © Welter ® Manufaktur für Wandunikate

Im zweiten Druckvorgang wird auf das Muster eine Patinierung aufgebracht – so entsteht eine künstliche Schicht, die in Farbe und Muster Alterungserscheinungen des Materials und damit eine historisch gewachsene Hochwertigkeit nachahmt. Nachdem alles getrocknet ist und die Klebeverbindungen stabil sind, werden in einem dritten Druckdurchgang die Konturen des Musters aufgedruckt.

Die drei Gläser „Klimax“, die auf dem Tisch zu sehen sind, stammen aus der Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH. Dort arbeiten seit 1836 Glasmacher, Schleifer, Graveure, Maler und Handwerker weiterer Fachberufe des Glasgewerbes. Sie verfügen über großes Wissen und Erfahrung, die sie für die Herstellung wertvoller Gläser benötigen. Viele Arbeiter sind schon seit Jahrzehnten und nicht wenige in vierter, fünfter Generation in Theresienthal tätig. Sie stellen ihre Gläser nach wie vor ausschließlich in Handarbeit und vollständig vor Ort her – so können sie die hohe Qualität des Endprodukts garantieren.

Nach der Anfertigung des Holzmodels entnimmt der Glasmacher dem Ofen einen Glasklumpen und bringt diesen mittels Blasen, Drehen und gezielter Kühlung in die Form des Trinkglases. Am schwierigsten ist hierbei die Fertigung des Bodens und des Stieles. Auf der erkalteten Glasoberfläche wird dann das Blumenmuster zuerst angezeichnet. Anschließend arbeitet der Graveur an einem maschinell angetriebenen Diamantgravurrad freihändig das vorgezeichnete Muster heraus.

Freihändiges einarbeiten des Musters mithilfe eines Diamantgravurrads © Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH

Freihändiges Einarbeiten des Musters mithilfe eines Diamantgravurrads © Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH

Weitere Mitwirkende Manufakturen in dieser Szene waren unter anderem Heinz Möbelbau in Handarbeit, Jende Posamenten Manufaktur, Meissen Couture ®, Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, Weissfee GmbH und Gotthard-Glas, diese werden wir in einem der kommenden Beiträge vorstellen oder wurden bereits vorgestellt.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

Die falsche Blume – Blümelstube

Freitag, 24. Juli 2015

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Wir nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Sage der Lore, die Ausstellung ist in einzelne Szenen der Geschichte gegliedert und erzählt so fortlaufend von den Erlebnissen der Lore. Jeder Szenenbereich wurde eigens für die Ausstellung von Hermann August Weizenegger designt, teilweise wirkte er zusammen mit verschiedenen regional und überregional ansässigen Manufakturen an der Umsetzung mit. Einzelne Manufakturen und ihre Arbeiten stellen wir euch sukzessiv hier vor.  Wir beginnen mit der Anfangsszene – Der Blümelstube:

Die Gestaltung erinnert an eine rustikale Bauernstube und nimmt somit Bezug auf das Heim von Lore und ihrer Großmutter. An diesem Ort entwirft Lore ihre sonderbare Blume, daher sind im Hintergrund, an der Wand, verschiedene Blümelmaterialien zu erkennen, auf dem Tisch findet man einzelne Werkzeuge, die man für die Herstellung von Kunstblumen benötigt.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die erste Szene „Blümelstube“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Blümelstube“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die Leuchte namens „Große Lore“ sowie die drei Kunstblumen wurden in Zusammenarbeit der beiden Manufakturen „Deutsche Kunstblume Sebnitz“ und „PTZ- Prototypenzentrum GmbH“ produziert.

Die Blütenblätter wurden von der Manufaktur „Deutsche Kunstblume Sebnitz“ gefertigt. Sie zählt zu den wenigen Manufakturen weltweit, in denen noch heute hochwertige künstliche Blumen in traditioneller Handarbeit hergestellt werden. Bereits seit über 180 Jahren ist dieses Handwerk in Sebnitz an der böhmischen Grenze zu Hause. Die faszinierende Tradition der Sebnitzer Seidenblumenherstellung mit ihren aufwändig gefertigten Kunstwerken ist bundesweit und über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Täuschend echte Blüten und Blätter werden für Theater und Film, für Modeschöpfer und Events, für Privatpersonen und Firmen nach individuellen Vorstellungen hergestellt.

Die Herstellung einer Kunstblume beginnt mit dem Einfärben. Besondere Sorgfalt erfordern die Eigenheiten der Farben und Stoffe. Die Farbe muss genau getroffen werden und aus den vorrätigen Grundfarbstoffen zu mischen sein. Dann werden die Schattierungen und Maserungen von Hand aufgebracht.

Nachdem die Blüten mittels Stanzeisen aus dem Stoff gestanzt wurden, erhalten sie durch heiße Prägeeisen ihre natürliche Optik. Danach kommt es zur eigentlichen Binderei, dem Blümeln, indem alle vorgefertigten Einzelteile zu Blumen zusammengebunden werden.

Das Innenleben und die Fassung der Blume wurden von der PTZ-Prototypenzentrum GmbH in einem aufwändigen 3D-Druckverfahren hergestellt.

In der 1996 gegründeten Manufaktur fertigen 17 Mitarbeiter mit modernsten Technologien Erstmodelle, Werkzeuge und Kleinserien, die auch ohne Gussformen aus Metall gefertigt und so in praktischen Testverfahren angewendet werden können. Dieses Verfahren wird hauptsächlich in der Automobilindustrie und Gerätetechnik sowie im  Anlagen- und Maschinenbau angewendet.

Die Basis eines jeden 3D-Druckverfahrens stellen die 3D-Daten dar. Diese werden an leistungsfähigen Rechnern in die benötigten Datenformate gewandelt, kontrolliert und entsprechend den Anforderungen des gewünschten Verfahrens angepasst. Nur aus gut aufbereiteten Daten lassen sich gute Teile drucken.

Bei dem 3-D Druck selbst schmilzt ein Laser einzelne Schichten des Bauteils nacheinander in ein Kunsttoffpulverbett. Die Basis bilden die vorbereiteten 3D-Daten. Das Kunststoffteil baut sich so Schicht für Schicht zur gewünschten Form auf. Anschließend werden die Teile aus dem Pulver entnommen und restliche Anhaftungen entfernt.

Ausstellungsansicht die Leuchte„Die Große Lore“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht der Leuchte„Die Große Lore“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Den Tisch „Stollberg“ und das Tellerregal „Annaberg“ sowie die beiden verschiedenfarbig gefassten Stühle „Erz“ (der dritte Stuhl dieser Serie befindet sich im Depot), stammen aus der Manufaktur „Heinz Möbelbau in Handarbeit“.

Am Rand von Dresden gelegen, fertigt das Unternehmen Heinz Möbelbau in Handarbeit Unikate nach Kundenwunsch. Verschiedene Möbelarten und -stile werden hier verwirklicht. Sitzmöbel wie Stühle und Sessel werden nach bestehenden Modellen in Kleinserien oder als Einzelstücke hergestellt. Das Unternehmen produziert außerdem Möbel und Polstergestelle als Dienstleister für Tischler, Raumausstatter, Designer und Architekten.

Meist dient eine Schablone als Grundlage für die Vervielfältigung der Einzelteile. Für den Sitz wird diese zunächst ausgesägt und dann auf speziellen Fräslehren zur endgültigen Form weiterbearbeitet.

Für den Stuhl „Erz“ und das Tellerregal „Annaberg“ waren außerdem noch detailreiche Schnitzereien notwendig, die in mühevoller Kleinarbeit mit unterschiedlichstem Werkzeug filigran in das Holz eingearbeitet wurden. Zum Schluss wurde den einzelnen Werken noch der passende Anstrich verpasst.

Holzschnitzerei für Stuhl „Erz“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Heinz Möbelbau, André Österreicher, + Oberhermsdorf, 2015, Foto und © Hermann August Weizenegger

Holzschnitzerei für Stuhl „Erz“, Design: Hermann August Weizenegger, Ausführung: Heinz Möbelbau, André Österreicher, Oberhermsdorf, 2015, Foto und © Hermann August Weizenegger

Ausstellungsansicht 3 Teller „Loremuster“, Entwurf: Hermann August Weizenegger, Ausführung/Manufaktur: Meissen Couture ®, Meissen, 2015, Tellerregal „Annaberg“ Ausführung/Manufaktur: Heinz Möbelbau in Handarbeit, André Östreicher, Oberhermsdorf, 2015 © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht 3 Teller „Loremuster“, Entwurf: Hermann August Weizenegger, Ausführung/Manufaktur: Meissen Couture ®, Meissen, 2015, Tellerregal „Annaberg“ Ausführung/Manufaktur: Heinz Möbelbau in Handarbeit, André Östreicher, Oberhermsdorf, 2015 © SKD, Foto: Ronald Bonss

Weitere Mitwirkende Manufakturen in dieser Szene waren unter anderem Jende Posamenten Manufaktur, Meissen Couture ®, Rohleder Möbelstoffweberei GmbH und Gotthard-Glas, diese werden wir in einem der kommenden Beiträge vorstellen.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.