Julia Kortus: Material Bienenwachs

In ihrer Masterarbeit machte Julia Kortus auf ein natürliches Material und altbewährten Rohstoff aufmerksam: das Bienenwachs. In dem sie es einer neuen Verwendung außerhalb der traditionellen Nutzung zuführt, schafft sie die Voraussetzung für eine neue Wertschätzung des Bienenwachses. Geleitet von dieser Idee, begab sie sich zunächst in die Welt der Bienen und deckte deren vielfältige Bedeutungs- und Rezeptionsebenen auf, dabei stets der Entschlüsselung von Polemik und Halbwahrheiten auf der Spur.

Photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichtetes Gestrick (40x40cm)

Photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichtetes Gestrick (40x40cm)

Über die Auseinandersetzung mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung von Bienen, ihre Nutzung durch den Menschen und der Schädigungen durch Umwelt und Mensch kam sie zum Material Bienenwachs. Von dessen naturgegebenen Farbnuancen ließ sich die jungen Designerin inspirieren und experimentierte die Verwendung des Bienenwachses in Kombination mit diversen ungefärbten, harmonisierenden Naturmaterialien wie Baumwolle oder Papier.

Photo credit: Armen Asratyan; Drehergewebe mit Bienenwachs  (100x280cm)

Photo credit: Armen Asratyan; Drehergewebe mit Bienenwachs (100x280cm)

Der Duft, die Haptik, der Gedanke an Licht und die dadurch implizierte Wärme, nicht zuletzt die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten ließen bei der Designerin den unbedingten Wunsch zur Anwendung im textilen Kontext aufkommen. Der Aspekt, die Materialien zu trennen und die einzelnen Komponenten wiederzugewinnen, um sie erneut in anderer Form zu nutzen, trat dabei in den Vordergrund. Feine Baumwollgewebe, handgearbeitete Gestricke und Drehergewebe sowie Papiere und geknotete Netze wurden in Bienenwachs getaucht oder mit diesem beschichtet.

photo credit: Armen Asratyan; getauchtes Gestrick (100x280cm)

photo credit: Armen Asratyan; getauchtes Gestrick (100x280cm)

In Folge der Masterarbeit gab es bis heute mehrere Kooperationen zur Verwendung des Bienenwachses als Material in verschiedenen Anwendungsbereichen. Darunter im Rahmen eines Projekt einer Innenarchitektin für ein Raumkonzept und eine kürzlich angelaufene Kooperation mit einer Modedesignerin. Noch immer werden die benötigten Teile dafür von Julia Kortus in Einzelanfertigung und Handarbeit produziert.

photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichteter Ausbrenner  (150x280cm)

photo credit: Armen Asratyan; mit Bienenwachs beschichteter Ausbrenner (150x280cm)

Weitere Links:

www.juliakortus.de

Kurzbio Julia Kortus

2006 Studium an der HfBK Hamburg (Design/Textil) | 2008 Studium Textildesign an der Burg Giebichenstein | seit 2013 selbstständig | 2014 M.A. Conceptual Textile Design | 2014 auf div. Messen vertreten Möbelmesse Mailand, DutchDesignWeek | seit 2014 Mitarbeiterin in Forschungsprojekten des Textildesigns Burg Giebichenstein & Lehrbeauftragte für Stricktechnologie.

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Im wöchentlichen Rhythmus stellen wir die Projekte der jungen Designerinnen und Designern vor und erzählen welche Stories hinter den Produkten stecken und welche Impulse aus den experimentellen hervorgegangen sind.

Textildesign – vom Experiment zur Serie
Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Schloss Pillnitz, Wasserpalais
1. Juli 2017 bis 1. November 2017

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