Wissenschaftler auf Reisen – Magdalena Kozar in Japan

Magdalena Kozar ist Restauratorin in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zurzeit arbeitet sie an einem Restaurierungsprojekt zu Japanischen Imari Vasen mit Lackauflagen, die um 1700 in Arita hergestellt wurden. Diese außergewöhnliche Gruppe japanischen Porzellans ist Gegenstand eines großen Restaurierungsprojektes: Dank der großzügigen Unterstützung und Kompetenz des National Research Institute for Cultural Properties, Tokyo (TOBUNKEN) konnte die Restaurierung einer sogenannten Vogelbauervase ins Auge gefasst werden. Magdalena hat den Restaurierungsprozess für uns in Tokyo begleitet, um von den Spezialisten aus dem Ursprungsland der Vasen zu lernen.

Hier kommt Teil 1 des Berichts über ihre Erfahrungen rund um die Restaurierung in Tokyo.

ARITA

Bevor das Restaurierungsprojekt mit der Vogelbauervase in Tokyo begonnen hat, wollte ich die Stelle besuchen, wo diese besondere Vase vor 300 Jahren geschaffen wurde. Das Jahr 2016 war dafür eine einzigartige Gelegenheit. Im November 2016 hat nämlich die Stadt Arita das 400. Jubiläum der Porzellanproduktion gefeiert. Das war ein besonderer Anlass den Herstellungsort der Vogelbauervasen und vieler anderer Stücke aus der Porzellansammlung in Dresden zu besuchen.

In Arita, einer kleinen Stadt auf Kyushu, der südlichen Insel Japans, hat man den Eindruck dass die Zeit stehengeblieben ist. Durch das Porzellanfestival ist die Stadt für eine Woche etwas lebendig geworden. Aus Anlass dieses Jubiläums wurden in Arita viele Veranstaltungen organisiert und auf der ungefähr vier Kilometer langen „Porzellanstraße“ konnten die Besucher viele kleine Keramikgeschäfte und Manufakturen besuchen.

Die 400-jährige Tradition der Keramikherstellung ist stark mit dem Izumiyama Steinbruch verbunden, wo durch die Jahrhunderte der Hauptbestandteil des Porzellans – das Kaolin, abgebaut wurde. Wenn man heute die nahezu erschöpften Bestände sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass das vor ein paar hundert Jahren ein großer Berg war.

Viele interessante Stücke, unter anderem Porzellanobjekte mit Lackverzierungen die den Dresdener Objekten sehr ähnlich sind, kann man sich im Kyushu Keramikmuseum ansehen.

Wenn die Ahornblätter rot geworden sind, sieht das Porzellan aus Meissen im Garten des Museums besonders beeindruckend aus.

Die Reise nach Arita konnte aber nicht abgeschlossen werden, ohne einen interessanten Ort zu sehen, der sehr stark mit Dresden verbunden ist. Entfernt von der Stadt und von Bergen umgeben befindet sich der Porzellan-Park Arita, dessen größte Attraktion ein Japanischer Nachbau vom Dresdener Zwinger ist. Das merkwürdige Gebäude wurde in den 90er-Jahren als eine Hommage auf den leidenschaftlichen Arita-Porzellansammler August den Starken errichtet. Die etwas verkleinerte Kopie ist aber auf das Kronentor mit den beiden Langgalerien und die angrenzenden Pavillons begrenzt. Anstatt des lärmenden Postplatzes, kann man hier eine schöne friedliche Landschaft genießen. Im Japanischen Zwinger, genauso wie in Dresden, gibt es eine Porzellansammlung zu sehen.

In der Nähe vom Zwinger befindet sich ein traditioneller Brennofen, was eine gute Vorstellung gibt, auf welche Art und Weise die Vogelbauervasen gebrannt worden sind.

Auf dem Weg zum Zwinger findet man auch andere Akzente aus Deutschland –in der Mitte von Nirgendwo steht eine Miniatur vom Brandenburger Tor.

Ungefähr 15km entfernt von Arita liegt die Hafenstadt Imari, wo während der Edo-Zeit Porzellan verschifft wurde. Von dort aus sind bestimmt auch die Lackvasen nach Europa gekommen.

Aus Arita ging es weiter nach Tokyo, wo im National Research Institute for Cultural Properties Tokyo (Tobunken) die Vogelbauervase restauriert wird.

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