Forschung als Kooperation: „Bild(er) der Weiblichkeit. Asian Women on Display“ | Research as Cooperation: Asian Women on Display


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Willkommen zurück zu unserer Blogserie zum Forschungsprogramm Europa/Welt. Ein weiteres Projekt widmet sich der digitalen Erschließung eines umfangreichen Fotobestandes. Mit rund 260.000 Fotografien aus nahezu allen Regionen der Welt besitzen die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) mit den Standorten Leipzig, Dresden und Herrnhut einen beeindruckenden Bestand an visuellem Material zur Geschichte und Methodik ihres Fachgebietes. Reise- und Expeditionsfotografie, anthropologische Aufnahmen und Studiofotografien aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind darin ebenso zu finden wie aktuelle Beispiele fotobasierter Feldforschungen. Agnes Matthias, Leiterin des Projektes, ist bei der Sichtung und Auswertung der Fotografien auf zahlreiche spannende Konvolute gestoßen. So auch auf eine Reihe von Fotografien japanischer und chinesischer Schönheiten, die sich – dies wurde im sammlungsübergreifenden Austausch deutlich – auf ganz ähnliche Weise auf japanischen und chinesischen Export-Porzellanen finden lassen. Zusammen mit Cora Würmell, Leiterin des Forschungsprojekts „Ostasiatisches Porzellan und seine Bedeutung für die Europäische Kultur“, entstand die Idee, sich diesen Darstellungen einmal genauer und im Vergleich anzusehen.

China, Jingdezhen, Qing-Zeit (1644–1911), Ära Kangxi (1662 - 1722) © Porzellansammlung, SKD, Foto: Adrian Sauer

China, Jingdezhen, Qing-Zeit (1644–1911), Ära Kangxi (1662 - 1722)

© Porzellansammlung, SKD, Foto: Adrian Sauer


Aus einer ersten Idee ist mittlerweile eine Kooperation in Vorbereitung einer kleinen Ausstellung zum Thema „Bild(er) der Weiblichkeit. Asian Women on Display“ entstanden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für die Kunstgeschichte Ostasiens der Universität Heidelberg konnten im September und Oktober Gäste in der Fotosammlung im Museum für Völkerkunde Dresden in Klotzsche empfangen werden.

Unbekannter Fotograf, „Whispering“, 1880–1990, Albuminpapier, aus dem Fotoalbum „Japan III“, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES/SKD

Unbekannter Fotograf, „Whispering“, 1880–1990, Albuminpapier, aus dem Fotoalbum „Japan III“

© Museum für Völkerkunde Dresden, SES/SKD

Gemeinsam mit Mio Wakita, Expertin für die Souvenirfotografie der Meiji-Zeit (1868–1912), sichteten Cora Würmell, Anita Wang, Agnes Matthias und Anne Vieth die Bestände japanischer Fotografien. Manch eine Aufnahme konnte dabei einem Fotografen neu zugeschrieben werden.

Von links: Mio Wakita, Cora Würmell, Anita Wang, Agnes Matthias, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Von links: Mio Wakita, Cora Würmell, Anita Wang, Agnes Matthias

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Von Weltreisenden zusammengestellte Alben mit prachtvollen Lackeinbänden bergen vielfache Einblicke in die japanische Kultur, allerdings meist aus Sicht europäischer Fotografen, die ihre Bilder für ein überwiegend westliches Publikum fertigten. Und so verschmelzen insbesondere in der Darstellung japanischer Frauen Fantasievorstellungen mit traditioneller Ikonographie. Der Besuch von Cecilia Zi Guo Qiuzi war der fotografischen Repräsentation der chinesischen Frau gewidmet. Unterschiede zur japanischen Fotografie wurden diskutiert, Gemeinsamkeiten festgestellt – ein anregender Austausch, der fortgesetzt wird…

Unbekannter Fotograf: „Playing of Musical Instruments“, 1880–1900, Albuminpapier, koloriert, aus dem Fotoalbum „Japan III“, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Unbekannter Fotograf: „Playing of Musical Instruments“, 1880–1900, Albuminpapier, koloriert, aus dem Fotoalbum „Japan III“

© Museum für Völkerkunde Dresden, SES/SKD

 

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