Die falsche Blume – Klangwelt & Tanz

Zum Abschluss der Ausstellung „Die falsche Blume“ und der ihr gewidmeten Blogserie folgt heute unser abschließender Beitrag mit den beiden letzten Szenen „Klangwelt“ und „Tanz“. Am Sonntag, den 13. September, endet die Schau!

Die beiden Szenen thematisiert das eigens für die Ausstellung entstandene Balettstück, das die Erlebnisse der Blumenmacherin Lore beinhaltet. Der Tanz wurde von Mikel Aristegui choreographiert, die Musik von Artiom Ordiyants komponiert. In der Szene „Klangwelt“ hört man das komponierte Stück über Kopfhörer. Dabei fällt der Blick auf einen großen Bildschirm an der Wand, auf dem sich ein 3D-Rendering des Lore-Entwurfs dreht.

In der darauffolgenden Szene „Tanz“ sind die Kostüme aus der dazugehörigen Ballettchoreographie auf Kleiderpuppen zu sehen. Parallel dazu läuft das Video des Tanzes über eine Beamerpräsentation.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Tanz“ © SKD Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Tanz“ © SKD Foto: Ronald Bonss

Die Hemden aus Baumwolle mit Digitaldruck, Schals, Tücher, Strumpfhosen aus Jersey mit Digitaldruck und das Cape aus Seide mit Digitaldruck stammen alle aus dem Hause Color Textil.

Die Manufaktur besteht aus führenden Druckern und Veredlern von hochwertigen, innovativen Textilien. Sie entwickeln und produzieren Textildrucke mit komplexen Druck- und Veredelungsanforderungen für die Bereiche Mode, Heim- und technische Textilien. Dabei kommen verschieden Druckverfahren zum Einsatz. Gegründet 1899, produziert das Unternehmen heute mit 190 Mitarbeitern jährlich ca. 9 Mio. laufende Meter Stoff.

Die Textildesigner übertragen den digitalen Entwurf Hermann August Weizeneggers in maschinenlesbare Daten. Im Digitaldruckverfahren wird dieser schließlich ohne Druckschablone auf die Stoffbahnen aufgetragen. Hierbei ist das Besondere, dass eigens für die Bedürfnisse der Firma eine Druckmaschine angefertigt wurde. Für „Die falsche Blume“ wurden Interlock Jersey, Seidenkrepp-Satin und Baumwoll-Batist bedruckt.

Im Anschluss an den Druck werden die Textilien gedämpft, gewaschen, getrocknet, über Spannrahmen gezogen und chemisch behandelt. Erst dadurch erhalten die bedruckten Textilien ihr endgültiges Maß, einen weichen „Griff“ sowie die gewünschte Strahlkraft.

Im oberfränkischen Konradsreuth liegt eine der führenden und modernsten Möbelstoffwebereien Europas – die Hitex®–Manufaktur Rohleder. Hier wurden die in der Szene zu sehenden Stücke wie Sakkos, Weste, Cape aus Velours mit Digitaldruck, Oberteil und Rock aus Vorhangstoff hergestellt.

Stoff eines Sakkos aus Velours mit Digitaldruck © Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, 2015

Stoff eines Sakkos aus Velours mit Digitaldruck © Rohleder Möbelstoffweberei GmbH, 2015

Inhaber Klaus Rohleder und Geschäftsführer Hans Schüssel leiten das 1946 gegründete Unternehmen in der zweiten Generation. Mit über 70 Mitarbeitern fertigt die Firma Florgewebe wie Epinglé und Velours genauso wie Flachgewebe in Jacquard-Webtechnik oder auch Dekorationstextilien an.

Das für die Vorhänge und somit auch für die Röcke verwendete Viskoseveloursgewebe wird auf einer eigens für Rohleder gefertigten Maschine hergestellt, die eine besonders dichte Webeinstellung ermöglicht. Nach dem Weben werden die Stoffe digital bedruckt. Die Kombination der beiden Verfahren erzeugt ein gleichermaßen weiches und brillantes Textil.

Bei den Gardinenstoffen handelt es sich um sogenannte „Drehergewebe“. Dabei liegen die Kettfäden in größeren Abständen von rund 4mm. Im Webevorgang werden sie miteinander verdreht und halten dadurch den Schussfaden. Das Ergebnis ist ein Gewebe, das transparent aber doch „schiebefest“ – also in sich stabil – ist. Abschließend werden auch diese Textilien digital bedruckt.

Das Zentrum des Aufbaus © SKD Foto: Torsten-Pieter Rösler

Das Zentrum des Aufbaus © SKD Foto: Torsten-Pieter Rösler

Zum Schluss des Rundgangs gelangt man schließlich in die Mitte des Rondells. Dort befinden sich an den Seitenwänden die Infotafeln zu den Firmen, sowie zentral eine Loreblume in einer gläsernen Vase. Das Märchen wird in den letzen Szenebildern auf sinnliche Weise, ohne Worte, noch einmal erlebbar, sodass der Besucher das Erfahrene synästhetisch noch einmal Revue passieren lassen kann.

Weitere Mitwirkende Manufakturen in diesen Szenen waren unter anderem Weissfee GmbH und Deutsche Kunstblume Sebnitz.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

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