Die falsche Blume – Eiswasser & Flussteufel

Herzlich Willkommen (zurück) zu unserer Blogserie anlässlich der Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Die Schau kann noch bis zum 13. September im Wasserpalais in Pillnitz bestaunt werden.

Wir nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Sage der Lore. Heute begeben wir uns an die Stelle der Geschichte, an der Lore auf Ihrem Heimweg in den Sebnitzer Fluss einbricht und von dem zunächst erbosten Flussteufel gerettet wird. Die Szene „Eiswasser“ empfindet hierbei den Fluss und die schneebedeckte Winterlandschaft nach. Eine weitere kleinere Szene ist hierbei allein dem Flussteufel gewidmet und trägt daher auch seinen Namen.

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Eiswasser“, zu sehen sind Lore und der Sebnitzer Flussteufel © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausschnitt aus der Tanzchoreographie für die Szene „Eiswasser“, zu sehen sind Lore und der Sebnitzer Flussteufel © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die drei Bettwäschen „Röntgenbotanik“, die im Hintergrund dieser Szene das Eiswasser simulieren, stammen aus der Manufaktur Curt Bauer GmbH, das mittelständische Familienunternehmen ist in vierter Generation seit über 130 Jahren tätig. Am Firmenstandort im erzgebirgischen Aue finden sich produktionsvorbereitende Bereiche wie zum Beispiel die Weberei oder Färberei. Das Hauptsortiment erstreckt sich von Haustextilien wie Bettwäsche oder Tischwäsche über Bekleidungsdamaste wie „Grand Boubou”-Kleidung bis hin zu technischen Textilien wie Laderaumabdeckungen. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen hierbei auf Qualität und Nachhaltigkeit.

Durch das Weben mit der Jacquard-Technik (Normale Webstühle können nur Gruppen von Kettfäden anheben – in der Jaquard-Technik können gezielt einzelne Kettfäden angehoben werden) können großflächige und detaillierte Musterungen mittels der programmierten Webstühle hergestellt werden.

In der Baumwollveredlung werden dann zuerst lose Faserenden abgesengt und das Textil gebleicht. Das darauf folgende Mercersieren verleiht der Wäsche durch Strecken der Fasern dauerhaften Glanz. Anschließend durchläuft das Textil unterschiedliche chemische und mechanische Methoden zur Herstellung der spezifischen Materialeigenschaften je nach Einsatzgebiet. Zuletzt wird das Textil beim Kalandern mit großem Druck und hoher Temperatur geglättet.

Ausstellungsansicht von einer der fünf Leuchten „Cumulus“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht von einer der fünf Leuchten „Cumulus“ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Die fünf, von oben herabhängenden Leuchten „Cumulus“ wurden in der Manufaktur Weissfee GmbH gefertigt. Seit mehr als 20 Jahren steht die Firma in der Tradition vogtländischer Stickerei und Spitzen-Herstellung und kombiniert diese Kenntnisse mit moderner Technik und zeitgenössischer Gestaltung. Geführt wird das in Mühltroff bei Plauen ansässige Unternehmen, das einst als Verbund zahlreicher kleiner Manufakturen entstanden war, von der Eigentümerin Heike Peter. Ihre Vorliebe für weiß in weiß gestickte Arbeiten führte 2008 zum jetzigen Firmennamen und einer inhaltlichen Neupositionierung, die darauf abzielt, exklusive Spitzen-Textilien herzustellen.

Die Gestalter brachen den Entwurf der Blume in ein zweidimensionales, ornamentales Muster um. Eine Besonderheit dieser Art der Spitzenfertigung ist es, zwischen den Garnen Leerräume entstehen zu lassen, ohne dass die Konstruktion instabil wird. Durch generative Programmierung verformt sich das Spitzenband der Lampenschirme nach Auslösung und aufwändiger Konfektionierung zu individuellen Spiralen.

In der kleinen, danebenliegenden Szene „Flussteufel“ ist der Likör „Sebnitzer Flussteufel“ mit zwei passenden Likörgläsern zu sehen. Der Likör wurde eigens für diese Ausstellung durch Augustus Rex® Erste Dresdner Spezielitätenbrennerei GmbH gebrannt.

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Flussteufel “ © SKD, Foto: Ronald Bonss

Ausstellungsansicht „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“, Blick in die Szene „Flussteufel “ © SKD, Foto: Ronald Bonss

„Nil nisi optimorum – Nur vom Besten“ – getreu diesem Gebot hat Augustus Rex® im Jahr 2001 die „Erste Dresdner Spezialitätenbrennerei“ gegründet. Die alten Streuobstwiesen August des Starken bieten sowohl die Rohstoffbasis für die sortenreinen Destillate als auch den Namen des Unternehmens. Ziel von Augustus Rex® ist es, nicht mehr wirtschaftlich genutzte, alte Obstsorten zu erhalten, indem aus ihnen hochwertige Edelbrände hergestellt werden. Diese einmaligen Ressourcen an ungespritztem Obst ermöglichen es hocharomatische, sortenreine Destillate in großer Vielfalt und hoher Qualität herzustellen.

Der Kräuterlikör besteht aus 50 ausgewählten Kräutern und wird mit reinem Quellwasser und Alkohol in Fässern angesetzt. Nach sensorischer Prüfung durch die Destillateure erfolgt das Abrunden der Aromatik durch den Zusatz von Zucker. Nach einer Ruhezeit von bis zu sechs Wochen wird der Kräuterlikör in Flaschen handabgefüllt und etikettiert. Für den „Sebnitzer Flussteufel“ wurden individuelle Etiketten gefertigt. Das darauf zu sehende Motiv kann gleichermaßen als Teufelsfratze oder als Blumensilhouette interpretiert werden.

Außerdem beteiligt an diesen Szenen war unter anderem die Manufaktur Deutsche Kunstblume Sebnitz. Mehr zu dieser Manufaktur findet ihr in diesem Beitrag.

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Hermann August Weizenegger auf der Eröffnungsfeier von "Die falsche Blume" © SKD, Foto: Ronald Bonss

Über die Person und Werke von Hermann August Weizenegger könnt Ihr mehr auf seiner persönlichen Webseite erfahren.

 

 

 

 

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