Eine Schale grüner Tee zum Klang der Zither

Im Rahmen der Museumsnacht am 11. Juli 2015 lud die Porzellansammlung zu einer besonderen Veranstaltung ein: der Verköstigung von grünem Tee zum Klang von traditioneller chinesischer Musik. Frau Ruoming Wu aus Heidelberg unterhielt die Gäste mit dem Spiel von Brett-Zither und Flöte, während TeeGschwendner Dresden freundlicherweise zwei Teesorten zum Probieren zur Verfügung stellte.

Frau Wu beim Spiel der chinesischen Griffbrettzither (Guqin - 古琴) © SKD

Frau Wu beim Spiel der chinesischen Griffbrettzither (Guqin - 古琴) © SKD

… und der Kalabassen Flöte (Hulusi -葫芦丝) © SKD

… und der Kalabassen Flöte (Hulusi -葫芦丝) © SKD

Nach einer Einführung in die Geschichte der Teekeramik in Ostasien, vorgestellt von Konservatorin Cora Würmell, konnten sich die Besucher unterschiedliche Formen von Teeschalen und die damit verbundenen Funktionen erklären lassen.

Konservatorin Cora Würmell gibt den interessierten Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Teekeramik Ostasiens © SKD

Konservatorin Cora Würmell gibt den interessierten Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Teekeramik Ostasiens © SKD

Zur besseren Veranschaulichung wurden ausgewählte Objekte aus den Beständen der Porzellansammlung gezeigt.

Ausgewählte Objekte aus den Beständen der Porzellansammlung: Bei den beiden äußerden schwarzen Schalen handelt es sich um zwei Gefäße aus dem 12.-14.Jh. aus China. In der Mitte dieser Gefäße befindet sich eine eine japanische Raku-Schale aus dem frühen 19. Jh.. Im unteren Teil des Bildes ist eine yankou-wan Schalen zu sehen. © SKD

Ausgewählte Objekte aus den Beständen der Porzellansammlung: Bei den beiden äußerden schwarzen Schalen handelt es sich um zwei Gefäße aus dem 12.-14.Jh. aus China. In der Mitte dieser Gefäße befindet sich eine japanische Raku-Schale aus dem frühen 19. Jh.. Im unteren Teil des Bildes ist eine yankou-wan Schalen zu sehen. © SKD

Hierbei handelte es sich um zwei Gefäße aus China des 12. -14. Jh. sowie um eine japanische Raku-Schale aus dem frühen 19. Jh. Der ästhetische Reiz dieser Teeschalen zeichnet sich nicht nur durch die schlichten bzw. ausdrucksstarken Formen aus, sondern auch durch die faszinierenden und subtilen Glasureffekte dieser schwarzanmutenden Keramiken, die den höchsten Ansprüchen damaliger Teezusammenkünften entsprachen. So genossen nicht nur japanische Shogune sondern bereits der chinesische Kaiser Huizong (1082-1135) grünpulverisierten Grüntee (matcha 抹茶 ) aus sogenannten yankou-wan Schalen, die wie das exquisite Dresdner Gefäß eine silbrig glänzende Hasenfell-Zeichnung aufweist. Der weiß aufgeschäumte Tee wird durch den Kontrast der dunklen, leicht silbrig schimmernden Glasurfarbe ausgezeichnet zur Geltung gebracht. Dahingegen wurde die kleine Seladonschale mit Untersatz, die zu den Meisterwerken Goryeo-zeitlicher Keramik (Korea, 918–1392) zählt, für Aufgüsse aus Blatt-Tees  wie auch zum Genuss alkoholischer Getränke verwendet.

Im Anschluss erläuterte Frau Lysann Werner von TeeGschwendner die Geschichte des Tees und die Herstellung verschiedener  Teesorten © SKD

Im Anschluss erläuterte Frau Lysann Werner von TeeGschwendner die Geschichte des Tees und die Herstellung verschiedener Teesorten © SKD

Der Matcha-Tee wird auch in der japanischen Teezeremonie verwendet. Nach dem Aufgießen in einer Teeschale schlägt man die Flüssigkeit mit einem Bambusbesen auf, bis sich eine tiefgrüne Schaumschicht bildet. Die zweite Teesorte, die man kosten konnte, war ein Blatt-Tee aus Süd-Korea (Seogwang Sencha). Hierbei wurde deutlich, dass nicht nur ein hochwertiger Tee, sondern auch gutes Wasser sowie die richtige Wassertemperatur (80°C) und Ziehzeit (2 Minuten) für die Herstellung einer schmackhaften Schale Tee entscheidend sind.

Matcha-Tee © SKD

Matcha-Tee © SKD

Außerdem hatten die Gäste nach der Vorführung die Möglichkeit, die Teeschalen der Porzellansammlung nach der Vorführung aus nächster Nähe zu betrachten und sich mit der Konservatorin über deren Verwendung und Aussehen auszutauschen. Alles in allem war die Museumsnacht auch in diesem Jahr für die Porzellansammlung ein voller Erfolg.

Wir bedanken uns bei allen, die die Museumsnacht mitgestaltet haben.

Text und Bilder: Sonja Simonis

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