Archiv für Mai 2012

Sixtina überall!

Sonntag, 27. Mai 2012

Fährt man durch die Stadt Dresden, so kann man an zahlreichen Orten die Sixtinische Madonna und ihre beiden Engelchen entdecken. Da sieht man sie auf dem Plakat einer Litfaßsäule, als Werbebanner am ibis Hotel auf der Pragerstraße, auf einem vorbeifahrenden Auto und einer Straßenbahn.

Überall kündigt es sich bereits seit Wochen an:

Der Geburtstag der schönsten Frau der Welt lässt nicht mehr länger auf sich warten!

Seit Sonnabend zeigt sich die Madonna 500jährig in schönstem Glanz und mit ihr die zahlreichen Exponate, die für diesen Anlass aus vielen Ländern eingetroffen sind.

Aus bestimmten Blickwinkeln wirkt es, als ob die Engel fragend in unsere Umwelt blicken. Vom Himmel herab gekommen, haben sie sich auf eine Brüstung gelehnt und betrachten nachdenklich die befahrene Straße.

Auf der Pragerstraße ist die Sixtinische Madonna schon von Weitem zu erkennen. Sie wurde auf ein großformatiges Werbebanner gedruckt und hängt an der Außenwand eines der ibis Hotels.

Am Pirnaischen Platz sind die Engelchen bei der großen Uhr zu finden.

Außerdem gibt es eine Nachbildung der Engel in einem der Schaufenster von Karstadt. Unabhängig von dem Gesamtkunstwerk haben sie ihre Karriere beschritten. Bereits um 1800 wurden die Engel als eigenständiges Bildmotiv genutzt. Damals fanden sie Verwendung auf Oblatendosen und Schmuckstücken. Später wurden sie auf Stickbildern, Keksdosen, Schuhen, Farbkästen und sogar auf Toilettenpapier abgebildet.

 

Ausstellungseröffnung am Abend des 25. Mai 2012

Samstag, 26. Mai 2012

Am 25. Mai 2012 wurde die Ausstellung “Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500im Lichthof des Albertinums feierlich eröffnet. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dr. Hartwig Fischer sowie der Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und des Kupferstich-Kabinetts Herr Prof. Dr. Bernhard Maaz begrüßten die Ehrengäste und alle Anwesenden.

© Jenny Kuhnert

Ministerpräsident und Schirmherr der Ausstellung, Stanislaw Tillich sprach zur Ausstellungseröffnung ein Grußwort. Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sprach stellvertretend für Claus Friedrich Holtmann, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes über das Engagement der Sparkassen-Finanzgruppe als Hauptförderer der Ausstellung. Bevor der Lyriker und Schriftsteller Jan Wagner seine Festrede hielt, gab Dr. Andreas Henning, Konservator für italienische Malerei der Gemäldegalerie Alte Meister und Kurator der Ausstellung einen kurzen Einblick in das Konzept der Jubiläumsausstellung, die erstmals die gesamte Geschichte der Sixtinischen Madonna in einer Ausstellung chronologisch zeigt: von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos in der Gegenwart. Das  Programm der Reden und Grußworte wurde mit Renaissancemusik der Musiker Thomas Friedlaender (Zink), Ercole Nisini (Posaune) und Jan Katzschke (Regal) festlich untermalt. Nach der feierlichen Eröffnung gab es für alle Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung als auch die Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister zu besuchen.

Die Ankunft der Leihgaben

Mittwoch, 16. Mai 2012

Eine Ausstellung wird oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Museen konzipiert. Dabei werden verschiedene Leihgaben in die Ausstellung integriert. Zu den Kunstwerken, die dem ausstellenden Museum gehören, gesellen sich Werke aus aller Welt. So auch bei der Ausstellung Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500. Die Leihgaben kommen u.a. aus den Ländern Lettland, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und England. Außerdem werden auch viele Exponate aus Deutschland zu sehen sein.

Der Transport einer Leihgabe ist nicht einfach und kann nur unter höchsten Sicherungsbestimmungen vonstatten gehen. Ist die Leihgabe beispielsweise ein Gemälde, so wird es unter optimalen technisch-physikalischen Bedingungen in einer klimatisierten Kiste verpackt. Das Exponat wird von ausgebildeten Fachkräften in die Ausstellung transportiert. Im Museum angekommen, bleibt das Gemälde zunächst für 24 Stunden in der Kiste. Einen Tag später wird das Gemälde von den Ausstellungstechnikern aus der Kiste auf einen Tisch oder eine große Staffelei befördert. Um sicher zu gehen, dass die Leihgabe bei dem Transport keine Schäden erlitten hat, wird das Bild gründlich untersucht und mit der bereits bestehenden Dokumentation zur Leihgabe abgeglichen. Diese setzt sich aus fotografischen Aufzeichnungen und Notizen zu möglicherweise bereits vorhandenen Beschädigungen des Bildes zusammen. All das geschieht im Beisein des Kuriers, der das Bild während des Transportes, dem Entpacken und der Hängung begleitet.