Archiv für die Kategorie ‘SKD Vernetzt!’

Vorgestellt! Magdalena Kozar, Restauratorin in der Porzellansammlung

Donnerstag, 24. November 2016

Magdalena Kozar ist Restauratorin in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zurzeit arbeitet sie an einem Restaurierungsprojekt zu Japanischen Imari Vasen mit Lackauflagen, die um 1700 in Arita hergestellt wurden. Diese außergewöhnliche Gruppe japanischen Porzellans ist Gegenstand eines großen Restaurierungsprojektes: Dank der großzügigen Unterstützung und Kompetenz des National Research Institute for Cultural Properties, Tokyo (TOBUNKEN) konnte die Restaurierung einer sogenannten Vogelbauervase ins Auge gefasst werden. Magdalena Kozar wird den Restaurierungsprozess in Tokyo begleiten, um von den Spezialisten aus dem Ursprungsland der Vasen zu lernen. Auf dem Blog wird sie von ihren Erfahrungen rund um die Restaurierung in Dresden und Tokyo berichten.


Von Breslau nach Dresden

Nach Dresden bin ich zum ersten Mal als Schülerin gekommen. Ich habe mir schon damals die Porzellansammlung angeschaut und war davon sehr begeistert. Als sich mir durch mein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Breslau ein paar Jahre später die Möglichkeit bot, ein Austauschsemester in Dresden zu absolvieren, gab es für mich keinen Zweifel. Ich habe ein Semester lang Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden studiert und mich in der Zwischenzeit für ein Praktikum in der Porzellansammlung beworben.

Während des Praktikums war eine Figur aus der Meissener Porzellanmanufaktur meine erste Restaurierungsaufgabe: eine Darstellung von Scramuz (Figur der Italienischen Commedia dell’Arte), die 1743-1744 von Peter Reinicke in der Meissner Manufaktur hergestellt wurde. Es war sehr lustig dieselbe Figur auf meinen alten Reisebildern aus Dresden zu finden. Damals hätte ich nie davon geträumt, dass ich ein paar Jahre später diese Figur persönlich restaurieren dürfen werde.

Seit 2011 nehme ich an verschiedenen Projekten in der Porzellansammlung teil. Die Arbeit erlaubt mir nicht nur mit den wunderschönsten Porzellanstücken der Welt arbeiten zu können, sondern auch mein Wissen ständig zu vertiefen. Zurzeit arbeite ich an einem Restaurierungsprojekt zu Japanischen Imari Vasen mit Lackauflagen, die um 1700 in Arita hergestellt wurden. Obwohl die Aufgaben sehr aufwändig sind und viel Zeit kosten, macht die schöne Atmosphäre in einem netten Team die Arbeit sehr angenehm.

Bei der Arbeit: Sortieren...

...und Anpassen der Lackfragmente

In den letzten Jahren habe ich auch im Museum für Lackkunst in Münster und in einem privaten Restaurierungsstudio für Japanischen Lack in Warschau Wissen im Bereich Lackrestaurierung gesammelt und vertieft.

Von Dresden nach Tokyo

Eine von den sogenannten Vogelbauervasen aus der Porzellansammlung befindet sich gerade im National Research Institute for Cultural Properties (TOBUNKEN) in Tokyo und wird dort restauriert. Zurzeit bereiten die dortigen Spezialisten ein Restaurierungsprojekt vor. Die richtigen Restaurierungsarbeiten sollen Anfang 2017 beginnen. Ich freue mich sehr eine Möglichkeit zu haben, den Restaurierungsprozess begleiten zu könnten und von japanischen Experten zu lernen.

Bei der Arbeit: Restaurierung Japanischer Imari Vasen mit Lackauflagen

 

 

 

 

Jetzt bewerben: Deutsch-Amerikanisches Austauschprogramm zur Provenienzforschung, 2017-2019

Dienstag, 01. November 2016
Briefe aus dem Nachlass von Karl Buchholz (Ausschnitt), © Staatliche Museen zu Berlin/ Zentralarchiv

Briefe aus dem Nachlass von Karl Buchholz (Ausschnitt), © Staatliche Museen zu Berlin/ Zentralarchiv

Noch bis zum 18. November 2016 können sich qualifizierte Interessentinnen und Interessenten für den ersten Durchgang des „Provenance Research Exchange Program (PREP)“ 2017 bewerben.

PREP wird erstmals Museumsfachleute aus Deutschland und den USA, die mit Provenienzforschung und der Erforschung des nationalsozialistischen Kunstraubs befasst sind, für einen dreijährigen systematischen Austausch zusammenführen. Das Programm soll in beiden Ländern dazu beitragen, die Methoden und Kompetenzen der Provenienzforschung zu erweitern und somit die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu unterstützen. Zudem wird das Programm den Rahmen der NS-Provenienzforschung für die NS-Zeit, die sich bisher vorrangig auf Gemälde, Skulpturen und Judaika konzentriert, erweitern und verstärkt asiatische Kunst, Kunstgewerbe sowie Grafik/Arbeiten auf Papier einbeziehen.

Die Federführung des Programms haben die Smithsonian Institution, Washington D.C. und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Staatliche Museen zu Berlin. Weitere Partner sind das Metropolitan Museum of Art, New York, das Getty Research Institute, Los Angeles, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München. Das neu gegründete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) wird in beratender Funktion mitwirken.

Über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert das Programm jährlich zwei Aufenthalte für 20 Teilnehmer (10 aus den USA und 10 aus Deutschland). Der eine Woche umfassende Austausch findet 2017 bis 2019 jeweils im Februar und im September statt. 2017 werden sich 20 Teilnehmer in New York (Februar) und Berlin (September) treffen.

Informationen zum Programm, zu den Bewerbungsvoraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren findet ihr hier:

Ankündigung

Ausschreibung

Ni Hao, Dresden!

Dienstag, 20. Oktober 2015

Wir freuen uns, auch dieses Jahr im Rahmen vom Museum Experts Exchange Program (MEEP) 12 chinesische Wissenschaftler in unserem Haus empfangen zu dürfen! Nachdem die Kollegen aus dem National Museum of China, dem National Art Museum of China, dem Shanghai Museum sowie dem Guangdong Museum of Art letzte Woche Gäste der Staatlichen Museen zu Berlin waren, begrüßen wir sie nun in Dresden. Der diesjährige Austausch widmet sich den Schwerpunkten „Kuratieren, Präsentieren und Vermitteln“. Für die gemeinsame Zeit vom 18. bis zum 25. Oktober 2015 wurde ein vielfältiges Programm, bestehend aus zahlreichen Workshops, Gesprächen in den Abteilungen der SKD, Ausstellungs- und Galeriebesuchen sowie einem Ausflug zu den Kollegen des GRASSI Museums in Leipzig, vorbereitet.

Prof. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, führt die Kollegen aus China durch das Historische Grüne Gewölbe; Foto: Dirk Weber © SKD

Prof. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, führt die Kollegen aus China durch das Historische Grüne Gewölbe; Foto: Dirk Weber © SKD

Nach ihrer Ankunft am Sonntagnachmittag konnten die Teilnehmer auf einem Stadtrundgang einen ersten Eindruck von Dresden gewinnen, bevor wir sie am Montag näher mit dem Alltag unseres Hauses bekanntmachten. Ein Highlight des ersten Tages war hierbei der von Dirk Syndram geführte Rundgang durch das Residenzschloss. Dabei konnten unsere chinesischen Besucher sichtlich spannende Einblicke in die Ausstellungen des Historischen und Neuen Grünen Gewölbes, der Türckischen Cammer, des Riesensaals und des Münzkabinetts erlangen.

Eine Woche voller interessanter Begegnungen liegt vor uns, die wir im Nachgang an dieser Stelle gern teilen werden.

…und eine Pause zwischendurch; Foto: Dirk Weber © SKD

…und eine Pause zwischendurch; Foto: Dirk Weber © SKD

Gemeinsam in der Rüstkammer im Riesensaal des Residenzschlosses; Foto: Dirk Weber © SKD

Gemeinsam in der Rüstkammer im Riesensaal des Residenzschlosses; Foto: Dirk Weber © SKD

Werk der Woche: Martin Borowski “Lobby II”

Donnerstag, 04. April 2013

Aus der Ausstellung “jetzt hier.Gegenwartskunst. Aus dem Kunstfonds”

Mit Hilfe des Computers beschreitet Borowski, wie bei den wie “Lobby II” oft großformatigen Gemälden, moderne Wege der Bildfindung. Ausgangsmaterial sind dabei medial vermittelte Bilder, z. B. Motive aus Warenkatalogen, die gescannt und dann digital bearbeitet werden.

Martin Borowski, Lobby II, 2002, Öl/ Leinwand, 155 x 390 cm, Inv. Nr. 16/ 390 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Martin Borowski, Lobby II, 2002, Öl/ Leinwand, 155 x 390 cm, Inv. Nr. 16/ 390 © Dresden/ Kunstfonds, SKD

Neben diesen Vorlagen benutzt er immer wieder Ausschnitte aus eigenen, älteren Werken, die am Computer weiter reduziert, abstrahiert und verfremdet werden. Der digital erarbeitete Entwurf wird dann auf die Leinwand übertragen. Dieses Bild wurde 2003 im Rahmen der Förderankäufe des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds erworben und war vor der Ausstellung im Büro des sächsischen Ministerpräsidenten ausgestellt.


Die Pascaline hautnah erleben

Donnerstag, 24. Januar 2013

Ihr Erscheinungsbild beeindruckt und ihre Technik war eine Sensation des 17. Jahrhunderts: die Rechenmaschine des Franzosen Blaise Pascal, auch „Pascaline“ genannt. Mit ihrer feuervergoldeten Hülle und ihrer innovativen Mechanik gehört das fast 50 cm breite Recheninstrument definitiv zu den Highlights der Sammlung des Mathematisch-Physikalischen Salons (MPS). Selbstverständlich bekommt sie einen besonderen Platz in der neuen Dauerausstellung. Dort werden die Besucher die Möglichkeit haben, unmittelbar neben der Originalmaschine an einem digitalen Nachbau auf einem großen Touchscreen selbst aktiv zu werden, eigene Rechnungen auszuführen und in die Fußstapfen des großen Blaise Pascal zu treten.

Zur Vorschau der virtuellen Pascaline …

Derzeit befindet sich die interaktive Software-Anwendung der Pascaline in den letzten Produktionszügen. Die digitale Pascaline, sowie insgesamt 12 weitere Medienanwendungen in der neuen Dauerausstellung, sind das Ergebnis einer langjährigen Projekt-Kooperation zwischen dem MPS und dem Team von Computergrafikern um Prof. Markus Wacker von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW Dresden). Eine Reihe dieser Anwendungen geht auf vom MPS und der Hochschule gemeinsam betreute Diplomarbeiten zurück.

Claudia Bergmann und Markus Wacker (HTW Dresden) arbeiten an der Visualisierung der Pascaline

Um die Medienanwendungen für den musealen Bereich zu optimieren, arbeiten die Wissenschaftler und Computergrafiker unter Leitung von Oberkonservator Dr. Michael Korey vom MPS und Prof. Markus Wacker von der HTW Dresden eng zusammen. In vielen gemeinsamen Produktionssitzungen werden intensiv die bestmögliche Visualisierung, Funktionsweise und Benutzerfreundlichkeit der einzelnen Anwendungen diskutiert und immer weiter verbessert.

Arbeitstreffen mit Claudia Bergmann und Markus Wacker (HTW Dresden) und Michael Korey (MPS)

Arbeitstreffen von Claudia Bergmann und Markus Wacker (HTW Dresden) mit Michael Korey (MPS)

Interview mit Claudia Bergmann (HTW Dresden)

Claudia Bergmann, Dipl.-Medieninformatikerin an der HTW Dresden, ist die Hauptverantwortliche für die Produktion der digitalen Pascaline. Diese basiert auf ihrer Diplomarbeit, für die Claudia den vom Fachbereichstag Informatik an Fachhochschulen ausgeschriebenen Informatikpreis 2010 in der Kategorie Bachelor-/Diplomarbeit erhalten hat. Wir haben mit Claudia gesprochen:

Claudia, wir sind begeistert von deiner virtuellen Pascaline. Du arbeitest bereits seit einiger Zeit an der Anwendung – Hand aufs Herz, bist Du froh, wenn das Projekt Pascaline abgeschlossen ist?

Es hat mir schon während meiner Diplomzeit Spaß gemacht, die Pascaline „auseinanderzunehmen“ und so aufzubereiten, dass Groß und Klein die digitale Maschine kennenlernen können. Jetzt habe ich die Möglichkeit die Anwendung zu optimieren und finde die Wirkung der Pascaline auf andere immer wieder spannend und bin nach wie vor fasziniert von der Mechanik.

Woher kam die Intention, eine Diplomarbeit über eine Museumsanwendung zu erstellen? Warum ausgerechnet die Pascaline?

Ich wollte meine Diplomarbeit nicht für die Schublade schreiben, sondern etwas machen, dass „bunt“ ist und zum Einsatz kommt. Bunt meint, dass ich Modellierung, Animation, Programmierung und Gestaltung zusammenbringen konnte. Und da ich selbst gern in Museen gehe und mir hier häufig Ideen für interaktive Stationen kommen, habe ich bei den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) angefragt, ob Interesse an einer Anwendung für die Rechentechnikabteilung besteht. Durch einen Zufall kam es dann dazu, dass ich für die Museen TSD und MPS eine Medienstation über die Pascaline erstellt habe.

Sicherlich ist eine derartige Anwendung kein leichtes Unterfangen. Wo lagen für Dich die größten Herausforderungen bei diesem Projekt?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Anwendung so zu erstellen, dass alle Museumsbesucher einen Mehrwert daraus ziehen können. D.h. dass man neugierig die Maschine bedienen kann, die Mechanik auch ohne Vorkenntnisse verstehen lernt und Interessierte noch Hintergrundwissen abfragen können.
In der Konzeptionsphase haben wir bereits einen Nutzertest durchgeführt, um sicher zu gehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und nicht „betriebsblind“ werden. Und dabei kamen so erstaunliche Dinge zum Vorschein wie die Tatsache, dass junge Leute das Prinzip der Telefon-Wählscheiben nicht mehr kennen, das der Eingabe an der Pascaline ähnelt.

Inwiefern unterscheidet sich eine Museumsanwendung wie diese von „herkömmlichen“ Medienanwendungen? Worauf musste man als Produzentin besonders achten?

Einen Unterschied bietet schon das Museumsumfeld selbst. Die Besucher sind sehr unterschiedlich von ihrem Vorwissen im Bezug auf die dargestellten Themen und Exponate, aber auch bezüglich der modernen Präsentationstechnik. Die Anwendung muss für jeden etwas sein und kurzweilig.

Vielen Dank für das Interview!

 

Resümee und Ausblick

Mittwoch, 07. November 2012

Dank der perfekten Organisation durch die Mitarbeiter des NMC war es möglich, innerhalb von nur drei Wochen einen guten Einblick in die aktuelle Museumslandschaft und das gegenwärtige Kunstschaffen Chinas zu gewinnen. Es konnten viele Kontakte geknüpft werden, auf deren Pflege und Vertiefung es nun ankommen wird, um diese in gemeinsame Projekte münden zu lassen. Erste Gespräche zu möglichen Kooperationen wurden bereits geführt. Vereinbart wurde der Austausch wissenschaftlicher Anfragen, etwa zum Bestand chinesischer Malerei im Kupferstich-Kabinett. Von Seiten der Ethnographischen Sammlungen wurden Kooperationen bei der Bearbeitung der sächsischen China-Bestände, insbesondere der umfangreichen Fotosammlungen sowie der zwar kleinen, jedoch aufgrund früher Akquise recht bedeutenden Minoritäten-Sammlungen angesprochen.

Auch von chinesischer Seite wurden Wünsche an uns herangetragen, so in Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Bearbeitung von Sammlungen zur Kunst Zentral- und Westafrikas, mit der sich das NMC in den vergangenen 10 Jahren ein neues Sammelgebiet erschloss. Die Mitarbeiter des National Art Museum of China (NAMOC) signalisierten ihrerseits Interesse an künftigen Kooperationen und sandten uns umgehend die jüngsten Publikationen ihres Hauses für die Ethnographischen Bibliotheken, die bereits  vor unserer eigenen Rückkehr in Dresden eintrafen.
Für die Teilnehmer des Austauschprogramms war es nicht nur eine in fachlicher Hinsicht ausgesprochen anregende Reise, sondern auch eine Möglichkeit zu vielfältigen Begegnungen mit den Kollegen in China ebenso wie mit den Mitreisenden aus Berlin und München, die uns sehr viel Freude bereitet hat.

Blick aus dem Fenster des Vortragsraum im National Museum of China auf den Eingang zur Verbotenen Stadt und das wohl weltberühmte dort angebrachte Mao-Portrait

 

Fotos: Julia Fabritius, sofern nicht anders vermerkt.

In Shanghai unterwegs

Mittwoch, 07. November 2012

Skyline des Hochhausviertels Pudong in Shanghai

In Shanghai besichtigten wir das Shanghai-Museum mit seinen berühmten Sammlungen, darunter antike Bronzen, Keramiken und Porzellane, Jadeobjekte, chinesische Malerei und eine sehr anspruchsvoll gestaltete Ausstellung zur Kunst der Minoritäten Chinas. Leider stand uns hier nur sehr wenig Zeit zur Verfügung – gebraucht hätten wir allein für dieses Museum mindestens drei Tage. So war es schade, dass die Zeit ein Zusammentreffen mit den zuständigen Kuratoren und Restauratoren der mit großer Fachkenntnis bearbeiteten Bestände nicht mehr erlaubte. Weitere Programmpunkte waren das Shanghai Museum of Contemporary Art, das Minsheng Art Museum, die in einem verwinkelten Galerienviertel gelegene ShangART Gallery und – auf besonderen Wunsch der Ethnologen – der Jadebuddhatempel.

Fassade des Shanghai Art Museums, das in Kürze auf das ehemals für die EXPO Shanghai genutzte Gelände umziehen wird.

 

Der Jadebuddhatempel

Unter den zahlreichen Programmpunkten gab es auch Skurilles: z. B. ein ‘Museum’ für Kunsthandwerk, in dem alle Objekte zum Verkauf stehen und in dessen Keller die verschiedenen Kunsthandwerker ihre Produktionsstätten haben. Besonderes Highlight für uns Dresdner: ein gesticktes Riesenbild der Sixtinischen Madonna von 1956, das 1957 in Leipzig auf einer internationalen Ausstellung gezeigt wurde.

Heimatgefühle vor dem Stickbild der Sixtinischen Madonna im Arts & Crafts Museum

Xi’an

Freitag, 26. Oktober 2012

Im Anschluss an den 14-tägigen Aufenthalt in Peking fuhren wir für drei Tage nach Xi’an, wo wir uns mit der Terrakotta-Armee von Shi Huang, des 1. Kaisers aus der Qin-Dynastie (221 – 206 v. Chr.) und der Grabwächterarmee des Kaisers Jing der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) zwei der berühmtesten archäologischen Stätten des Landes mit angeschlossenen Museen ansehen konnten. Nach einem Besuch des Shaanxi History Museums, in dem uns besonders die farbigen Fresken aus Tang-zeitlichen Grabanlagen der Umgebung Xi’ans beeindruckten, ging es bereits weiter zur letzten Station unseres Aufenthalts – nach Shanghai, der schon architektonisch aufsehenerregenden Metropole am Ostchinesischen Meer.

Soldaten der Terrakotta-Armee von Kaiser Shi Huang

Die größte der Ausgrabungsstätten am Fundort der Terrakotta-Armee von Kaiser Shi Huang

Die sog. „Big Wild Goose“ Pagode in Xi’an

Der Trommelturm von Xi’an

Auf Entdeckungsreise in Peking

Mittwoch, 24. Oktober 2012

In Peking besichtigten wir auch das National Art Museum of China (NAMOC), das Capital Museum, das privat geführte Red Sandalwood Museum, waren zu Gast im Goethe-Institut und hatten Gelegenheit, in verschiedenen Museen (z. B. dem der Kunsthochschule, der Central Academy of Fine Arts (CAFA) angeschlossenen Museum und dem Beijing Today Museum) und Galerien einen Einblick in das zeitgenössische chinesischen Kunstschaffen zu gewinnen, das eine enorme Bandbreite an Themen und Reflexionsfeldern, vielfach zugleich ein durchaus kritisches Potential bot.
Neben den „offiziellen“ Programmpunkten hatte das NMC zahlreiche Besichtigungen weiterer kultureller und architektonischer „Highlights“ in und um Peking für uns organisiert und ermöglichte uns damit, Orte inner- und außerhalb des Stadtkerns kennen zu lernen. Die Verbotene Stadt hat ihrem Namen alle Ehre gemacht als wir in der Schlange am Ticketschalter standen: Die Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel war dort zu Gast und für über eine Stunde gab es keinen Einlass für Touristen in die ehemals kaiserliche Palastanlage.

Massentourismus in der Verbotenen Stadt

 

Wir haben außerdem Teile der Altstadt mit den traditionellen Hutongs gesehen, sind auf die Große Mauer „geklettert“, wie man im Chinesischen sagt, haben den Sommerpalast am Kunming-See besucht, waren auf dem ehemaligen Olympiagelände und haben den Himmelstempel mit dazugehörigem Park besichtigt – ein Ort, an dem auch die Bewohner Pekings gern ihre Freizeit verbringen. Zu guter Letzt durfte auch ein Besuch einer Aufführung der Peking-Oper nicht fehlen – ein schönes, für europäische Ohren aber doch gewöhnungsbedürftiges Klangerlebnis.

Sonntagsausflug zum Himmelstempel

 

 

Pekinger Wochenendvergnügen: Karten- und Mahjong-Spieler im Park des Himmelstempels

Das National Museum of China (NMC) stellt sich vor

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Das National Museum of China. Ansicht der Fassade vom Platz des Himmlischen Friedens

Das Programm in Peking sah sowohl das Kennenlernen ausgewählter Arbeitsbereiche und Ausstellungen des NMC vor als auch Besuche in anderen Kulturinstitutionen der Hauptstadt. In einer Überblicksvorlesung wurden wir gleich zu Beginn mit der Geschichte und der Organisationsstruktur des Hauses, das in diesem Jahr unter Einbeziehung der Vorgängermuseen sein 100-jähriges Jubiläum beging, vertraut gemacht. Das heute National Museum of China (NMC) ist hervorgegangen aus der Fusion zweier Museen, des National Museum of Chinese History und des National Museum of Chinese Revolution, und versteht sich gleichermaßen als Geschichts- und Kunstmuseum. Seit seiner Erweiterung und Wiedereröffnung im Jahr 2011 gilt das Haus als größtes Museum der Welt. Die Dimensionen sind in der Tat gigantisch: Auf einer Fläche von nahezu 200.000 m² befinden sich 48 Ausstellungshallen. Bis zu 39.000 Besucher (täglich!) besichtigen die derzeit 2 permanenten und 12 Sonderausstellungen. 1,2 Millionen Objekte werden in modernen, mit Mobiliar aus Kampferholz ausgestatteten Depots bewahrt, von denen wir zwei besichtigen konnten. Ohne Sicherheitspersonal und die große Anzahl Ehrenamtlicher einzurechnen, sind 500 Mitarbeiter in 27 Abteilungen am NMC beschäftigt.

Empfang der Gruppe durch den Generaldirektor des National Museums of China, Lu Zhangshen und Huang Zhenchun, Parteisekretär und stellvertretender Direktor, Foto: Ma, Tengfei

Einblicke in die wissenschaftliche Tätigkeit am NMC erhielten wir durch zwei Vorlesungen: Eine zur Geschichte der chinesischen Keramik und des chinesischen Porzellans – wir Dresdner vernahmen, dass „unsere“ Porzellansammlung eines von weltweit nur noch 70 vorhandenen Exemplaren des bläulich glasierten Porzellans der Yuan-Dynastie (1206-1368) beherbergt – eine andere zur Kalligraphie, klassischen Malerei und Siegelkunst. In weiteren Vorlesungen und Seminaren wurden wir mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Digitalisierung sowie der Vermittlungsarbeit vertraut gemacht. Letzteres erfolgte sehr anschaulich, indem wir selbst zu Probanden eines museumspädagogischen Programmes zu Musik und Malerei für Kinder wurden.
Selbstverständlich besichtigten wir auch alle Dauer- und Sonderausstellungen, einige unter sachkundiger Führung, andere im Selbststudium.

Sehr informativ war auch der Besuch der Restaurierungswerkstätten im Scientific and Technical Conservation Department des NMC, das in Shi Liuzhuang, etwas außerhalb der Innenstadt liegt und in dem 50 Mitarbeiter überwiegend für das NMC, aber auch für andere Museen tätig sind. Darüber hinaus waren wir zu Gast in der State Administration of Cultural Heritage unterstellten Chinese Academy of Cultural Heritage, der außerdem das National Conservation Centre for Underwater Cultural Heritage angeschlossen ist. In beiden Einrichtungen konnten wir uns in den technisch gut ausgestatteten Werkstätten und Laboren umsehen und kamen mit den jeweils Verantwortlichen ins Gespräch.

Werkstatt für Papierrestaurierung in der Chinese Academy of Cultural Heritage