Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Kunst zum Anfassen: “Piranesi 3D”

Mittwoch, 02. November 2016

In der aktuellen Sonderausstellung „Begegnungen mit Rom – Druckgraphik des 18. Jahrhunderts“ im Kupferstich-Kabinett ist Piranesis Werk „Der Runde Turm“ nicht nur für Sehende, sondern auch für Blinde und Sehbehinderte erfahrbar. Das Tastmodell „Piranesi 3D“ entstand nach der Idee von Grit Lauterbach, Mitarbeiterin der Bildung und Vermittlung. Auf dieser Grundlage entwarf Evelyn Zinnatova das dreidimensionale Tastmodell, das sich unter anderem, aber nicht nur, an Blinde und Sehbehinderte richtet.

(Sur)reale Architektur im Kupferstich Kabinett

Ein runder, massiver Turm, eingebettet in einem mächtigen Gewölbe, umrahmt von mehreren Ebenen. Treppen winden sich um ihn herum; oben durch Stützen gefestigt, unten auf Rampen gebettet. Es sind Menschen zu sehen; schemenhaft bloß, klein und unscheinbar.

Giovanni Battista Piranesi: Der runde Turm, aus der Folge Invenzioni Capric di Carceri, Rom 1750, Radierung, 547 × 413 mm (Blatt, entlang des Plattenrands beschnitten), Kupferstich-Kabinett, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank Das Foto zeigt einen früheren Druck des Kupferstiches. Ein späterer Druck von 1761 kann im Kupferstich Kabinett besichtigt werden und diente als Grundlage für das Tastmodell.

Dem Betrachter der Radierung „Der Runde Turm“ aus der Serie der Carceri, 1761 geschaffen von Giovanni Battista Piranesi in Rom, erschließt sich eine Komposition aus zahlreichen architektonischen Elementen, die miteinander verbunden und ineinander verschachtelt sind. Stufen, Geländer, Mauern, Bögen, Plattformen, Fenster und Pfeiler fügen sich zu einem komplexen Bau, welcher nur auf den ersten Blick den physikalischen Gesetzen gehorcht.

Piranesi spüren – Konzept für Blinde und Sehbehinderte

Seit dem 18. Oktober 2016 ist Piranesis Grafik aber nicht nur für Sehende, sondern auch für Blinde und Sehbehinderte erfahrbar. Evelyn Zinnatova, Diplomandin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, entwarf zunächst ein Knet-, darauf basierend dann ein digitales Modell. Wenig später folgte das dreidimensionale Tastmodell nach Giovanni Battista Piranesi – Der runde Turm, 1761, das Stück für Stück aus mehr als 50 Einzelteilen zusammengesetzt wurde.

Vom Knetmodell…

…zum digitalen…

…zum 3D-Tastmodell!

Starke Farbkontraste ermöglichen es Personen mit eingeschränktem Sehvermögen, unterschiedliche Bereiche des Modells besser zu erkennen. Mit Hilfe des Lesestiftes TipToi ® von Ravensburger können Teile des Modells angetippt werden, um diesem auch Klänge zu entlocken. Die Welt Piranesis kann so auch akustisch erfahren werden. Mehrere Nutzertests erlaubten es, das Tastmodell so an die Bedürfnisse von Blinden und Sehbehinderten anzupassen, dass verschiedene Sinne angesprochen werden.

Besucher in der Ausstellung „Begegnungen mit Rom – Druckgraphik des 18. Jahrhunderts“ am Tastmodell „Piranesi 3D“, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: David Pinzer

Besucher in der Ausstellung „Begegnungen mit Rom – Druckgraphik des 18. Jahrhunderts“ am Tastmodell „Piranesi 3D“, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: David Pinzer

Surreales realisieren? Ein schwieriges Unterfangen

Dabei war „die Umsetzung des Projektes nicht einfach“, erzählt Evelyn Zinnatova. „Es war wahnsinnig herausfordernd, aus der zweidimensionalen Radierung ein dreidimensionales Modell zu formen. Piranesi spielte mit verschiedensten Perspektiven und Blickwinkeln – diese in der Realität physisch umzusetzen, war oftmals gar nicht möglich. Deswegen habe ich hypothetisch Architekturelemente ergänzt, die in Piranesis Radierung nicht explizit dargestellt, aber konstruktiv notwendig sind.“

Zeichnerischer Entwurf des Modells

Das Tastmodell ist somit als eine Annäherung an die Radierung und eine Variation, nicht aber als unmittelbare dreidimensionale Umsetzung zu verstehen.

Übrigens:

Am Freitag, den 9.12.2016 stellt Evelyn Zinnatova im Kunstgespräch Piranesi 3D- Der runde Turm in neuen Dimensionen ihr Tastmodell persönlich in der Ausstellung vor.

Jetzt bewerben: Deutsch-Amerikanisches Austauschprogramm zur Provenienzforschung, 2017-2019

Dienstag, 01. November 2016
Briefe aus dem Nachlass von Karl Buchholz (Ausschnitt), © Staatliche Museen zu Berlin/ Zentralarchiv

Briefe aus dem Nachlass von Karl Buchholz (Ausschnitt), © Staatliche Museen zu Berlin/ Zentralarchiv

Noch bis zum 18. November 2016 können sich qualifizierte Interessentinnen und Interessenten für den ersten Durchgang des „Provenance Research Exchange Program (PREP)“ 2017 bewerben.

PREP wird erstmals Museumsfachleute aus Deutschland und den USA, die mit Provenienzforschung und der Erforschung des nationalsozialistischen Kunstraubs befasst sind, für einen dreijährigen systematischen Austausch zusammenführen. Das Programm soll in beiden Ländern dazu beitragen, die Methoden und Kompetenzen der Provenienzforschung zu erweitern und somit die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu unterstützen. Zudem wird das Programm den Rahmen der NS-Provenienzforschung für die NS-Zeit, die sich bisher vorrangig auf Gemälde, Skulpturen und Judaika konzentriert, erweitern und verstärkt asiatische Kunst, Kunstgewerbe sowie Grafik/Arbeiten auf Papier einbeziehen.

Die Federführung des Programms haben die Smithsonian Institution, Washington D.C. und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Staatliche Museen zu Berlin. Weitere Partner sind das Metropolitan Museum of Art, New York, das Getty Research Institute, Los Angeles, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München. Das neu gegründete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) wird in beratender Funktion mitwirken.

Über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert das Programm jährlich zwei Aufenthalte für 20 Teilnehmer (10 aus den USA und 10 aus Deutschland). Der eine Woche umfassende Austausch findet 2017 bis 2019 jeweils im Februar und im September statt. 2017 werden sich 20 Teilnehmer in New York (Februar) und Berlin (September) treffen.

Informationen zum Programm, zu den Bewerbungsvoraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren findet ihr hier:

Ankündigung

Ausschreibung

Das Paradies auf Erden. Ein Blick hinter die Kulissen

Freitag, 07. Oktober 2016

Seit dem 1. Oktober hat die Ausstellung “Das Paradies auf Erden. Flämische Landschaften von Bruegel bis Rubens” in der Kunsthalle im Lipsiusbau geöffnet. Nam Nguyen hat als Praktikant in der Gemäldegalerie Alte Meister die beiden Kuratorinnen tatkräftig bei der Ausstellungsorganisation unterstützt und für uns den Aufbau der Ausstellung festgehalten.

Am 1. Oktober 2016 war es soweit: “Das Paradies auf Erden” öffnete seine Pforten in der Kunsthalle im Lipsiusbau.

Ausstellung " Das Paradies auf Erden " am 29.09.2016 im Lipsiusbau von Staatliche Kunstsammlungen Dresden . Foto: Oliver Killig

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen insbesondere die Gemälde aus der Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister, die somit eine neue Projektionsfläche erhalten und einen Einblick in die wissenschaftliche Erschließung des flämischen Gemäldebestandes der Dresdener Sammlung bieten. Dafür wurden einige Gemälde umfassend untersucht und aufwendig restauriert, sodass sie gänzlich neu wiederzuentdecken sind. Ergänzt wird die Schau durch Zeichnungen und Druckgraphiken des Dresdener Kupferstich-Kabinetts und durch qualitätsvolle Leihgaben.

Doch bevor die Gäste in frisch gemalerten Räumen mit präziser Beleuchtung und akribisch inszenierten Werken stehen konnten, musste viel Arbeit, Zeit und natürlich Leidenschaft in den Aufbau der Ausstellung investiert werden.

Hier einige Impressionen:

Aus Weiß mach Blau…

Zwei verschiedene Blautöne kamen für die Ausstellungsräume zum Einsatz.

 

Vom Depot über den Verpackungsraum bis zum Hängeort…

Transportkisten der Ausstellungsobjekte mit eindeutigen Sicherheitswarnungen

Moderne Kunst? Nur die Verpackung des Erdglobus aus dem Mathematisch-Physikalischen Salon (SKD).

 

Kurierarbeit…

Viele Leihgaben wurden von Kurieren der Institutionen begleitet, um die Hängung und Präsentation des Objektes zu beaufsichtigen. Zusammen mit dem Restaurator Christoph Schölzel wurden die Exponate auf Zustand und Transportschäden untersucht und dann unter den Auflagen der leihgebenden Institution gehängt. Hing erst einmal das Objekt, durfte es nicht mehr bewegt werden.

Fast schon stoisch beobachtet der Antwerpener Kurier die Hängung des Teniers Gemäldes.

Kuratorin Uta Neidhardt begutachtet Joachim Patinirs „Landschaft mit der Flucht nach Ägypten“.

 

Teamwork…

Ganze neun Männer bedurfte es, um ein großformatiges Gemälde wie die „Landschaft mit dem Brautzug“ von Lucas van Uden auf die Empore des Lipsiusbaus zu transportieren.

 

Spurenlese…

Damit jedes Objekt an seinen richtigen Platz kam, wurden für das Einrichtungsteam auf den Fußboden Abbildungen der Gemälde angebracht.

Und sie hängen…

…fast. „Dummies“ der Exponate wurden geschnitten und gehängt, um Raumwirkung und Bildabstände auszuloten.

Mit Präzision und Feingefühl werden die Abstände vom „A-Team“ ausgemessen.

Den kompletten Ausstellungsaufbau mit all seinen kleinen Tücken, wechselhaften Spannungen, Überraschungen und natürlich großen Freuden mitzuverfolgen und selbst involviert zu sein, war für mich eine neue, unglaublich spannende und wunderbare Erfahrung. Am meisten freut mich daher nun, die Exponate hängen zu sehen und das ein oder andere Lieblingsstück in seiner vollen Pracht in Zusammenspiel mit der Ausstellungsgestaltung begutachten zu können. Einen großen und herzlichen Dank möchte ich an Uta Neidhardt, Konstanze Krüger und Marion Heisterberg aussprechen und ich wünsche allen Lesern eine aufregende Zeit in der Ausstellung.

Ausstellungsansicht "Das Paradies auf Erden. Flämische Landschaften von Bruegel bis Rubens" (1.10.2016-15.1.2017) in der Kunsthalle im Lipsiusbau, Copyright Staatliche

Wir haben die Möglichkeit in gar wundersame, atmosphärische und fantastische Welten einzutauchen, die einen sinnlich beflügeln und mit ihrer ganzen Bildgewalt in ihren Sog ziehen. Wir überschauen pittoreske Täler mit durchströmenden Flüssen, wir stehen an den Abhängen steiler Gebirge oder rasten an Wegen durch dichte Wälder – und dabei fühlen wir sämtliche Emotionen, die uns in den Sinn kommen können. Die Idee, die Landschaft als autonomes Bildmotiv dem Menschen gegenüberzustellen, etablierte sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den südlichen Niederlanden und wurde sowohl von dem Wunsch nach Welterkenntnis als auch von ökonomisch motivierten Interessen an Geografie und Kartografie gefördert.

Ziel der Ausstellung ist die würdige und kritische Präsentation der flämischen Landschaften, die uns mitunter Aussagen über Naturauffassung, Kunstmarkt, Werkstattbetrieb und Hofpatronage treffen lassen. 144 Ausstellungsobjekte, darunter Gemälde, Zeichnungen und Graphiken, verführen uns in die sogenannten Weltlandschaften, wie sie Joachim Patinir und Pieter Bruegel d.Ä. komponierten und prägten. All diese sind jedoch kein genaues Abbild der Realität, sondern im Atelier komponierte, ideale Darstellungen, die die Künstler mit Formen aus der Natur verbanden und aus ihrer Sicht auf die natürliche Welt darstellten.

 

 

Creative Collisions – Studio Rygalik und junge Kreative

Montag, 19. September 2016

Die aktuelle Ausstellung des Kunstgewerbemuseums ist ein Experiment: Zwei Designer und zehn junge Kreative gestalten in zwei Workshops im Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz.
Die Direktorin Tulga Beyerle lud die renommierten polnischen Produktdesigner Tomek und Gosia Rygalik ein, eine Work-in-Progress Ausstellung zu entwickeln:  “Creative Collisions – Studio Rygalik und junge Kreative”. Möbeldesign und Food-Design sind die zwei zentralen Themen, welche die Designer zusammen mit jungen Menschen unterschiedlichster beruflicher wie kultureller Hintergründe ausloten und vertiefen.

Das Herzstück der Ausstellung ist ein Tisch, entworfen von Studio Rygalik und aus verschiedenen runden und vieleckigen Tischplatten zu einem großen Esstisch arrangiert – eine kreative Kollision in sich. Der Tisch ist in fast allen Kulturen ein Symbol der Zusammenkunft, des Austauschs, des Teilens. An ihm wird nicht nur gegessen, sondern es werden auch Pläne geschmiedet und Freundschaften geschlossen – ein Grund für den Freundeskreis der SKD, MSU – Museis Saxonicis Usui – den Tisch für das Kunstgewerbemuseum zu erwerben.

Ausstellungsansicht „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

Ausstellungsansicht „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

 

Im ersten Workshop Ende August sollte jeder der zehn Teilnehmer eigene Sitzmöbel skizzieren und entwerfen. Auf der Suche nach geeigneten Materialien, durchforsteten sie in Dresden zusammen mit den Designern Werkstätten, Flohmärkte und Container mit Möbelresten und bauten innerhalb von insgesamt vier Tagen – auch mit scheinbar unbrauchbaren Fundstücken – Sitzmöbel nach ihren eigenen Vorstellungen. Jeder Stuhl erzählt eine Geschichte, ist zugleich ein Repräsentant seines Entwerfers und direkt durch den kreativ-kulturellen Austausch inspiriert. Gemeinsam mit dem Tisch fügen sich die Sitzmöbel in ein dichtes Ensemble

Kurzportraits der Stuhldesigner

Diese gemeinsam verbrachte Zeit, der produktive Prozess des ersten Workshops begleitete der bekannte polnische Filmemacher Michał Marczak. Seine Kurz-Dokumentation ist ein weiteres Element, welches das Prozesshafte in der Ausstellung sichtbar werden lässt.

Im zweiten Workshop (16.-18.09.) wird der Aspekt des Food Design fortgeführt. In einem Brunch am 18.09. (11 Uhr) werden syrisch-deutsch-polnische Hybridhäppchen erneut von der Bereicherung der Kulturen zeugen. Der Workshop unter dem Thema Food Design ist getragen von Fragen: Was und wie essen wir? Wie gestalten wir unser Essen und das Drumherum? Worin unterscheiden sich unsere kulturellen Vorstellungen von Esskultur, welche Formen nehmen diese Unterschiede an? Wo liegen die Gemeinsamkeiten?

Festmahl: Ergebnis des Cooking Workshop „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček
Festmahl: Ergebnis des Cooking Workshop „Creative Collisions. Studio Rygalik und junge Kreative.“ 02. September bis 1.November 2016, Kunstgewerbemuseum, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tomáš Souček

Diese Ausstellung ist getragen von der Freude am Gestalten, von Kreativität. Über den kurzen Zeitraum von zwei Workshops lernen Menschen einander kennen und inspirieren sich. Kreativität existiert über Sprachen und Herkunft hinweg, sie ist eine zentrale Kraft, unsere Welt gemeinsam zu gestalten.
Die Ergebnisse dieses gemeinschaftlichen Prozesses sind bis ersten November 2016 im Bergpalais des Kunstgewerbemuseums zu erleben und zu besichtigen.

Ausstellung: 03. September bis 01. November 2016

Workshop I: 29. August bis 02. September 2016
Workshop II: 16. September bis 18. September 2016

Die Spezialistinnen hinter den Kulissen | The specialists behind the scenes | الخبراء خلف الكواليس

Mittwoch, 03. August 2016


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Dieser Beitrag setzt unsere Blog-Reihe zu den Restaurierungsarbeiten des Dresdner Damaskuszimmers fort

Die Restaurierungsarbeiten am Dresdner Damaskuszimmer begannen bereits 1997. Seitdem ist Anke Scharrahs als federführende Restauratorin und Projektleiterin an dem Vorhaben beteiligt. Zunächst war kaum etwas über die verwendeten Malmaterialien bekannt, so dass sich Anke Scharrahs der Erforschung der historischen Herstellungstechniken von syrischen Holzvertäfelungen aus dem 17. bis frühen 19. Jahrhundert intensiv gewidmet hat. Einer ersten Reise nach Damaskus im Jahr 1998 folgten mehrere längere Arbeits- und Forschungsaufenthalte in Syrien sowie die Mitarbeit bei weiteren Forschungs- und Restaurierungsprojekten syrischer Holzvertäfelungen am Metropolitan Museum of Art in New York, am Museum für Islamische Kunst in Berlin, in der Sammlung Shangri La der Doris Duke Foundation of Islamic Art in Honolulu, am Los Angeles County Museum of Art und im Gayer-Anderson-Museum in Kairo. Die Faszination für diese prächtig bemalten Meisterwerke syrisch-osmanischer Innenarchitektur mündeten in der Dissertation von Anke Scharrahs, mit der sie 2013 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden promoviert wurde.

Samah Shtay beim Abnehmen von Leim- und Firnisschichten von der Türsturzverkleidung der Eingangstür © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Samah Shtay beim Abnehmen von Leim- und Firnisschichten von der Türsturzverkleidung der Eingangstür

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Layal Jazi bei der Oberflächenreinigung eines Deckenbretts. © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Layal Jazi bei der Oberflächenreinigung eines Deckenbretts

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015


Seit 1998 bzw. 2002 sind die Restauratorinnen Evelyn Gärtner und Karoline Friedrich am Damaskuszimmer-Projekt beteiligt. Sie bringen ihre Erfahrungen aus der Mitarbeit am Arabicum in der Villa Gutmann in Potsdam und am Aleppo-Zimmer des Museums für Islamische Kunst in Berlin ein. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Farben und transparenten Lacke erfordert ein hohes Maß an Erfahrung, um die konservatorischen Arbeitsschritte ohne Beschädigung der originalen Farbschichten durchführen zu können. Zudem ist eine ständige Feinabstimmung im Restauratorenteam erforderlich, um die Teile des Damaskuszimmers zu einem ähnlichen Endzustand zu bringen und ein homogenes Raumensemble wiedererstehen zu lassen. Dabei sollen Gebrauchsspuren des Zimmers erhalten bleiben und die Oberflächendekoration nur so weit restauriert werden, dass ihre einstige Pracht zwar wieder sichtbar wird, aber keine Totalrestaurierung aller verloren gegangenen Farbschichten erfolgt.

Evelyn Gärtner bei der Firnisabnahme eines Deckenpaneels © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Evelyn Gärtner bei der Firnisabnahme eines Deckenpaneels.

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015


Anke Scharrahs bei der Oberflächenreinigung eines Bogensegments der Decke © Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Anke Scharrahs bei der Oberflächenreinigung eines Bogensegments der Decke

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015

Seit Februar bzw. Mai 2015 sind zwei syrische Kolleginnen in dem Projekt involviert. Samah Shtay und Layal Jazi haben 2011/12 in Damaskus beim Restaurierungsprojekt des Aga Khan Trust for Culture und des Aga Khan Cultural Services Syria in einem der bedeutendsten historischen Wohnhäuser der Damaszener Altstadt, im Haus Nizam, mitgearbeitet. Sie waren dort an der Restaurierung des berühmten Weintraubenzimmers beteiligt, eines prächtigen, für Zwecke der Repräsentation angelegten Empfangszimmers für Gäste von 1800/1835. Da es in Syrien keine akademische Restauratorenausbildung gibt, möchten sie in Deutschland studieren und bereiten sich nun in ihrem Pflichtpraktikum darauf vor. Sie werden in einem weiteren Blogbeitrag über ihre Arbeit berichten.

Karoline Friedrich bei der Firnisabnahme vom Himmel der Bettzeugnische© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Fotos: Anke Scharrahs, 2015

Karoline Friedrich bei der Firnisabnahme vom Himmel der Bettzeugnische

© Museum für Völkerkunde Dresden, SKD, Foto: Anke Scharrahs, 2015


Autorin: Dr. Anke Scharrahs, freie Restauratorin

Blick in die Ausstellung: “Blickwechsel”, Teil 4

Montag, 23. Mai 2016

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Blickwechsel” tritt das Kupferstich-Kabinett in einen Dialog mit den 14 Museen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Bis 29. Mai 2016 ist in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss ein ausgewähltes Werk aus jeder Sammlung mit einem oder auch mehreren Werken aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts zu sehen.

Diese Gegenüberstellungen eröffnen ganz unterschiedliche Blicke auf die Werke, verschiedene Perspektiven und Fragestellungen. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, an einem einzigen Ort die reiche Vielfalt der Staatlichen Kunstsammlungen zu entdecken.

An dieser Stelle haben wir für die Dauer der Ausstellung wöchentlich eine solche Gegenüberstellung vorgestellt.

Unser abschließender Blick in die Sonderausstellung ist heute der Blick in die Werkstatt des Künstlers.
Unter diesem Titel begegnen sich gleich vier unterschiedliche Werke aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Drei davon stammen aus dem Kupferstich-Kabinett:
Franz Fiedlers Fotografie Max Feldbauer an der Staffelei, die Federskizze Schnorrs Besuch im Atelier F.W.Wegeners von Julius von Schnoor, sowie die Federzeichnung Rückenansicht eines Sitzenden Mannes von Adriaen van Ostade.

Franz Fiedler (1885-1956), Max Feldbauer an der Staffelei, um 1929, Brauner Ölumdruck, Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Adriaen van Ostade ( 1610- 1685), Rückenansicht eines sitzenden Mannes, Feder in Braun, grau laviert, über schwarzem Stift, Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Julius Schnorr von Carosfeld (1794-1872), Schnorrs Besuch im Atelier F.W.Wegeners, circa 1850, Feder in Schwarz, Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Sie treffen auf das Ölgemälde Der Maler in seiner Werkstatt, ebenfalls von Adriaen van Ostade, aus der Gemäldegalerie Alte Meister.

Adriaen van Ostade (1610-1685), Der Maler in seiner Werkstatt, 1663, Öl auf Eichenholz, Gemäldegalerie Alte Meister, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Bilder, die den Künstler bei der Arbeit zeigen, gewähren vermeintlich unmittelbaren Einblick in dessen Lebenswirklichkeit und den Schaffensprozess. So zeigt Adriaen van Ostade 1663 den Maler in Rückenansicht an der Staffelei sitzend – als sei er unbeobachtet. Die Schilderung des Ateliers mutet mit den chaotisch verteilten Zeichnungen, Tierpräparaten, Gipsabgüssen und einer Gliederpuppe naturgetreu an. Die Zusammenschau ist aber sicherlich ein erfundenes Sinnbild künstlerischen Schaffens. Realistisch zeigt das Bild hingegen die Verwendung von Vorstudien auf Papier: Das über der Tafel angeheftete Blättchen – vielleicht eine Rückenansicht wie die hier präsentierte lavierte Federzeichnung van Ostades aus dem Kupferstich-Kabinett – dient dem Maler als Detailvorlage.

Auf Franz Fiedlers Fotografie des Malers Max Feldbauer von 1929 sind noch immer ähnliche Versatzstücke künstlerischer Arbeit versammelt, wie auch auf Julius Schnorr von Carolsfelds flotter Federskizze. In ironischer Brechung zeigt sich hier der virtuose Zeichner Schnorr (bekannt als Verächter oberflächlich realistischer Malerei) beim Besuch im Atelier des Tiermalers Friedrich Wilhelm Wegener. Da er selbst die Darstellung von Hunden nicht zuwege bringe, fleht Schnorr den Dresdner Kollegen laut Inschrift um Hilfe an.

Am 25.05. 2016 bietet sich allen Interessierten in der Kunstpause die Gelegenheit, noch mehr spannende Informationen zu dieser Gegenüberstellung zu erhalten. Sie findet wie gewohnt um 17:30 Uhr in den Räumen der Ausstellung statt.
Gleichzeitig handelt es sich auch um die letzte Kunstpause.
Also: nicht verpassen!

alle Besucherinformationen auf einen Blick:
Sammlungspräsentation “Blickwechsel” des Kupferstich-Kabinetts

Ausstellungszeitraum
29. April – 29. Mai 2016

Ausstellungsort
Residenzschloss
Kupferstich-Kabinett

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
dienstags geschlossen

Eintrittspreise

Neu: Ticket Kupferstich-Kabinett!
Eintritt € 6
ermäßigt € 4,50
Kinder und Jugendliche
unter 17 Jahren frei
Gruppen (ab 10 Personen)
€ 5,50 p. P.

Kunstpause Sonderticket
Eintritt + Kunstpause
€ 5
3er Ticket €13

Blick in die Ausstellung: “Blickwechsel”, Teil 3

Mittwoch, 18. Mai 2016

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Blickwechsel” tritt das Kupferstich-Kabinett in einen Dialog mit den 14 Museen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Bis 29. Mai 2016 ist in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss ein ausgewähltes Werk aus jeder Sammlung mit einem oder auch mehreren Werken aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts zu sehen.

Die Gegenüberstellungen eröffnen ganz unterschiedliche Blicke auf die Werke, verschiedene Perspektiven und Fragestellungen. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, an einem einzigen Ort die reiche Vielfalt der Staatlichen Kunstsammlungen zu entdecken.

Diese Woche widmen wir uns der Gegenüberstellung Maskerade.

Hier begegen sich ein Ölgemälde von Franz von Stuck aus der Gemäldegalerie Neue Meister und eine Radierung von Francisco de Goya aus dem Kupferstich- Kabinett.

Franz von Stuck (1863-1928), Tochter Mary als spanischer Stierkämpfer, 1907/1915, Öl auf Lindenholz, Gemäldegalerie Neue Meister, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Franz von Stuck porträtierte seine geliebte Tochter Mary (1896-1961) vielfach. Private Fotografien -aufgenommen um 1907 bei einem Kindermaskenfest in der Villa Stuck- zeigen das elfjährige Mädchen im Kostüm eines Toreros. Stuck nutzte die Fotografien für mehrere Gemälde. Das Dresdener Bild mag erst um 1915 entstanden sein, als Mary bereits achtzehnjährig war. Im Bild blieb sie das Mädchen, das das Kostüm des kühnen Stierkämpfers überstreifte, ohne die Obhut des Heims verlassen zu müssen. Die in der Rolle verborgene Gefahr, der Kampf mit dem Stier auf Leben und Tod, der bei der Heranwachsenden auf den Geschlechterkampf verweist, mag in dem kräftigen Schlagschatten angedeutet sein, den die schlanke Gestalt auf die Wand des Zimmers wirft.

Francisco de Goya (1746-1828), Der Wagemut Martinchos im Ring von Saragossa, 1815-1816, Radierung und Aquatinta (3. Zustand), Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der an spanischer Kunst interessierte Stuck wird Goyas Darstellungen des Stierkampfes gekannt haben, in denen Mann und Tier sich unmittelbar gegenüber stehen. In die Hauptrolle seiner Toreros schlüpfte Mary als Kind unbedarft, während den Frauen bei Goya die Rolle von Zuschauern zugewiesen ist, die von der Tribüne den tödlichen Kampf verfolgen.

 

Am 21.05., 17.30 Uhr liefert die Kunstpause zu Maskerade zusätzliche spannende Einblicke.

 

Einen Überblick über alle Kunstpausen und die Ausstellung “Blickwechsel” findet ihr hier, auf der Ausstellungsseite.

alle Besucherinformationen auf einen Blick:
Sammlungspräsentation “Blickwechsel” des Kupferstich-Kabinetts

Ausstellungszeitraum
29. April – 29. Mai 2016

Ausstellungsort
Residenzschloss
Kupferstich-Kabinett

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
dienstags geschlossen

Eintrittspreise

Neu: Ticket Kupferstich-Kabinett!
Eintritt € 6
ermäßigt € 4,50
Kinder und Jugendliche
unter 17 Jahren frei
Gruppen (ab 10 Personen)
€ 5,50 p. P.

Kunstpause Sonderticket
Eintritt + Kunstpause
€ 5
3er Ticket €13

 

Blick in die Ausstellung: “Blickwechsel”, Teil 2

Montag, 09. Mai 2016

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Blickwechsel” tritt das Kupferstich-Kabinett in einen Dialog mit den 14 Museen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Bis 29. Mai 2016 ist in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss ein ausgewähltes Werk aus jeder Sammlung mit einem oder auch mehreren Werken aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts zu sehen.

Diese Gegenüberstellungen eröffnen ganz unterschiedliche Blicke auf die Werke, verschiedene Perspektiven und Fragestellungen. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, an einem einzigen Ort die reiche Vielfalt der Staatlichen Kunstsammlungen zu entdecken.

Wie versprochen, hier Teil 2 unseres wöchentlichen Blicks in diese aktuelle Sonderausstellung.

Heute nehmen wir die Gegenüberstellung Blick in die Welt ins Visier.

Unter diesem Titel begegnen sich die Farblithographie Susu von Otto Dix aus dem Kupferstich Kabinett und Vier Raphiatextilien aus Bakuba/Showwa, DR Kongo, aus dem Museum für Völkerkunde.

Otto Dix (1891-1969), Susu, 1964/65, Farblithografie, Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Mit unbedarft kindlichem Ausdruck nimmt das Mädchen Susu den Betrachter fest in den Blick. Auf der großformatigen Lithografie zeigt Otto Dix die ghanaische Spielgefährtin seiner Enkelin Nana. In kräftig leuchtenden Farben sind verschiedene Muster und Strukturen miteinander kombiniert.

Bakuba/ Shoowa, DR Kongo, Vier Raphatextilien, 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts, Museum für Völkerkunde, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ähnliche Dekors finden sich auf Raphatextilien aus dem Kuba- Reich (17.- 19. Jahrhundert) im Inneren der Kongo-Region. Bis heute werden dort Textilien as den Fasern der Raphiapalme gewebt und bestickt, die teilweise noch immer als zeremonielle Kleidungsstücke dienen.Die gemusterten Gewebe spiegeln eine komplexe Ästhetik wieder. Jedes geometrische Zeichen hat eine Bedeutung. In ihrer Variation sind sie Ausdruck höchster Kreativität, wobei Brüche in Reihung und Symmetrie bewusst als künstlerische Mittel eingesetzt werden.

Im Dresdener Zwinger fand 1950 eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde statt, die Dix möglicherweise besuchte und so vielleicht tieferen einblick in die afrikanische Kultur erhielt.

Noch mehr spannende Infos zu dieser Gegenüberstellung gibt es übrigens in der heutigen Kunstpause:
09.05., um 17:30 Uhr in den Räumen der Ausstellung.

 

Außerdem locken diese Woche noch drei weitere Kunstpausen:

11.05., 17.30 Uhr | Geometrische Körper – der mathematische Blick
12.05., 17.30 Uhr | Die verzerrte Welt – der Blick in den Spiegel
15.05., 17.30 Uhr | Zwei Seiten eines Œuvres

 

Einen Überblick über alle Kunstpausen und die Ausstellung “Blickwechsel” findet ihr hier, auf der Ausstellungsseite.

 

alle Besucherinformationen auf einen Blick:
Sammlungspräsentation “Blickwechsel” des Kupferstich-Kabinetts

Ausstellungszeitraum
29. April – 29. Mai 2016

Ausstellungsort
Residenzschloss
Kupferstich-Kabinett

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
dienstags geschlossen

Eintrittspreise

Neu: Ticket Kupferstich-Kabinett!
Eintritt € 6
ermäßigt € 4,50
Kinder und Jugendliche
unter 17 Jahren frei
Gruppen (ab 10 Personen)
€ 5,50 p. P.

Kunstpause Sonderticket
Eintritt + Kunstpause
€ 5
3er Ticket €13

Blick in die Ausstellung: “Blickwechsel”, Teil 1

Mittwoch, 04. Mai 2016

Mit der aktuellen Sammlungspräsentation „Blickwechsel” tritt das Kupferstich-Kabinett in einen Dialog mit den 14 Museen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Bis 29. Mai 2016 ist in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss ein ausgewähltes Werk aus jeder Sammlung mit einem oder auch mehreren Werken aus dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts zu sehen.

Diese Gegenüberstellungen eröffnen ganz unterschiedliche Blicke auf die Werke, verschiedene Perspektiven und Fragestellungen. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, an einem einzigen Ort die reiche Vielfalt der Staatlichen Kunstsammlungen zu entdecken.

An dieser Stelle werden wir für die Dauer der Ausstellung wöchentlich eine solche Gegenüberstellung vorstellen.

Los geht’s mit der Gegenüberstellung Spiel und Konstruktion.

Hier begegnen sich eine Marionette aus der Puppentheatersammlung und eine Tuschezeichnung des Kupferstich-Kabinetts.

 

Kurt Schmidt, Diener aus "Die Abenteuer des kleinen Buckligen aus Tausendundeinernacht", 1923, Holz, gesägt, bemalt, Metall; Puppentheatersammlung, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

 

Kurt Schmidt (1901-1991), Szene aus "Hippopotamos", 1970, Tusche, Tempera, Bleistift, Kupferstich-Kabinett, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

 

Das Bauhaus strebte im Lehrplan eine dem industriellen Zeitalter angepasste Ausbildung und Ästhetik an. Kunst und Technik sollten eine Einheit bilden.
Die Nachzeichnung SZENE AUS HIPPOPOTAMOS dokumentiert einen der Entwurfansätze für das Mechanische Ballett, das Kurt Schmidt 1923 als Student für die Bauhaus-Bühne im Rahmen der Festwoche konzipierte. In dem Bühnenspiel verbindet sich konstruktivistische Abstraktion mit Bewegungsabläufen zu Musik, erzeugt durch geometrische, farbige Formen, die an Tänzern befestigt sind. Die aus verschiedenen Elementen zusammengesetzte und als ‚Hippopotamos‘ bezeichnete Tanzfigurine blieb ein Entwurf.
Auf Anregung seines Lehrers Oskar Schlemmer entwarf Schmidt zum Auftakt seiner Arbeit in der Bühnenwerkstatt des Bauhauses in Weimar acht Marionetten für das Stück Die Abenteuer des kleinen Buckligen. Die archaisch anmutenden Figuren bestehen aus Elementen, die sich aus den drei Grundformen Quadrat, Kreis und Dreieck entwickeln. Sie sollen verschiedene Charaktere veranschaulichen und stehen im Zusammenhang mit der Erneuerung der Puppenspielkultur nach dem Ersten Weltkrieg.

Neugierig geworden?

In zwölf sogenannten Kunstpausen werden die verschiedenen Blickwechsel näher erläutert. Die nächste Kunstpause findet am 09.05., um 17:30 Uhr in den Räumen der Ausstellung statt.
Thema: Blick in die Welt. Unter diesem Titel begegnen sich die Farblithographie Susu von Otto Dix und Vier Raphiatextilien aus Bakuba/Showwa, DR Kongo. Vorbeikommen lohnt sich unbedingt!

Einen Überblick über alle Kunstpausen und die Ausstellung “Blickwechsel” findet ihr hier, auf der Ausstellungsseite.

alle Besucherinformationen auf einen Blick:
Sammlungspräsentation “Blickwechsel” des Kupferstich-Kabinetts

Ausstellungszeitraum
29. April – 29. Mai 2016

Ausstellungsort
Residenzschloss
Kupferstich-Kabinett

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
dienstags geschlossen

Eintrittspreise

Neu: Ticket Kupferstich-Kabinett!
Eintritt € 6
ermäßigt € 4,50
Kinder und Jugendliche
unter 17 Jahren frei
Gruppen (ab 10 Personen)
€ 5,50 p. P.

Kunstpause Sonderticket
Eintritt + Kunstpause
€ 5
3er Ticket €13

Fellowship-Programm mit dem International Training Programme des British Museum 2015: Aufenthalt der diesjährigen Research Fellows und des „Dresden Fellows“ in Dresden und Leipzig | Fellowship programme with the British Museum’s International Training Programme 2015: The stay of this year’s research fellows and the “Dresden Fellow” in Dresden and Leipzig

Freitag, 26. Februar 2016


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Das British Museum betreibt seit 2006 das International Training Programme (ITP), ein auf sechs Wochen angelegtes Studienprogramm, das jährlich in London und in ausgewählten Museen Englands stattfindet und sich insbesondere an außereuropäische Museumsfachleute und Wissenschaftler wendet. Seit 2014 kooperieren wir mit dem ITP und können für den Austausch mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf ein Netzwerk internationaler Wissenschaftler und Kuratoren zugreifen. Noch bis 2016 vergeben die SKD jährlich zwei Research Fellowships, die für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten nach Dresden oder Leipzig eingeladen werden, um dort mit den Kolleginnen und Kollegen der SKD an ausgewählten Projekten zusammenzuarbeiten und zu forschen. Außerdem unterstützen wir von 2013 bis 2015 jährlich einen Teilnehmer des ITP, der das Londoner Programm als „Dresden Fellow“ absolviert und im Anschluss auch die SKD besucht. Die Bewerbungsphase für die diesjährigen Research Fellowships läuft gerade – wir sind sehr gespannt, wer dieses Jahr teilnehmen wird.

Doch jetzt möchten wir kurz von den spannenden Begegnungen in 2015 berichten. Im letzten Jahr waren wieder zwei Research Fellows zu Gast in Dresden. Ayman Al-Shweiki aus Palästina arbeitete von September bis Dezember mit Anke Scharrahs am Projekt „Damascus Room – Daily life in the 19th century in Syria and Palestine“ im Japanischen Palais. Er recherchierte und untersuchte Quellen wie Fotos und Schriften, die das Leben in Bilad al-Sham im 19. Jahrhundert reflektieren, um die Funktion und den historischen Kontext syrischer Empfangszimmer besser zu verstehen. Darüber hinaus sollen die Quellen Aufschluss über den sozialen Status aber auch über den typischen Stil der Bewohner geben. Damit unterstützte Ayman die Erforschung des Dresdner Damaskuszimmers, das seit einigen Jahren von Anke und ihrem Team restauriert wird (s. Blogeintrag vom 15.07.15). Ayman ist seit 2014 als Assistant of Collections Director im Yasser Arafat Museum tätig und u.a. für die Archivierung der Objekte aber auch für wissenschaftliche Recherchen zuständig. Nebenbei unterstützt er als Collections Curator im Birzeit University Museum die Vorbereitung und Installation von Ausstellungen.

Ayman und Anke Scharrahs in der Restaurierungswerkstatt des Damaskus Zimmers

Ayman und Anke Scharrahs in der Restaurierungswerkstatt des Damaskus Zimmers

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek,

Costas Vasiliadis aus Athen besuchte Dresden nun schon zum zweiten Mal. Seit 2000 arbeitet Costas am Acropolis Museum in der Konservierung von Skulpturen und leitet das Team, das die Skulpturen der Akropolis mit Laserverfahren reinigt. Bereits im vergangenen Jahr war er als „Dresden Fellow“ für einige Tage in Dresden, um die Kuratoren und vor allem Restauratoren der Skulpturensammlung kennenzulernen und eine Einführung in die Werkstatt und Restaurierungsprojekte der Sammlung zu bekommen. Die Zusammenarbeit verlief in diesen wenigen Tagen so positiv, dass die SKD sich entschieden haben, Costas 2015 als Research Fellow nach Dresden einzuladen. Bei seinem vierwöchigen Aufenthalt im Herbst arbeitete er an der Restaurierung der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz und konnte mittels unterschiedlicher Untersuchungen entscheidende Restaurierungsmaßnahmen festlegen und auch durchführen.

Costas neben der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz, für deren Restaurierung er während seines Aufenthalts zuständig war

Costas neben der Skulptur Ölausgießender Athlet, Typus Dresden-Florenz, für deren Restaurierung er während seines Aufenthalts zuständig war

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek,

„Dresden Fellow 2015“ war Davit Poghosyan aus Armenien. In seiner Heimat arbeitet Davit als Dozent am Lehrstuhl für Museologie an der Armenian Pedagogical University in Yerevan. Vom 1. bis 7. November folgte er der Einladung der SKD ins GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, wo er Christine Fischer, Mitarbeiterin im Bereich Veranstaltungs- und Publikumsentwicklung, begleitete und Einblicke in die Eventorganisation aber auch Methoden der Museumspädagogik des Museums erhielt. Während eines Tagesausflugs nach Dresden besuchte er die Museen im Zwinger und Residenzschloss und lernte bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken die Research Fellows Ayman und Costas kennen. Das Netzwerk spinnt sich weiter…

Global Networking: Die diesjährigen Fellows Ayman, Davit und Costas (v.l.n.r.) beim gemeinsamen Kaffeetrinken in Dresden

Global Networking: Die diesjährigen Fellows Ayman, Davit und Costas (v.l.n.r.) beim gemeinsamen Kaffeetrinken in Dresden

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Dana Korzuschek,